k M > r* bk» r^- 8 ZA- ^ Z K' T j tt- Mit A- ^ -W-L 8 ^?r ^ M ^ °r 74 > ^ SM M GL Hermann v. Aken befinden, nebst einer kurzen Beschreibung der merkwürdigeren und ihrer Lebensweise. Münster 1831. Gedruckt in der Köerdinckschcn Buchdruckcrei. -L -L.L 3 - S ^S> L ^ssf» ^ * ^-^> V o r e r i n n e r u n g. I^m der Jugend, und den nicht naturhistorisch bewanderten Besuchern meiner Menagerie, diesen Ort mehr belehrend und angenehm zu machen, habe ich mich veranlaßt gefunden, nachstehende Beschreibung der sich in meiner Menagerie befindenden selteneren Thiere herauszugeben. Vieles findet sich hier, was die Neugier befriedigt, vieles, was zu ernsten, wissenschaftlichen Untersuchungen auffordert, vieles auch, was dem einfach reinen Sinn für schön und kräftig entwickelte Naturformen wahre Befriedigung gewährt. Immer bleibt doch dem Jünglinge, wenn er in Kürze hier den Hauptcharakter des Thieres geschildert findet, und der Gegenstand zugleich gegenwärtig ist, solches mehr im Gedächtniß, und es reißt ihn mehr zur Bewunderung des Allschöpfers hin, wenn er hierdurch überzeugt wird, wie der Mensch durch Anwendung seiner Kräfte, die von Natur wildesten und grausamsten Geschöpfe aller Zonen sich unterwerfen, und zur Folgsamkeit bringen kann. Hermann v. Aken. i D i e nord- und südafrikanische Löwenfamilie ( b' o 1 i 8 I, e o ) , welche sich hauptsächlich durch Kopf und Mähne unterscheidet, gehört der berberischen Rage an. Aon der nordafrikanischen Abart, welche sich durch die "hochgelbe Farbe und den gewölbteren Kopf von der südafrikanischen unterscheidet, befinden sich hier ein Männchen, ein Weibchen und zwei Paar Junge, welche am 12. August 1830 in Hamburg geworfen wurden und sich noch jetzt mit der Mutter in einem Behälter befinden. Der alte Löwe, der Vater von 20 Jungen, >'st unstreitig das schönste, kräftigste Exemplar, welches je gesehen wurde. Dieses Zeugniß wurde laut in vielen öffentlichen Blättern ausgesprochen, und an jedem Aufenthaltsorte erregte dieses Thier die größte Aufmerksamkeit und Bewunderung. Ueberall, wo uns durch Schriftsteller dieser König der Thicre beschrieben wurde, wo uns die Alten, von der Kraft, Gewandheit, Großmuth dieses Thieres erzählen, dringt sich uns unwillkührlich der Wunsch auf, dieses mcyestätische Meisterstück der Natur zu sehen; und wie oft wird dann der Naturfreund in seiner Meinung getäuscht, wenn er, wie es häufig der Fall ist, unvollkommene verkrüppelte Exemplare sieht; dieser hier sich befindende aber, welchen man mit Recht einen Riesen-Löwen nennen kann, wird nicht nur der Vorstellung, die man sich von dem majestätischesten Thiere macht, vollkommen entsprechen, sondern übertrifft noch die höchste Erwartung. Nicht minder interessant ist das südafrikanische Löwenpaar vom Cap der guten Hoffnung, welches sich durch die bleichgelbe Farbe und den flacheren Kopf von der nordafrikanischen Abart auszcichnet. Auch ist beim südafrikanischen Löwen die Mähne viel dunkler, stärker und über die ganze Unterseite des Bauches verbreitet. Das mächtigste, furchtbarste und kühnste unter allen Geschöpfen ist unstreitig der König der Thiere, der Löwe. Sein Blick kündiget Ernst und Gefühl seiner Kraft an, seine Glieder und sein ganzer Körperbau verrathen seine gewaltige Stärke. Die Höhe und Größe dieser Thiere ist verschieden, die gewöhnliche Höhe betragt 4, bei manchen 6 Fuß. Der Kopf ist wie bei allen Arten des Katzengeschlechts abgerundet, platt und zwischen den Augen etwas erhabener als vorwärts und hinterwärts. Die Schnauze ist kurz und dick, die Zunge ist stachlich. Der Umriß des Gesichts des Löwen ist beinahe viereckig, die Brust stark und kraftvoll, der Hals dick. Ueber demselben hängt beim Männchen eine dichte zottige Mähne von langen Haaren herab, welche dem Thiere ein majestätisches und zugleich furchtbares Ansehen giebt, dem Weibchen aber mangelt. Der Leib ist gleich dick, beinahe Walzenförmig; der kräftige Schwanz beinahe 2^/2 Fuß lang, und am Ende mit einem kurzen dichten Haarbüschel versehen, in dessen Mitte sich ein kurzer hornartiger, in die Haut eingelenkter Stachel befindet. Die Füße sind dick, stark und musculös, mit großen, scharfen, rückziehbaren Krallen versehen. Ihr bloßer Anblick verräth die ungeheure Kraft, womit sie den Raub zu packen Pflegen. Ueberhaupt hat die ganze Gestalt des Löwen etwas Gefallendes, weil Stärke, vereint mit Geschwindigkeit und Behändigkeit, aus seinem Bau hervorleuchtet. Weder mit Fleisch, noch weniger mit Fett überladen, besitzt sein muskulöser Körper eine Leichtigkeit, sich zu bewegen, die man bei seiner Größe nicht vcrmuthen sollte. Er thut Sprünge von 12 bis 16 Fuß, und das mit einer Schnelligkeit, die in Erstaunen setzt. Eben diese Muskelkraft äußert er in der geschwinden Veränderung der Gesichtszüge, der Falten auf der Stirne und in den Bewegungen des Schwanzes. Die Farbe des Körpers ist ein bald dunkeleres, bald helleres Gelb, jene der Mähne meist ein Gemisch von Dunkelbraun und Gelblichweiß. Nach der Verschiedenheit der Mähne und der Farbe setzt man drei Ra^en fest: die berberische (liarlmrns), bei welcher sich die Mähne längs der Mitte des Bauches bis an die Hinterfüße hinzieht, die persische (iiai8ians), welcher diese verlängerte Mahne fehlt, und die senegalische (seireAalerrsis), welche sich von der persischen nur durch die Höhe der Farbe und die gleichfarbige Halsmähne unterscheidet. Des Tages pflegt der Löwe gewöhnlich in Gebüschen versteckt zu liegen, und zu lauschen, er ist auch bei Tage scheuer, und wagt nicht so leicht einen Angriff; des Nachts hingegen geht er nach der Art der Katzen auf Raub aus, und brüllt dann, ehe er sich einer Beute bemächtigt hat, zu wiederholten Malen fürchterlich. 