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Der Pelikan.
(1? 6 t 6 e n II II 8 o II o L I o 1 n I II 8.)
Der Pelikan oder die Beutelgans, Kropfgans, ist der größtebekannte Schwimmvogel, denn er ist beinahe noch einmal so großwie der Schwan; doch sind nicht alle von gleicher Größe. Erist vorzüglich merkwürdig wegen des großen häutigen Sackes oderBeutels, der ihm am Unterkiefer und unter der Kehle hangt.Dieser Sack ist so ausdehnbar, daß er wohl 30 Pfund Wassereinnehmen kann, und größer wird als ein Menschenkopf. DerSchnabel hat eine Lange von 15 bis 18 Zoll. Fast den ganzenLeib bedeckt ein blaß röthlichwcißes Gefieder, welches im Sommerdie Farbe erhöht. Die großen Schwungfedern sind schwarz, undum die Augen zeigen sich federlose Stellen. Am Hintcrkopfehangt ein "ziemlich langer Federbüschcl herab. Die großenSchwimmfüße sind gelb. Dieser Vogel lebt sehr lange, man hatBeispiele, daß man Pelikane in der Gefangenschaft über 80 Jahream Leben erhalten hat. Ihre Stimme gleicht fast dem Geschreides Esels. Ihr Aufenthalt ist Afrika und die wärmeren Gegen-den von Europa. Ihre Nahrung besteht in Fischen, welche sienicht sowohl durch ihre Behändigkeit und Geschicklichkeit im Tau-chen fangen, als vielmehr durch das plötzliche Geräusch, welchessie machen, indem sie sich von oben herab in das Wasser stürzen.Sie schlagen daher stark mit den Flügeln, und betäuben dieFische, welche sich sodann in die Buchten gegen die Küste flüchten,und dadurch leicht eine Beute ihrer Verfolger werden. >— Hierfüllen sie nun ihren Kropf und Sack reichlich mit Fischen an,verzehren viele selbst, oder tragen solche, wenn sie Junge haben,denselben in's Nest. Dieses Nest bauen sie landeinwärts mehrereMeilen vom Gestade. Eigentlich machen sie kein künstliches Nest,sie scharren nur eine Hölung in die Erbe, und legen da 3 bis 4auch wohl 5 Eyer, hinein. Wenn die Jungen ausgcbrütet sind,so holen sie fleißig Fische aus den nächsten Gewässern; und da siedieselben in ihrem Beutel nach dem Neste tragen, und die Jun-gen ans demselben füttern, auch häufig vom herabtriefenden Bluteder Fische befleckt sind, so entstand die Fabel, daß sich der Pelikandie Brust aufhacke und seine Jungen mit seinem eignen Blutenähre. Auch die Fische, welche der Pelikan selbst verzehrt, trägter erst eine Zeitlang im Kropfe bei sich, ehe er sie in den Magenherabläßt.