Landern, in der Wüste Sahara, in Senegambien, Nigrilien undÄthiopien; doch gehen sie auch viel weiter südlich. So trifft mansie z. B. an dem Vorgebirge der guten Hoffnung, im Kaffern-lande u. s. w. an. Auch im nördlichen Afrika, z. B. in derBerbcrei, halten sie sich auf. In Indien, Persien und einigenGegenden der asiatischen Türkei sind gleichfalls Löwen; sie müssenehemals hier weit zahlreicher gewesen sein, als jetzt. Jetzt neh-men sie selbst in den afrikanischen Küstenländern ab und ziehensich mehr in die öden und brennenden Sandwüstcn Nigritiensund Acthiopiens zurück, wo sie von Menschen ungestört die Herr-schaft über die Thiere ausüben können. Ucberhaupt sind dieLöwen aber lange nicht so zahlreich, wie andere wilde Thiere.Sie vermehren sich nicht stark. Bon den Jungen, deren dieLöwinn jährlich 3 bis 4, höchst selten 5 wirft, bleiben nicht leichtmehr als 2 am Leben, die übrigen sterben meistens am Zahnen.Zur Zeit der Begattung sind sie sehr wild; oft streiten sich meh-rere Männchen um eine Löwinn. Diese trägt 108 Tage, undwirft 5 bis 7 Zoll lange Junge, welche gleich den übrigen Artendes Katzengeschlechtcs 9 bis 14 Tage blind sind. 6 bis 7 Jahremag der Löwe brauchen, um gehörig auszuwachscn, und dasganze Lebensalter mag sich auf 20 bis 25 Jahre erstrecken. DieLöwinn hat eine unbeschreibliche Liebe zu ihren Jungen. BonNatur schwacher, kleiner und muthloser als der Löwe, wird siezur Zeit, wo sic Junge hat, schrecklich. Sie fällt Menschen undThiere ohne Unterschied an, und schützt und vcrtheidigt ihreJungen mit grimmiger Wuth. Einsame und unzugängliche Ortewählt sie zur Lagerstätte derselben, und, um nicht entdeckt zuwerden, verwirrt sie die Spur im Sande, oder verwischt sie mitdem Schwänze. Nicht selten trägt sie, wenn sie sich nicht sicherglaubt, die Jungen im Munde zwischen den Zähnen an einenandern Ort. Der Löwe ist aber auch nicht gleichgültig gegen seineJungen, er versorgt sie bei zunehmendem Alter mit Nahrung undstreitet für sie.
Die Löwen, welche man entweder jung der Mutter entreißt,oder auch schon erwachsen fängt und bändigt, halten sich, obgleichsie an ein sehr heißes Klima gewöhnt sind, dennoch lange inEuropa, und pflanzen sich auch, wie uns mehrere Beispiele be-weisen, daselbst fort.
Wenn sich Löwen von verschiedenen Nagen bastardiren, soähneln die Jungen jederzeit mehr derjenigen Rage, welcher dieMutter angehört.
In manchen Gegenden von Afrika wird das Löwenfleifchgegessen, soll aber eben nicht sehr wohlschmeckend sein.