1 * Die Art, wie er seine Beute fangt, ist dieselbe, wie wenn dis Katze eine Maus erhascht. Er lauscht des Abends und Nachts im Hinterhalte, oder schleicht sich still und behutsam auf dem Bauche vorwärts bis er glaubt, nahe genug zu sein, plötzlich springt er alsdann auf die Beute los, und schlagt seine Krallen tief ein. Nur größere Thiere fallt er an, kleinere verachtet er. Die gepriesene Großmnth des Löwen wollen neuere Reisende eben nicht sehr rühmen. Sie beschuldigen ihn der Hintcrlistigkeit und Falschheit, welche er mit allen übrigen Arten des Katzengeschlechts gemein haben soll. Die Thiere, welchen der Löwe vorzüglich nachstellt, sind Pferde, Rinder, Hirsche, Gazellen, Schaafe und dergleichen. An Menschen wagt er sich nicht leicht, wenn er nicht außerordentlich vom Hunger geplagt, oder von ihnen in Wuth gesetzt wird. Aas berührt der Löwe selbst im größten Hunger nicht. So muthig der Löwe ist, so sehr er aller Gefahr trotzt, so laßt er sich doch bisweilen leicht in Furcht setzen. Wird er Plötzlich überrascht, oder mit großem Geräusch angegriffen, so flieht er. Oft wagen cs daher die Hottentotten und Neger, ihn mit ihren elenden Waffen anzugreifen, und tödten ihn auch wirklich. Nor dem Menschen und seinen Waffen, insonderheit vor dem Schießgewehre, scheint der Löwe überhaupt großen Respect zu haben, weil er nach und nach, wenigstens in manchen Gegenden, die schrecklichen Wirkungen dieser Waffen kennen gelernt hat. So sagt man, daß die Löwen in der Berberei, welche in der Nachbarschaft der Städte und Dörfer wohnen, gegen die Menschen gleichsam ihren Muth verlieren, weil sie schon aus Erfahrung seine große Ueberlegcnhcit kennen. Das sicherste Mittel, ihn zu verscheuchen, ist das Feuer. Daß der Löwe seine furchtbare Natur in der Gefangenschaft sehr ändert, und den sanften Charakter eines Hausthieres annimmt, beweisen uns mehrere Beispiele. Man fängt sie öfters in Gruben, die oben dünne mit Neißig und Blättern überdeckt sind. So unbändig sie sich auch anfangs betragen, und so wenig es jemand alsdann wagen darf, sich ihnen zu nahen, so zahm werden sie nach und nach durch Hunger, so daß man sie endlich fortführcn kann. Meistens sucht man doch junge Löwen zu erhalten, und zieht diese auf, denn sie gewöhnen sich leichter als alte. Ein jung gefangener Löwe lernt sich sogar mit Hausthicren vertragen, und fügt ihnen kein Leid zu. Dem Herrn, der sie pflegt und gut behandelt, sind sie mit Dankbarkeit zugethan. Die Heimath des Löwen ist in den heißen Gegenden von Asien und Afrika. Am zahlreichsten sind sie noch in unbewohnten Landern, in der Wüste Sahara, in Senegambien, Nigrilien und Äthiopien; doch gehen sie auch viel weiter südlich. So trifft man sie z. B. an dem Vorgebirge der guten Hoffnung, im Kaffern- lande u. s. w. an. Auch im nördlichen Afrika, z. B. in der Berbcrei, halten sie sich auf. In Indien, Persien und einigen Gegenden der asiatischen Türkei sind gleichfalls Löwen; sie müssen ehemals hier weit zahlreicher gewesen sein, als jetzt. Jetzt nehmen sie selbst in den afrikanischen Küstenländern ab und ziehen sich mehr in die öden und brennenden Sandwüstcn Nigritiens und Acthiopiens zurück, wo sie von Menschen ungestört die Herrschaft über die Thiere ausüben können. Ucberhaupt sind die Löwen aber lange nicht so zahlreich, wie andere wilde Thiere. Sie vermehren sich nicht stark. Bon den Jungen, deren die Löwinn jährlich 3 bis 4, höchst selten 5 wirft, bleiben nicht leicht mehr als 2 am Leben, die übrigen sterben meistens am Zahnen. Zur Zeit der Begattung sind sie sehr wild; oft streiten sich mehrere Männchen um eine Löwinn. Diese trägt 108 Tage, und wirft 5 bis 7 Zoll lange Junge, welche gleich den übrigen Arten des Katzengeschlechtcs 9 bis 14 Tage blind sind. 6 bis 7 Jahre mag der Löwe brauchen, um gehörig auszuwachscn, und das ganze Lebensalter mag sich auf 20 bis 25 Jahre erstrecken. Die Löwinn hat eine unbeschreibliche Liebe zu ihren Jungen. Bon Natur schwacher, kleiner und muthloser als der Löwe, wird sie zur Zeit, wo sic Junge hat, schrecklich. Sie fällt Menschen und Thiere ohne Unterschied an, und schützt und vcrtheidigt ihre Jungen mit grimmiger Wuth. Einsame und unzugängliche Orte wählt sie zur Lagerstätte derselben, und, um nicht entdeckt zu werden, verwirrt sie die Spur im Sande, oder verwischt sie mit dem Schwänze. Nicht selten trägt sie, wenn sie sich nicht sicher glaubt, die Jungen im Munde zwischen den Zähnen an einen andern Ort. Der Löwe ist aber auch nicht gleichgültig gegen seine Jungen, er versorgt sie bei zunehmendem Alter mit Nahrung und streitet für sie. Die Löwen, welche man entweder jung der Mutter entreißt, oder auch schon erwachsen fängt und bändigt, halten sich, obgleich sie an ein sehr heißes Klima gewöhnt sind, dennoch lange in Europa, und pflanzen sich auch, wie uns mehrere Beispiele beweisen, daselbst fort. Wenn sich Löwen von verschiedenen Nagen bastardiren, so ähneln die Jungen jederzeit mehr derjenigen Rage, welcher die Mutter angehört. In manchen Gegenden von Afrika wird das Löwenfleifch gegessen, soll aber eben nicht sehr wohlschmeckend sein. 6 Die Löwenhaut diente den alten griechischen Helden zum Mantel, heut zu Tage brauchen sie noch die Mauren zur Kleidung und Decke. Der Bengalische oder Königstiger. (k' e 1 is '1° i A ri 8 . ) Vier Exemplare, Männchen und Weibchen, nebst ihren beiden Jungen (Männchen und Weibchen), welche im Jahre 1828 zu London geworfen wurden, und sich noch fortwährend in einem Behälter befinden. Erstere beide sind von seltener Schönheit und zeichnen sich aus durch das schöne Gelbbraune ihres Felles, deren dunkle Querstreiscn von einer außerordentlichen tiefen Schwärze sind. Der Königstiger wohnt in Asien, wo man ihn schon um das caspische Meer in Masandcren und weiter in Persien häufiger als in Indien, besonders aber in Bengalen bis in China hinein, antrifft. Sein Aufenthalt ist in Wäldern und Gebüschen, besonders an den Ufern von Flüssen, wo er im Hinterhalte auf Raub lauert, welchen er mit wenigen, aber unglaublich schnellen Sprüngen plötzlich anfällt, und wenn er ihn verfehlt hat, gehen läßt. Erreicht er ihn aber, so packt er ihn mit den Krallen im Nacken, reißt ihn auf einmal nieder, und trägt ihn nach ausgczogenem Blute mit größter Leichtigkeit davon, selbst wenn es ein Büffel, ein dreimal so großes Thier als er selber, wäre. Seine liebste Nahrung ist das Blut seiner Beute, das Fleisch davon pflegt er nicht ganz aufzufressen, sondern es meist den Schakalen zu überlassen. — Das Naturell des Tigers ist grausam, er verschont Menschen und Thiere zu keiner Zeit, er ist kühn, weicht Niemanden aus, und man hat in Bengalen mehr als ein Beispiel, daß er von mehreren Leuten einen geholt hat, ohne sich an die klebrigen zu kehren, ja, daß er in den Ganges gewatet, und aus einem nahe am Ufer befindlichen Fahrzeuge eine Person weggc- tragen hat. Uebrigens ist er träge und zum anhaltenden Laufen nicht geschickt, er ist auch deshalb den Menschen gefährlicher als den Thieren. Wenn Indianer und Europäer zusammen sind, so soll er jene allemal zuerst anfallcn. Er gicbt einen widrigen Geruch von sich, so daß man ihn von weitem spüren kann. Das Weibchen wirft zur Frühlingszeit 3 bis 4 Junge. Der Water frißt die Jungen, und zerreißt die Mutter, wenn sie sie vertheidigt. Man