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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
Entstehung
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in die er aber seiner ganzen geistigen Beanlagung nach, gar nicht hinpasste, aber um sein Lebenzu fristen, Sklavendienste tun musste.

Jahrelang schrieb Lenz regelmässig wenn wir nicht irren von 1863 an, für dasJournal de St. Petersbourg die Berichte über das französische Theater,wozu ihn nach P.v. Kügelgen 1. c.seine genaue Kenntnis der französischen Literatur und Bühne in hervor-ragender Weise befähigte. Ebenso verfolgte er die hervorragenden Erscheinungen des russischenNationaltheaters uud schrieb Konzertberichte, die in Fachkreisen auch heute (1883) noch nicht ver-gessen sind. Dann arbeitete Lenz von 1873 ab für die deutscheSt. Petersburger Zeitung überdieselben Fächer, wie von Zeit zu Zeit auch für die rassischeSt. Petersburger Wedomost. DieEigentümlichkeiten, resp. Konstruktionen dieser drei Sprachen gingen aber in seinen Styl über, jenachdem er französisch dachte und deutsch schrieb, oder deutsch dachte und russischschreiben sollte, was namentlich bei der Hast, wie journalistische Berichte in kurzer Zeit abgefasstsein müssen, verzeihlich ist, und doch nicht verziehen wird.

Im Jahre 1868, nachdem er seinen Abschied aus dem Staatsdienst erhalten hatte, war erwiederum im Ausland, besonders lange Zeit in Berlin, wo er u. A. Karl Tausigs persönliche Be-kanntschaft machte, dem er ein interessantes Bild der Erinnerung in seinem WerkeDie grossenPianofort-Virtuosen (Berlin 1872, S. 51 ff.) weihte.

Zwei Jahre darauf, es war im Dezember 1870, sass er in seinem Zimmer in St. Peters-burgund strickte an dem Strumpfe wie er sich originell in seiner Abhandluug:DasBeethoven-Jubiläum in Wien (Balt. Monatsschrift, 1875 Bd. 24 S. 139 ff.) ausdrücktseinerZeitungsartikel, als ereine Einladung vom Beethoven Fest-Comite aus Wien erhielt.Der Kaiser Alexander II. bewilligte ihm die Reisemittel aus besonderer Gnade, während seinFreund Alex. Serow als Deputierter des Petersburger Konservatoriums mit ihm die Reise antrat.Der Kaiser von Oesterreich ehrte sein Erscheinen, wegen seiner einzig dastehenden Verdiensteum Beethoven, mit dem Comthurkreuz des Franz-Josephs-Ordens, das er ihm eigenhändig mit denWorten überreichte:Nicht ich, sondern Beethoven spricht Ihnen hierdurch seine Anerkennungaus! Das war geschehen, nachdem Lenz am 20. Dezember 1870 auf dem Fest-Banket seineberühmte philosophische Rede über Beethoven gehalten hatte, diein nuce den Ideengang seinersechsbändigen Kunststudie über Beethoven umfasste und zum Teil in derBaltischen Monatsschrift1875 wieder abgedruckt wurde.

In derselben feiert er Beethoven als denBeherrscher des instrumentalen Begriffsder Welt, dessen Instrumentalmusik sich vollständig von allem Instrumentalen vor ihm alsetwas Suveraines abhebt; wie etwa, um durch ein Beispiel kurz und hoffentlich klar den Kernder Sache zu treffen, das Musik-Drama (Kunstwerk der Zukunft) Richard Wagners sich voll-ständig von den Opern vor ihm als etwaB ganz Besonderes absondert.

Hierbei muss bemerkt werden, dass Lenz durch sein congeniales Mitfühlen für Beethovendas Verständnis für dramatische Musik abging. In Folge dessen sind seine Urteile über Mozartund Richard Wagner etwas hart, was ihm aber nicht als Böswilligkeit anzurechnen ist, sonderneine in seiner Natur begründete Schwäche war. Er war eben ein Epiker wie Beethoven, keinDramatiker wie Wagner. Ein musikalisch beanlagterPhilosoph, kein musikalisch beanlagter Poet;darum sind auch seine Musikwerke längst vergessen. Philosophieren konnte er geistreich, aberdichten nicht.

Dieses Ereignis in Wien, war der letzte Lichtpunkt in seinem Leben. Seit dieser Zeitging es rapid abwärts mit seinem Leben und Wirken. Besonders seit dem März 1879 wurde erimmer leidender und so zog er sich bald ganz aus dem öffentlichen Leben zurück. Die letzten Zeilen,