8
Der Leopard hat ungefähr die Größe eines ansehnlichen Fleischer-hundes, und steht daher der Unze an Größe nach. In Farbe undZeichnung kömmt der Leopard mit der Unze beinahe ganz überein,nur ist die Grundfarbe des Felles beim Leopard auf dem Rückendunkler, als bei der Unze. Die Flecken stehen viel enger beisammenund bilden daher auch kleinere Ringe, von denen die größten kaum2 Zoll im Durchmesser haben. Der Kopf ist nicht so breit, wie beider Unze, und der Schwanz ist im Verhältnis; viel länger, da erzurückgeschlagen bis an die Schultern langt. Auch der Leopard kömmtin einer ganz schwarzen Abart, jedoch nur selten vor.
Er bewohnt das heißere Asien und Afrika, und kömmt anMuth und Stärke der Unze gleich. Auch er greift den Menschennicht leickt an, auch selbst wenn er hungrig ist, oder von ihm gereiztwird. Er ist weit eher zu zahmen als die Unze, und gewinntleicht Zutrauen zu seinem Pfleger. Er hält sich am liebsten inschattigen, dichten Wäldern auf, in deren Nähe sich Bäche undFlüsse befinden. Seine Nahrung besteht, wie die der Unze, in kleinerenThieren. Sein Fleisch soll nicht übel schmecken und wird daherauch von den Negern in Guinea, und auch von einigen Völker-schaften in Ost-Indien gegessen.
Die Haut des Leoparden ist wegen ihrer besonders schönenZeichnung vorzüglich geschätzt.
Der Luguar oder Löwentiger.
( I? o 1 i s coiroolor. )
dieses Thier gleicht in seiner Bauart und Größe ganz demLeoparden und Panther, nur seine Farbe ist die des Löwen, woherauch die Benennung: Löwentiger, entstanden seyn mag. Er istebenfalls ein amerikanisches Raubthier, welches in den spanischenBesitzungen ?nina genannt wird. Er hat ein rothgclblichcs Fellohne Spur einer Zeichnung, weswegen er gemeiniglich auch deramerikanische Löwe genannt wird. Er ist ungefähr von derGröße der Unze, hat aber einen schlankeren Bau. Sein Haarfällt auf dem Rücken ins Schwärzliche, auf dem Untcrthcile desLeibes ins Weißliche. Zu beiden Seiten der Schnauze ist eingroßer schwarzer Fleck. Sein Kopf ist etwas länger, als bei anderenKatzenarten. Sein Schwanz ist sehr lang und besonders starkbehaart. Er bewohnt sowohl Süd- als Nordamerika und richtetunter Heerden oft vielen Schaden an. Den Menschen fällt erniemals an, wohl aber andere Säugethiere, denen er aufBäumen auflauert und auf sie herabstürzt. Zur Brunstzeit giebt er