jagt, schießt oder fängt den Tiger in großen Gruben, die mit starken und festen Fall-Thüren versehen sind. Die Unze. (k'olis Owaa.) Die Unze ist nach dem Löwen und Tiger die größte Art des Katzengeschlechtes. Sie bewohnt das südliche Amerika und ist in den Reisebeschreibungen unter dem Namen amerikanischer Tiger oder Panther bekannt. In Brasilien sührt sie den Namen Jaguar. Sie hat ungefähr die Höhe einer englischen Dogge. Ihre Grundfarbe ist ein schönes Falb auf dem Rücken, weiß auf dem Bauche. Das Fell ist mit großen unregelmäßigen schwarzen Flecken geziert, die auf dem Rücken und an den Seiten ziemlich große Ringe bilden, in deren Mitte bisweilen wieder einige schwarze Flecken zerstreut stehen. Die größten dieser Ringe haben 2 bis 3 Zoll im Durchmesser. Auf dem Kopfe, der Brust, dem Schwänze und den Beinen sind die Flecken aber einzelnstehend. Der sehr kurze Schwanz, der zurückgeschlagcn kaum bis zur Hälfte des Körpers reicht, ist das sicherste Kennzeichen, dieses Thier von dem verwandten Leopard und Panther zu unterscheiden. Eine bloße, jedoch seltene Abart ist der sogenannte schwarze Tiger. Die Unze kommt an Muth und Stärke dem Tiger bei weitem nicht gleich. Sie ist furchtsam, wenn sie von Menschen verfolgt wird, und läßt sich am sichersten durch einen Feuerbrand verscheuchen. Indessen fürchten sich die amerikanischen Wilden sehr vor diesem Thicre, da sie der irrigen Meinung sind, daß es nach ihrem Fleische begieriger scy, als nach dem Fleische der unter ihnen lebenden Europäer, und daß es, wenn es sie neben einem Europäer schlafend antreffe, sie zerreiße und diesen liegen lasse. — Mit solchen Thicren, mit welchen es der Löwe und Tiger aufnimmt, macht sich die Unze nichts zu schaffen; ihre Nahrung besteht in kleinern und schwächere Thieren, z. B. Hirschen, Ziegen, Schaafcn, Affen, Katzen u.s. w. Das Fell der Unze dient den Wilden von Amerika zur Kleidung, wird aber auch in Europa zu Pelzkragen und Pferdedecken verwendet. Nur selten gelingt es, dieses Thier in der Gefangenschaft zu zähmen. Der Leopard. ( k* e 118 I, eoarckri 8.) Männchen und Weibchen. Diese Thiere pflegen häufig mit der Unze oder dem amerikanischen Tiger verwechselt zu werden; da sich aber auch diese in meiner Menagerie befindet, so crgiebt sich die Gelegenheit, den Unterschied zwischen beiden deutlich bemerken zu können. 8 Der Leopard hat ungefähr die Größe eines ansehnlichen Fleischerhundes, und steht daher der Unze an Größe nach. In Farbe und Zeichnung kömmt der Leopard mit der Unze beinahe ganz überein, nur ist die Grundfarbe des Felles beim Leopard auf dem Rücken dunkler, als bei der Unze. Die Flecken stehen viel enger beisammen und bilden daher auch kleinere Ringe, von denen die größten kaum 2 Zoll im Durchmesser haben. Der Kopf ist nicht so breit, wie bei der Unze, und der Schwanz ist im Verhältnis; viel länger, da er zurückgeschlagen bis an die Schultern langt. Auch der Leopard kömmt in einer ganz schwarzen Abart, jedoch nur selten vor. Er bewohnt das heißere Asien und Afrika, und kömmt an Muth und Stärke der Unze gleich. Auch er greift den Menschen nicht leickt an, auch selbst wenn er hungrig ist, oder von ihm gereizt wird. Er ist weit eher zu zahmen als die Unze, und gewinnt leicht Zutrauen zu seinem Pfleger. Er hält sich am liebsten in schattigen, dichten Wäldern auf, in deren Nähe sich Bäche und Flüsse befinden. Seine Nahrung besteht, wie die der Unze, in kleineren Thieren. Sein Fleisch soll nicht übel schmecken und wird daher auch von den Negern in Guinea, und auch von einigen Völkerschaften in Ost-Indien gegessen. Die Haut des Leoparden ist wegen ihrer besonders schönen Zeichnung vorzüglich geschätzt. Der Luguar oder Löwentiger. ( I? o 1 i s coiroolor. ) dieses Thier gleicht in seiner Bauart und Größe ganz dem Leoparden und Panther, nur seine Farbe ist die des Löwen, woher auch die Benennung: Löwentiger, entstanden seyn mag. Er ist ebenfalls ein amerikanisches Raubthier, welches in den spanischen Besitzungen ?nina genannt wird. Er hat ein rothgclblichcs Fell ohne Spur einer Zeichnung, weswegen er gemeiniglich auch der amerikanische Löwe genannt wird. Er ist ungefähr von der Größe der Unze, hat aber einen schlankeren Bau. Sein Haar fällt auf dem Rücken ins Schwärzliche, auf dem Untcrthcile des Leibes ins Weißliche. Zu beiden Seiten der Schnauze ist ein großer schwarzer Fleck. Sein Kopf ist etwas länger, als bei anderen Katzenarten. Sein Schwanz ist sehr lang und besonders stark behaart. Er bewohnt sowohl Süd- als Nordamerika und richtet unter Heerden oft vielen Schaden an. Den Menschen fällt er niemals an, wohl aber andere Säugethiere, denen er auf Bäumen auflauert und auf sie herabstürzt. Zur Brunstzeit giebt er ein fürchterliches Geschrei von sich, welches man weit umher hören kann. Nur zur Zeit der Begattung sieht man ihn mit dem Weibchen in Gesellschaft; sonst streift er beständig einsam umher. Das Weibchen wirft gewöhnlich nur ein Junges, und legt es in einen hohlen Baum. Die amerikanischen Wilden suchen ihn in einen Kreis zu schließen und schlagen ihn mit Keulen todt. Sein Fell wird zu Decken verwendet. In Cayenne wird sein Fleisch gegessen. Der Cuguar ist leicht zu zahmen. Die gefleckte Hyäne. (II a 6IIn m a o u 1 a i a. ) Die gefleckte Hyäne ist bei Weitem seltener in Europa vorgezeigt worden, als die gestreifte. Sie gehört im südlichen Afrika zu Hause, wo sie sich als ein böses Raubthier besonders den Schaafheerden furchtbar macht, und daher von den Colonistcn am Cap der Wolf genannt wird. Sic hält sich am Tage in ihren Schlupfwinkeln, den unzugänglichen Fels-Schluchten oder den mit dichten Gesträuchen bewachsenen Flußbeeten und Sümpfen auf, und geht nur bei Nacht auf Raub aus, begnügt sich auch wohl mit todten schon verwescten Thiercn, greift aber den Menschen nicht an. In Gestalt gleicht sie sehr der gemeinen gestreiften Hyäne, ist aber von kräftigerem Bau und namentlich von stärkerem Kreuz und festeren Hinterschcnkeln. Die Grundfarbe des Haares ist schmutzig gelbgrau, und unregelmäßige große schwarze Flecken sind über den ganzen Leib vertheilt. Im freien Zustande gicbt sie einen heulend bellenden Ton von sich, in der Gefangenschaft läßt sie einen kurz abgestoßenen heisern schnell wiederholten Laut hören, den man dem Lachen des Menschen verglichen, und sie deshalb die lachende Hyäne genannt hat. Sie hat bisher noch nie irgend eine Zähmung annchmen wollen; und dieses Exemplar ist daher sehr merkwürdig, weil es sich nicht nur von seinem Wärter