Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

21

der gegenseitigen Anziehung der Theilchen an einer gekrümmtenOberfläche ist, theils wie bedeutend sich die Größe dieser Kräftezeigt. Und doch war hier immer nur non der Differenz dieserKräfte die Rede; denn wenn das Wasser an der cmporgehobcncnPlatte Di! (1-b'A. 17.) anliegt, so ist es nur der Ueberschuß deranziehenden Kraft der Platte gegen das Wasser über die Anzie-hungskraft der Wassertheilchen unter einander, welcher die Plattefähig macht, das Wasser zu heben, und eben so ist es in denHaarröhrchen nur der Unterschied der anziehende» Kräfte, welchedie Röhrcnwand und welche die Wassertheilchen ausüben, die wirkennen lernen. In andern Fällen sehen wir nur, daß die diekrumme Oberfläche bildenden Theilchen eine etwas andere Ein-wirkung auf die benachbarten Theilchen zeigen, als es an einerebenen Oberfläche der Fall ist,, und immer lernen wir nur denUnterschied beider kennen; die ganze Kraft der Anziehung benach-barter Theilchen auf einander muß daher ganz gewiß noch weitgrößer scyn.

Ein Versuch, wo sich eine noch größere Anziehungskraft

zeigt.

Es giebt einige Phänomene, wo eine viel größere Anziehungs-kraft thätig zu sein scheint, und wo wir also wohl glauben dürfen,wenigstens etwas naher jene ganze Kraft kennen zu lernen. Dahinrechnet La place den schon oft angcstcllten Versuch, daß man eine4 oder S Fuß lange Glasröhre, die am einen Ende in einer reinenWölbung zugeschmolzen ist, mit Quecksilber füllt, sie dann, wieeine mit der Mündung eingctauchte Barometcrröhrc, umkchrt, sievorsichtig mit dem Finger geschlossen hält, bis man sie zu einerganz ruhigen Stellung gebracht hat, und nun sehr oft das Queck-silber bis zum höchsten Theile der Röhre hangen bleibend sieht.Der Versuch gelingt etwas schwer, aber er gelingt doch, und dasQuecksilber bleibt oft lange genug hängen, um die Ueberzeugung,daß es durch eine Adhäsion an der ober» Wölbung der Röhre ge-halten werde, zu begründen, indem der Druck der Luft es nicht sohoch erhalten könnte. La place sieht diese Wirkung als von dergesummten Größe jener Kraft abhängend an, glaubt aber, daß wirihre wahre Größe doch selbst da nur sehr unvollkommen kennen