Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
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in den flüssigen Körper überzugehen; es läßt sich cinsehcn, daß dieseAnziehungskraft des flüssigen Körpers auf die nun schon getrenntenThcile des Festen viel größer sein mag, wenn diese einzeln im Flüs-sigen schweben, indem nun nicht mehr von der Differenz der Wir-kung benachbarter Thcile des flüssigen und des festen Körpers dieRede ist, sondern der flüssige Körper seine ganze, volle Wirksamkeitausübt; aber daß bei dieser großen Einwirkung auf einander nunbeide Körper ihre Natur verändern, daß ihre kleinsten Theilchenso mit einander in Verbindung treten, daß ein ganz neuer Körperentsteht, das bleibt immer gleich dunkel. Und doch ist eben diesder Erfolg so sehr vieler chemischer Verbindungen. Bei einigen istdies weniger ausfallend oder findet überhaupt noch nicht statt; dennSalz in Wasser aufgelöst zeigt noch immer die cigcnthümlichen Ei-genschaften des Salzes, und obgleich man nicht durch mechanischeMittel das Wasser mehr davon trennen kann, so läßt doch dasdurch Wärme, durch Abdampfen fortgetriebcne Wasser wieder das-selbe Salz zurück; aber bei andern Verbindungen ist die Natur desKörpers ganz verändert, das feste, glänzende Metall ist in ein Salzübcrgegangen, indem cs sich mit einer Saure verband; in dieserVerbindung ist cs auflöslich im Wasser u. s. w.

Beispiele dieser Art gicbt cs unzählige. Wenn man ein StückKalk (Kreide zum Beispiel), in Schwefelsäure legt, so löset sichnicht nur die Kalk-Erde völlig auf, sondern je mehr nach und nachaufgelöset wird, desto mehr verliebt die Säure von ihrem säuernGcschmackc, und verliert diesen gänzlich, wenn sie soviel Kalk, alssie überhaupt auflöscn kann, aufgelöset hat, oder damit gesättigtist. Durch diese Auflösung entstehet ein Niederschlag, der sich imWasser nicht auflösct, Gyps, schwefelsaurer Kalk; ein Körper,in welchem sich Kalk mit Schwefelsäure verbunden hat, aber soinnig verbunden, daß man keinen der beiden Bestandthcilc mehrin seiner früheren Beschaffenheit darin wahrnimmt. Soda inSalzsäure gelegt, löset sich mit großer Lebhaftigkeit aufschäumendaus, die Säure verliert dabei ihren säuern Geschmack, die Sodaihren laugenhaftcn Geschmack, und immer mehr, je näher dieAuslösung der Sättigung kömmt, geht der Salzgeschmack unsersgewöhnlichen Kochsalzes hervor, das sich auch beim Abdampfen zeigt,und also als eine Verbindung beider Körper erkannt wird.