liebkosen läßt, sondern auch den Befehlen seines Herrn in seinen Bewegungen Folge leistet. Die gestreifte Hyäne. (Eanis II)'a6ii a. ) Das hier gegenwärtige Exemplar ist ein in seiner Art sehr schönes Thier, und von ausgezeichneter Größe. Es gehört in 10 das Geschlecht der Hunde, die Augen stehen aber der Schnautze naher wie bei den übrigen Hundegattungen. Der Hals ist sehr- dick, der Leib zusammengedrückt, auf dem Halse und Rücken befindet sich eine Mahne, welche das Thier nach Gefallen aufrichten und nicderlasscn kann. Zwischen dem Schwanz und dem After befindet sich eine Querspalte, die zu einem geräumigen Sack führt, in welcher sich aus einigen anliegenden Drüsen eine schmierige, sehr übelriechende Materie sammelt. Die Vorderbeine sind höher als die hintern, jeder Fuß hat 4 Zehen mit langen Klauen. Die Lange des Thiers ist gegen 4 Fuß. — Es lebt in Persien, Syrien, Aegypten, Abyssinien und in der Berberci, in den Klüften der Gebirge, und in Höhlen, die es sich in die Erde grabt, einsam und bei Tage versteckt; des Nachts geht es auf den Raub aus, welcher in Schaafen, Ziegen, Eseln, auch in Aas und menschlichen Leichnamen besteht, die es aus den Gräbern scharrt. Es kann lange ohne Speise dauern, ist grausam, wild undunbändig; nach Kämpfers Bericht ist cs so herzhaft, daß zwei Löwen einem solchen Thier haben weichen müssen. Was es anpackt, läßt es nicht wieder fahren, man mag cs noch so sehr schlagen; die Mohren sollen daher die Hyäne fangen, indem sie ihr einen Sack vorwerfen, in den sie sich hineinbeißt, und sich nun schleppen läßt, wohin man will. In Aegypten gebrauchen die dortigen Araber das Fleisch der Hyäne zur Arznei, von dem Genüsse des Gehirns glauben sie, werde man wahnsinnig. Seine Stimme ist ein widrig gellendes, dem menschlichen Lachen nicht ganz unähnliches, durchdringendes Geheule, von äußerst widrigem Eindrücke. Die Pantherkatze. Von 2 1/2 Fuß Länge, oben braungelb, mit schönen langen schwarzen Streifen auf dem Rücken; an der Seite der Brust und den Beinen gefleckt, der Bauch weißlich, der Schwanz geringelt. Diese Katzenart scheuet Menschen und Hunde, und klettert auf Bäume, um auf ihre Beute zu lauern. Das Vaterland dieses Thieres ist das wärmere Amerika. Die in dieser Menagerie befindliche ist so zahm, daß der Eigen- thümer sie frei aus dem Käsig lassen kann. Der weiße oder Eisbär. ( I1 1 8 1I 8 111 a 1 iti IN u 8 . ) Ein vorzüglich großes und schönes Exemplar dieses berühmten Thieres. Es mißt 5 i/- Fuß Länge und ist von fast schneeweißem Haar, wie man selten an gefangenen Baren dieser Art zu sehen bekommt. Obgleich er sich in seiner Heimath fast nur von großen Secthieren ernährt, die er schwimmend oder auf dem Eise erbeutet, so ist es doch gelungen, ihn in meiner Menagerie an die milde Kost von Brod und Milch zu gewöhnen. Auch hat.er überhaupt hier eine ungewöhnliche Zähmung angenommen. Der Schakal. (6 an 18 au iou 8.) ^)er Schakal oder Goldwolf ist in der Gestalt dem Wolfe am ähnlichsten, erreicht aber nie die Größe desselben. Sein Kopf ist oben fuchsroth, die Kehle gclblichweiß. Der Rücken und der Hals sind graugelb mit einem Schatten von langen an der Spitze schwarzen Haaren überlaufen. Der Untertheil des Körpers und die Füße sind gelbröthlich, Arme und Schenkel aber auswendig fuchsroth. Der lange, gerade, buschige Schwanz ist graugelb, nach den Spitzen zu schwarz. In der Lebensart kömmt der Schakal sehr mit dem Wolfe überein. Wie dieser zieht er in ganzen Heerden umher, und geht besonders des Nachts auf Raub aus. Ohne Scheu raubt er aus Häusern das Geflügel, fällt kleinere Säugethicre, ja selbst Kinder an. Aas ist für den Schakal ein besonderer Leckerbissen. Er hält sich daher gerne in der Nähe von Begräbnißplätzen auf, und zieht den Karavanen nach, um die unterwegs umkommenden Menschen und Thiere zu verzehren. Des Nachts läßt er häufig sein Geheul erschallen. Sein Vaterland ist die Berberci und Aegypten, doch kömmt er auch in Klein- Asien und Arabien vor. Das Weibchen bringt 5 bis 8 Junge zur Welt. 12 Zwei Makako-Katzen. (I, e NI n i' A I n e a o o. ) Der Bari. Männchen und Weibchen. Dies äußerst artige Thier gehört zu dem Geschlechts der Maki's, welches unmittelbar auf die Affen folgt. Die Maki's unterscheiden sich von den Affen durch Daumen an ihren Hinterfüßen, so daß sie vier vollkommene Hände haben, auch ist ihr Kopf länger, mehr fuchsartig; sie sitzen fast beständig mit sehr krummgebogenem Rücken; ihr Leib und ihr Gliederbau ist auch viel schlanker und feiner, gleichen aber in ihren Sitten und ihrer Lebensweise sehr den Affen. Dies gegenwärtige Thier, Iwinnr Alaaaeo, lebt auf der Insel Madagaskar, auch auf Johanna und den benachbarten Inseln, in großen Haufen beisammen auf den Bäumen; es ist weiß und schwarz von Farbe, und hat eine artige kragenförmige büscheligte weiße Haarvcrzierung um den Hals und die Ohren; der Schwanz ist ganz schwarz, die Iris der Augen pommeranzengclb. In ihrem natürlichen Zustande sind diese Thiere sehr wild, lassen sich aber jung gefangen leicht zähmen; Früchte, Butterbrod und Kuchen lieben sie sehr. Wegen einer besonder» Erweiterung der Luftrohre kann dieses Thier einen ungemein starken Laut Hervorbringen, welcher einige entfernte Aehnlichkcit mit dem Brüllen des Löwen hat. Der weiße Fuchs. Äer weiße oder Polar-Fuchs ist etwas kleiner als der gemeine Fuchs, und ist in der Bildung demselben vollkommen gleich, nur sind seine Ohren runder und das Haar feiner. Die Farbe desselben ist im Winter weiß, im Sommer bläulichbraun. Er ist in allen Ländern, welche innerhalb des Polarzirkcls liegen, einheimisch; daher trifft man ihn eben so in Spitzbergen und Island, wie in Grönland und Nova-Zembla. Sie halten sich in freien Gegenden, in Felsenklüftcn und Erdhöhlen auf, und leben gewöhnlich in Gesellschaft beisammen. Nack 9 Wochen gebiert das Weibchen 6 bis 8 Junge, welche nach 6 Wochen selbst auf Raub ausgchen. Ihre vorzüglichste Nahrung besteht in Ratten, Mäusen, 13 Günsen u. s. w. Im größten Nothfalle verzehren sie auch Beeren, Krabben und was sonst die See auswirft. Das Fell des weißen Fuchses ist in Europa ein allbekanntes Pelzwerk und wird häufig verführt. Sein Fleisch wird in Grönland gegessen und soll sehr wohlschmeckend sein. Das große Känguruh oder BeuLelthier (II a 1 NI a t u r n 8 Ai ^ a nts n s.) Männchen und Weibchen, ist das größte Thier in Neuholland, und wurde im Jahre 1770 vom Capitain Cook entdeckt. Der Bau dieses Thiercs ist ganz eigenlhümlich. Die Hinterfüße sind fast so lang als der Leib, und dienen dem Tbiere zum Springen, die Borderfüße hingegen sind so kurz, daß sie kaum bis zur Rate reichen, und werden daher nicht zum Gehen gebraucht. Der Schwanz ist sehr lang und dient dem Thiere zur Stütze. Der Kopf gleicht dem eines Hasen. Unterm Bauche tragt das Weibchen einen Beutel, in welchem das Junge von dem ersten Augenblicke der Geburt an seinen Wohnort ausieblägt, und sich gegen ein Jahr lang von der Mutter hcrumtragen laßt, bis es endlich selbst anfangt, Gras zu fressen. Das Känguruh lebt in Gesellschaft von 30 bis 40 Stück beisammen, und ist ein scheues, furchtsames, aber ganz unschädliches Thier. Es ist sehr schnell und macht Sprünge von 8 bis 10 Fuß. Sein Fleisch wird gegessen und soll dem Hirschfleische ähnlich sein. Das A g u L i HO a s ^ ii r o o 1 n gleicht in seinem Baue und der Lebensart dem Meerschweinchen. Es bewohnet Brasilien und Guiana, läßt sich leicht zahmen, und wird auch häufig gegessen. Das Lama, oder die Giraffe der neuen Welt. Äas Lama, oder die Kameelziege, welches auch Glama oder Lacma genannt wird, hat die meiste Aehnlichkcit mit dem Kamcele, 14 unterscheidet sich aber von diesem durch den Mangel des Höckers. Es wird ungefähr 4 Fuß hoch und 6 Fuß lang. Der Schwanz ist bei 9 Zoll lang. Die Haut ist auf dem Rücken und an den äußeren Seiten der Lenden mit kürzerer, an den Seiten aber und unter dem Bauche mit längerer Wolle besetzt, die gewöhnlich dunkelbraun, seltner weiß gefleckt ist. In der Farbenzeichnung variirt das Lama sehr, besonders im gezähmten Zustande. Südamerika ist das Vaterland dieses Thieres, das zu Hunderten in Gesellschaft beisammen lebt. Sie halten sich nur in gebirgigen Gegenden auf, und steigen oft über die Schneegränze. Sie nähren sich nur von Vegetabilien und sind leicht zu zahmen. In Amerika wird es zum Lasttragen verwendet. Die wilden werden der Wolle und des Felles wegen gejagt. Erstere benutzt man ihrer besondcrn Feinheit wegen zu allerlei Zeugen, letzteres wird gegerbt und zu Schuhen, Pferdegeschirren rc. verarbeitet. Das Fleisch des Lama wird häufig gegessen und soll vortrefflich schmecken. Das hier befindliche Exemplar ist unstreitig eines der schönsten, das je in Europa zu sehen war, und verdient gewiß in jeder Beziehung die höchste Aufmerksamkeit, um so mehr, als es noch wenige von den Eigenthümlichkciten des Thieres im wilden Zustande verloren hat, und doch dabei eine so vollkommene Dressur im Trapp, Galopp und Traversiren angenommen hat, wie man sie sonst nur dem Pferde beizubringcn im Stande gewesen ist. Die edle Haltung der Körpers und das ungemein schöne, lange und glänzende Haar, zwischen welchem die äußerst feine dichte Wolle liegt, machen dieses Thier zu einer der angenehmsten Erscheinungen der Lhierwelt. Es ist von den Anden von Chili. Das Zebra oder afrikanische Tigerpferd. (Lcjuus ) Hengst und Stute. Unter allen vierfüßigen Thieren ist wohl keines zierlicher gestaltet und schöner geschmückt, als das Zebra. Die in's Gelbliche spielende Weiße des Felles, mit der Regelmäßigkeit in der Anordnung der schwarzen etwas in's Braune schillernden Streifen geben dem Thiere ein sonderbar schönes Ansehen, und die Zierlichkeit des Wuchses, in welchem die Rave des Pferdes mit der des Hirsches verschmolzen scheint, ist "von unbeschreiblicher Anmuth. Das Zebra ist kleiner, als das gewöhnliche Pferd und größer als der Esel, gehört aber weder zu der einen noch der andern Gattung, sondern es macht eine ganz eigene Art für sich aus. Es paart sich auch, so viel bekannt, mit keiner von beiden, so viele Versuche man auch deshalb gemacht hat. Die hier befindlichen Exemplare sind Männchen und Weibchen. Ihr Vaterland ist in den südlichsten und östlichsten Gegenden von Afrika, von Actiopien bis an das Vorgebirge der guten Hoffnung, und von da bis nach Congo; sonst werden sie nirgends in der Welt gefunden. Man schilderte das Zebra bisher als ein höchst wildes, unbändiges und schwer zu zähmendes Thier, die, welche sich in meiner Menagerie befinden, sind aber sehr zahm geworden, und haben ihre ursprüngliche Wildheit ganz abgelegt. Es ist oben gesagt worden, daß sich das Zebra weder mit dem Pferde noch dem Esel paare, doch hat man in England den Fall sich ereignen sehen. Herr Daubenton bekam im Jahre 1777 am 2. Marz von Herrn Allamand aus Leiden einen Brief, worin dieser die höchst merkwürdige und höchst sonderbare Nachricht mittheilt, welche auch der Lord Pitt bestätigt, daß Lord Elive, als er aus Indien nach England zurückkam, und ein weibliches Zebra, welches er am Kap geschenkt bekommen, mitgebracht hatte, gern mit einem Esel habe paaren lassen. Das Zebra aber habe sich den Esel nicht wollen nahe kommen lassen, weshalb der Lord Elive auf den Einfall gekommen sei, den Esel mit gewöhnlichen Malerfarben als ein Zebra anmalen zu lassen, wodurch das Zebra betrogen ward, die Begattung von statten ging und ein Füllen darnach geworfen ward, welches sder Mutter völlig gleich war. Der Kwagga, welcher auch in Afrika lebt, mit dem Zebra viele Aehnlichkeit im Körperbau hat, und in der Zeichnung des Felles nur in sofern mit demselben übereinkommt, daß die Streifen bloß den Kopf und Hals schmücken, und in der Gegend des Bauch's verschwinden, wird für einen Bastard der wilden weißen afrikanischen Pferde mit dem Zebra gehalten. Auch weicht es in der Farbe von diesem gänzlich ab, indem der Grund des Felles dunkelbraun, die Streifen aber ebenfalls schwarz sind. Das weißschwänzige Gnu. (^.uliloxe 1a uri na.) Echon langst ist das Gnu des südlichen Afrika's als eine der merkwürdigsten Arten der großen Gattung der Antilopen betrachtet worden, indem es den zierlichen Bau dieser Thiere mit einer Größe des Gehörns, mit einer Kraft des Halses und Nackens und mit einer Kopfform verbindet, wie sie nur Thieren vom Rindcr- geschlecht eigen zu sein pflegen, und indem es dazu noch durch 16 die Mahne und den langbehaarten Schwanz, so wie durch die Gestalt des ganzen Hintertheils dem Pferde ähnelt, also in allen diesen Beziehungen eine der interessantesten Mittclformen zwischen drei ausgezeichneten Saugethier-Gattungen darstellt, so daß man sie bald (mit den afrikanischen Colonisten) das wilde Rind, bald das gehörnte Pferd, bald die Büffel-Antilope genannt hat. Daher waren auch die wenigen Thiere dieser Art, die man lebend in Menagerien vorzcigte, jederzeit der Gegenstand der aufmerksamsten Betrachtung sowohl der Naturforscher, als des weniger unterrichteten Publikums. Das gegenwärtige Exemplar jedoch hat eine ganz besondere Merkwürdigkeit, indem cs sich von den bisher gesehenen wesentlich unterscheidet und eine zweite neue Art des Gnu darstellt, von welchen einige neuere Reisende im südlichen Afrika (Lichtenstein und Burchcll) zwar vorläufige Notiz gegeben hatten, die aber bis jetzt noch von Keinem genauer beschrieben war. Sie unterscheidet sich nämlich von dem gemeinen Gnu durch die mehr in einer Ebene liegende Krümmung des Gehörns, durch die weiße Farbe der Mähne und des Schwanzes und durch die zweizeilige (fast einen Fächer bildende) Stellung des langen Haares an dem letzteren. Auch ist sie, wie schon jene Reisenden angcbcn, nicht in der Cap-Eolonie, sondern nur in den erst neuerlich bereisten inneren Gegenden Süd-Afrika's, die von den Bcetjnana- Stämmen bewohnt werden, anzutreffcn und gehört selbst dort zu den seltneren Thieren. Nach Art der gemeinen Gnu's halten sich auch diese in kleinen Rudeln von io bis 12 Stück beisammen und zeigen, wenn sie verfolgt werden, eine besondere Behendigkeit in hohen muthwilligen Sprüngen mit gekrümmtem Hals und seitwärts gebogenem Kopfe, ganz wie sie die Thiere vom Ziegen- geschlecht zu machen pflegen. Das lebhafte Auge, mit einem Kreis langer abstehender Borsten umgeben, der kräftige breitsckmauzige Stierkopf, der schön gebogene stets stoßfertige Nacken und die breiten, mit den Spitzen nach vorn aufwärts gekrümmten Hörner geben diesem Thiere einen Ausdruck von Wildheit, der sonst an Wiederkäuern nicht leicht wahrgenommen wird. In der That ist es auch schwer zu behandeln und außer dem Käsig nur mit Mühe, von zwei starken Männern an den Hörnern gehalten, zu bändigen. Es besucht wohl Niemand meine Menagerie, der nicht mit besonderem Wohlgefallen bei diesem schönen Thiere verweilte. Ein Giugaschu. Auch dieses gehört in das Geschlecht der Maki's, cs ist: ( I, o NI u r k I n V n 8. ) Der Maki mit dem Wickelschwanz. Aas Thier lebt auf den Gebirgen von Jamaica und ist ein zahmes und kurzweiliges Geschöpf, das sich gern mit dem Schwänze aufhangt. Der Kopf ist breit, die Ohren weit von einander, kurz breit und etwas hangend. Die Füße sind in fünf vorwartsstehende mit breiten etwas gebogenen Klauen bewaffnete Zehen gespalten. Der Schwanz ist fast so lang wie der Leib, und die Spitze desselben zum Umwickeln und Anhalten gemacht. Das Haar ist kurz, weich und glanzend, die Farbe gelb mit Schwarz vermengt. Die Länge des Thieres betragt 19 englische Zoll. Die ächte Zibethkatze. (Viverra 6 iv 611 a. ) Äie hohe Mahne des Rücken und Schwanzes und die regelmäßige Zeichnung sind die Merkmale, wodurch sich dieses, die achte Zibeth- cLubstanz liefernde Thier von seinen weniger seltenen Gattungs- Bcrwandten unterscheidet. Der Sack, in welchem diese Substanz erzeugt wird, liegt am Hi'ntcrtheil des Leibes und ist so geräumig, daß sich von Zeit zu Zeit eine gewisse Menge derselben darin- sammelt. Man pflegte daher vormals, als von dem Zibcth noch arzneilicher Gebrauch gemacht ward, solche Thiere zu halten, um von ihnen den Zibeth einzusammeln. Es ist in den heißen Gegenden Afrika's zu Hause. Die Ge nette. §^ie Genette steht der vorigen an Größe bei weitem nach. Sie hat einen spitzigen Kopf, einen schlanken Leib und sehr kurze Beine. Ihr Fell ist mit dichten feinen Haaren besetzt. Die Grundfarbe desselben ist aschgrau, mit regelmäßigen schwarzen Flecken. Der 2 lange Schwanz ist schwarz und grau geringelt. Auf dem Rücken laufen die schwarzen Flecken so dicht zusammen, daß sie beinahe einen Längsstreifen bilden. An demselben Orte, wie bei der Zibeth- katze, hat auch die Genette einen Beutel, in welchem sich ebenfalls eine Art von Zibcth sammelt, der aber bei weitem schwächer riecht, als der wahre Zibcth. Sowohl in der äußeren Bildung als in der Lebensweise hat die Genette vieles mit dem Steinmarver gemein. Sie ist wild, läßt sich aber doch leicht zähmen. Ihr Vaterland ist die Berberei. Feuchte niedrige Gegenden sind ihr Aufenthalt. Dem Federviehe stellt sie eben so eifrig nach, als der Marder, doch verachtet sie auch Mäuse und Ratten nicht. Man hält sie zu diesem Behufs in einigen Gegenden der Türkei als Hausthier. Die Felle werden wegen ihres seinen und weichen Haares vorzüglich gesucht. Der große Mandrill. s^aziio iVI a i'in o n.) Die größte und schönste Art der Paviane in einem vortrefflichen ausgewachsenen männlichen Exemplare von ungewöhnlicher Kraft. Die rothe Nase zwischen den faltigen blauen Backen, die schöne Farbe des Haars und das starke Gebiß verdienen vorzügliche Beachtung. Früher nannte man es den Waldteufel. Der weißohrige Seidenaffe ( II aziaIe I n e a Ir n s ) ist einer der kleinsten Affen, die man kennt. Sein Vaterland ist Südamerika. Die langen weißen Haarbüschel an den Ohren geben diesem Affen ein sonderbares Anfchen. Im Gebrauche seiner Hände ist er ungeschickt, er klettert aber leicht. Der braune Pavian ( i? azrio 8 zi Ir irrx ) ist ein Bewohner des südlichen Afrika's. Sein Fell ist auf dem Rücken röthlichbraun, am Bauche schmutzig weißgelb. Die Hände sind schwarz. Dieser Affe ist stark, lebhaft und behende. Jung ist er sehr artig und unterhaltend, alt aber, böse und wild. 19 Der Eemms/ der dreizehige Strauß. §)ieser Vogel ist der neuholländische Strauß, kommt aber mehr mit dem Kasuar als mit dem Strauße überein. In Brasilien lebt ein diesem sehr ähnliches Thier, welches dort Nhanda Guacu und bei andern Indianern Nandu, in Guajana aber Thouyouyou genannt wird, mit dem er nicht verwechselt werden darf. Er hat 3 Zehen, der afrikanische Strauß hat nur 2. Der Schnabel ist nicht Kegelförmig, sondern horizontal flach, an der Spitze etwas rund, er hat weder Kamm nocb Kchllappen wie der Kasuar, und ist kleiner, wie der gewöhnliche Strauß, aber größer als der amerikanische. Der Hals ist 2 Fuß lang, mit grauen Federn besetzt, er hat keine eigentliche Flügel, und ist zum Fliegen nicht geschickt, er hat wie der Kasuar keinen Schwanz, doch hat der Steiß lange hervorragende Federn; die Augen sind schwarz, die Nägel dick, schwarz und stumpf, und seine Lebensart kommt mit dem des Kasuars überein. Die Schriftsteller nennen ihn auch Emcu. Der bengalische Kasuar. (Easuarius ü un e u. ) Vcr Kasuar, welcher nach dem Strauße der größte bekannte Vogel ist, bewohnt Ost-Indien und die Inseln des indischen Archipels. Die Kasuare sind aber bei weitem nicht so zahlreich, als die Strauße. Seinen Kopf ziert ein hornartiger Helm von ungefähr 3 Zoll Höhe. Den Hals bekleidet eine fleischige, nützliche, roth und azurblau gefärbte Haut mit zwei langen herabhängcnden röthlichen Flcisch- lappcn. Die Flügel bestehen aus bloßen Federkielen ohne Wart. Jeder Flügel hat fünf dergleichen Kiele, wovon der mittlere der längste ist. Die Federn sind auch von besonderer Art, denn es entspringen aus einem Stamme zwei Kiele, und die Bartfasern ähneln Pferdehaaren. Die längsten hängen über den Bürzel herab, und vertreten die Stelle eines Schwanzes. Die Lenden sind bis an die Knice mit Federn besetzt. An den starken Füßen stehen drei vorwärts gerichtete Zehen, womit er, wie der Strauß, heftige Schlage versetzen kann. 20 Der Pelikan. (1? 6 t 6 e n II II 8 o II o L I o 1 n I II 8.) Der Pelikan oder die Beutelgans, Kropfgans, ist der größte bekannte Schwimmvogel, denn er ist beinahe noch einmal so groß wie der Schwan; doch sind nicht alle von gleicher Größe. Er ist vorzüglich merkwürdig wegen des großen häutigen Sackes oder Beutels, der ihm am Unterkiefer und unter der Kehle hangt. Dieser Sack ist so ausdehnbar, daß er wohl 30 Pfund Wasser einnehmen kann, und größer wird als ein Menschenkopf. Der Schnabel hat eine Lange von 15 bis 18 Zoll. Fast den ganzen Leib bedeckt ein blaß röthlichwcißes Gefieder, welches im Sommer die Farbe erhöht. Die großen Schwungfedern sind schwarz, und um die Augen zeigen sich federlose Stellen. Am Hintcrkopfe hangt ein "ziemlich langer Federbüschcl herab. Die großen Schwimmfüße sind gelb. Dieser Vogel lebt sehr lange, man hat Beispiele, daß man Pelikane in der Gefangenschaft über 80 Jahre am Leben erhalten hat. Ihre Stimme gleicht fast dem Geschrei des Esels. Ihr Aufenthalt ist Afrika und die wärmeren Gegenden von Europa. Ihre Nahrung besteht in Fischen, welche sie nicht sowohl durch ihre Behändigkeit und Geschicklichkeit im Tauchen fangen, als vielmehr durch das plötzliche Geräusch, welches sie machen, indem sie sich von oben herab in das Wasser stürzen. Sie schlagen daher stark mit den Flügeln, und betäuben die Fische, welche sich sodann in die Buchten gegen die Küste flüchten, und dadurch leicht eine Beute ihrer Verfolger werden. >— Hier füllen sie nun ihren Kropf und Sack reichlich mit Fischen an, verzehren viele selbst, oder tragen solche, wenn sie Junge haben, denselben in's Nest. Dieses Nest bauen sie landeinwärts mehrere Meilen vom Gestade. Eigentlich machen sie kein künstliches Nest, sie scharren nur eine Hölung in die Erbe, und legen da 3 bis 4 auch wohl 5 Eyer, hinein. Wenn die Jungen ausgcbrütet sind, so holen sie fleißig Fische aus den nächsten Gewässern; und da sie dieselben in ihrem Beutel nach dem Neste tragen, und die Jungen ans demselben füttern, auch häufig vom herabtriefenden Blute der Fische befleckt sind, so entstand die Fabel, daß sich der Pelikan die Brust aufhacke und seine Jungen mit seinem eignen Blute nähre. Auch die Fische, welche der Pelikan selbst verzehrt, trägt er erst eine Zeitlang im Kropfe bei sich, ehe er sie in den Magen herabläßt. 21 Zwei Kronkraniche oder Königsvögel. (dreien Davoiria, Pfauenreiher.) Dieser Vogel wohnt in Afrika am>Cap und an der Küste Guinea; es ist ein sehr schönes und prachtvolles Thier. Die Farben dieser Vögel sind manchen Verschiedenheiten unterworfen. Die Mohren stecken die Schwanzfedern derselben als Zierrath ringsherum auf ihren Bund. Der Kopf dieses Vogels ist mit einem gerade in die Höhe gehenden gelben Busch geziert, der aus feinen Fasern besteht, die einen sehr niedlichen Bart haben. Die Seiten des Kopfes sind kahl, weiß, und an der Kehle sind ein paar rothe Lappen; das Uebrige des Kopfes ist schwarz. Die Deckfedern der Flügel sind weiß, die kleinen Schwungfedern kastanienbraun, die großen Schwungfedern aber nebst den Nuderfedcrn schwarz. Der hechtrüffelige Krokodil Autor Du ei ns) ist durch den kurzen, vorne abgestumpften, plattgedrückten Rüssel von allen übrigen Krokodilen unterschieden. Er halt sich in Flüssen und Seen in den südlichen Provinzen von Nord-Amerika auf, und erreicht eine Lange von 14 Fuß. Seine Nahrung besteht in Fischen, Vögeln und Saugethieren. Auch dem Menschen wird er bisweilen gefährlich. Das Weibchen legt die Eier, welche ungefähr die Größe von Truthuhn-Eyern haben, in den Sand an den Ufern der Flüsse und Seen, und läßt sie durch die Sonnenhitze ausbrütcn. Viele von den Jungen werden ein Raub großer Fische, ja selbst der alten ihrer eigenen Art. Den Winter bringen sie in Erstarrung zu, und wachen erst wieder bei eintretender Sonnen- wärme auf. Häufig geben sie ein dumpfes Gebrüll in abgerissenen Tönen von sich. Ungeachtet des starken Moschusgeruches, welchen das Fleisch derselben besitzt, werden sie in ihrer Heimath von den Ur-Einwohnern gegessen. Die hier befindlichen Exemplare sind aus dem Missisippi. 22 Der tigersleckige Python, oder die asiatische Riesenschlange. Ilion Di Avis.) Von dieser schönen Schlange, welche rücksichtlich ihrer Farbe und Zeichnung, unendlich viele Abänderungen erduldet, finden sich hier jene beiden schönen Varietäten, welche man mit den Benennungen Abgotts- und Brillantschlange belegt. Das Vaterland dieser Schlange ist Ostindien. Ihre Größe beträgt 15 bis 16 Fuß. Der Biß derselben ist keineswegs zu fürchten, wobl aber kann diese Schlange durch ihre Kraft gefährlich werden. Ihre Nahrung besteht in kleineren Säugethicrcn, die sie mit besonderer Schlauheit zu erhaschen weiß, erwürgt und dann verschlingt. Hat sic einmal Nahrung genommen, so kann sie lange, ja selbst Monate aus- halten, ohne etwas zu sich zu nehmen. Die unverbundene Unterkinnlade, welche dieses Thier mit allen eigentlichen Schlangen gemein hat, gestattet die große, ja beinahe unglaubliche Ausdehnbarkeit des Rachens, so, daß man es für unmöglich halten würde, daß dieses mit einem verhältnißmäßig so kleinen Kopfe begabte Thier, so große Gegenstände verschlingen könne. Die eigentliche große Boa. (Aie unterscheidet sich durch die tief blauschwarzen winkligen Felder, die auf dem Rücken durch die helleren Oucrlinicn gebildet werden. Dieses sehr schöne und große Eremplar hat während der letzten Wochen 33 Kaninchen in 11 Tagen verzehrt und ist im merklichen Wachsthum begriffen. Die A n a c o n d a. Der vorigen sehr ähnlich, aber die rautenförmigen Felder des Rückens haben in der Mitte eine hellere Färbung und sind nur blauschwarz eingefaßt. Auch diese ist unter sorgfältiger Behandlung nach langem Fasten hier gefräßig geworden und hat sich wie die vorige mehrmals hinter einander gehäutet. Das Chamäleon. (I, a c 6 rt kl (H Ii a III kl 61 o o II. ) Der Name dieses Thieres ist so berühmt und berüchtigt, daß er wohl den meisten Menschen bekannt ist. Als Bezeichnung niedriger verdächtiger Schmeichler, oder Menschen, denen es am eignen festen Charakter mangelt, und die jede beliebige Maske nach Umstanden vornehmen, ist der Name im täglichen Gebrauch; nicht alle Menschen aber wissen, daß das Chamäleon eine friedliche, unschädliche Eidechse ist, die, in hohem Grade furchtsam und wehrlos, Niemandem Leides zufügt. Man hat viel Fabelhaftes von diesem Thjerchen erzählt, so daß am Ende ein wunderliches Geschöpf der Einbildung entstand, welches mit dem wahren Chamäleon nichts mehr gemein hatte. Sein Vaterland ist in allen warmen Ländern der alten und neuen Welt in Mexiko und Afrika, am Vorgebirge der guten Hoffnung, Ceylon, Amboina und andern Orten. Seine eigentliche Farbe zu bestimmen, hält schwer, denn die Mannigfaltigkeit seines Farbenwechsels ist wirklich bewundernswürdig und auch der Grund seiner Berühmtheit, und scheint vom Clima, Alter und Geschlecht abzuhängen. Im Allgemeinen läßt sich vielleicht die graue Farbe, bald Heller, bald dunkler, bald mehr oder weniger fahl und bleich, als die Grundfarbe annehmen. Hat das Thier eine Weile im Schatten gesessen, so werden die kleinen Körner in der Haut bisweilen blaßroth, setzt man cs in die Sonne, so ändert sich die Farbe, und wechselt in allen Couleuren und Abstufungen, wie gelb, weiß, grün, schwärzlich. Man findet diese Lhiere von sehr verschiedenen Größen; die größten sind nicht über 14 Zoll lang. Der Kopf ist oben und an den Seiten abgeplattet, zwei erhabene Kanten laufen von der Schnauze rund über die Augen hin, und vereinigen sich hinter dem Kopfe in eine Spitze; hier treffen sie auf einer dritten Erhöhung, die vom Scheitel, und auf zwei andere, die von den Mundwinkeln Herkommen; alle fünf zusammen bilden eine Art von Hut oder fünfseitige Pyramide, deren Spitze nach hinten gekehrt ist. Der Hals ist sehr kurz. Das Maul ist bis über die Kinnladen hinaus gespalten, die Augen sind groß und sehr hervorstehend, und haben keine für sich beweglichen Augenlieder, sondern eine chagrinartige Haut, die auf dem Auge scstsitzt, und den Bewegungen desselben folgt; sie ist in der Mitte horizontal gespalten, und man sicht durch die Oeffnung einen sehr lebhaften, glänzenden, goldfarben eingefaßten Augapfel. Es giebt Wohlsein Thier, dessen Gesichtssinn so scharf wäre, als der des Chamäleons; diese Schärfe und Feinheit würde aber in dem blendenden Lichte des Clima's in dem es wohnt, zu Grunde 24 gehen, wenn die Natur sie nicht durch diese erwähnte Vorrichtung geschützt batte. (Es ist merkwürdig, daß die Lappländer und mehrere nördliche Völker eine ähnliche künstliche Vorrichtung ersonnen haben, um ihre Augen vor der Blendung durch den Schnee zu sichern, indem sie ein gespaltenes Stückchen Fichtenholz vor das Auge binden.) Es kann auch jedes Auge abgesondert von dem andern bewegen und dadurch einen sehr großen Raum auf einmal übersehen. Die Zunge des Chamäleons ist rund, wohl 5 bis 6 Zoll lang, und endigt sich in einen dicken Knoten; sie ist mit einem klebrigen Schleim überzogen, und das Thier schießt sie so schnell hervor, daß die Insekten, nach welchen cs trachtet, selten entwischen. Es hat an jedem Fuß fünf lange, krumme und scharfe Krallen zum Klettern; seinen langen und starken Schwanz gebraucht es dabei wie einen Wickelschwanz ebenfalls zum Festhalten an den Baumästen. Es kann sehr lange, fast ein Jahr lang, ohne Nahrung leben, welcher Umstand zu dem Wahn Anlaß gegeben, als lebe es von der Luft. Es legt 9 bis 12 Eyer. Im kalten Klima ist es schwer am Leben zu erhalten und stirbt bald. Eine grosse Vögelsammlung/ in welcher folgende Arten befindlich sind. 1. Der große rothe Ara (?sittacnis lVIaeao), aus Brasilien. Zwei schöne Exemplare. 2. Der blaue Ara (I^sittucus ^rararma), aus Brasilien. 3. Der grüne Ara (?sittacnrs militari«), aus Brasilien. 4. Der rothstirnige Ara (psittacrrs lUi^eri), aus Brasilien. L. Der goldstirnige Ara-Sittig (ksittamis amicapillus), aus Brasilien. 6. Der bunte Ara-Sittig (?8it1amw versieolor), aus Guiana. ' 7. Der einfache Alexander (lUsittacms torcjnatns), aus Bengalen. 8. Der Doppel-Alexander (ksittacnrs ^lexamlri), aus Ceylon. 9. Der Glanz-Sittig (?sitlac:ns Imematockus), aus Ost-Indien. 10. Der Pennant'schc Lory (?sitlaLus kemrarrlii), aus Neuholland. 25 11 . Der bunte Parkit (I'sittaeus eximiu«), aus Neuholland. 12 . Der Jnseparable-Papagcy (1'sinaous xullarlns), aus Guinea. 13. Der graue Papagey (ksitiacus eriillaaus), aus Angola, in vielen Exemplaren. 14. Der Amazonen Papagey (psittacus ae8iivus) aus Brasilien. 15. Der weißkopfige Papagey (ksittaous iLucooe^lralus), aus St. Domingo. 16. Der rothhaubige Kakadu (?sinacus moluecensis), von den Molucken, in fünf Exemplaren. 17. Der Helm-Kakadu (I>sitiaen5 Aaleaius), aus Neuholland, ebenfalls fünf Exemplare. 18 . Der gelbhaubige Kakadu (?sitiaLu§/sulirlmren«), von den Molucken. 19. Der Gesellschafts-Fink (krin^illa ^manckava), aus Bengalen. 20 . Der Llciskernbeißer (Hoxin or^Livora), aus Java. 21 . Der weißköpfige Kernbeißer (I.oxia Masa), aus Java. 22. Der schwarzbrüstige Kernbeißer (I^oxin malaeca), aus Java. 23. Der Dominikan - Kernbeißer (I,oxin ckciniiniLana), aus Brasilien. 24. Der Lacschnabcl-Kernbeißer. 25. Die rothhalsigen Kernbeißer. 26. Die blau-schwarzen Kernbeißer. 27. Zwei brasilianische Hookoshühner; diese Art Vögel wurden selten in Europa gesehen. 28 . Der Paradiesvogel (^.vis ik'arack^iaoa). 29. Der Feuervogel. 30. Der Muscatvogel. 31. Die kleinen Bengalisten. ' ' 32. Die blauen Königsvögel. Und noch eine große Anzahl anderer Vögel. I rr h a l t s - V e r z e i ch n i ß. §)ie nord- und südafrikanische Löwenfamilie. Mer bengalische oder Königstiger. Die Unze .. Der Leopard. Der Cuguar oder Löwcntigcr. Die gefleckte Hyäne. Die gestreifte Hyäne. Die Pantherkatze. Der weiße oder Eisbar. Der Schakal. Zwei Makako-Katzen. Der weiße Fuchs. Das große Känguruh oder Beutelthier. Das Aguti. Das Lama, oder die Giraffe der neuen Welt. Das Zebra, oder afrikanische Tigerpsecd. Das weißfchwänzige Gnu.. Ein Giugaschu. Die ächte Zibethkatze. Die Genette. Der große Mandrill. Der weißohrige Seidenaffe. Der braune Pavian.. Der Ecmius, der dreizehige Strauß. Der bengalische Kasuar. Der Pelikan. Zwei Kronkraniche oder Königsvögel. Der hechtrüsselige Krokodil... Der tigerflcckige Python. Die eigentliche große Boa. Die Anaconda...- Das Chamäleon. Eine große Bögelsammlung. Seite 2 6 7 8 S 1 » 1t 12 13 14 1.5 17 18 20 21 23 24