Der Goethe-Stammbaum.
In meinem Werke „Lenz in Livland“ (1878) S. 77 Anm. 93 hatte ich auch einen Goethe-Stammbaum zu liefern versprochen. Als Pendant zum Lenz-Stammbaum sollte er nur beweisen,wie wenig stichhaltig die Malthus’sche Uebervölkerungs-Theorie für Familien-Geschlechter ist, ausdenen sich doch überall die Völker zusammensetzen. Der vorliegende Goethe-Stammbaum zeigt,dass dieses rheinländische Familien-Geschlecht schon in der 4. Generation als ausgestorben zu be-trachten ist. Das spricht eine so deutliche Sprache gegen die Uebervölkerungs-Theorie, wie wirdas schon beim Lenz-Stammbaum gezeigt haben, welchem Stamm in der 7. Generatien dasselbeSchicksal droht, als livländischer Zweig der Familie Lenz gewesen zu sein. Dem einem berühm-ten Mann zu Liebe, den dieser rheinländische Goethe-Stamm aufweist, haben wir uns dieser müh-samen Arbeit unterworfen. Bereits im Jahre 1879 schenkte ich dem „Freien Deutschen Hochstift“,ein dem vorliegenden fast gleichen Goethe-Stammbaum. (Vgl. „Deutsche Bade-Zeitung Union“.Frankfurt a/M. v. 1. April 1879 Nr. 782). Der Stammbaum ist hier ergänzt durch das Todes-datum der beiden letzten Träger dieses Namens, der Freiherren von Goethe und durch die weib-lichen Glieder der Goethe-Hoppeschen Descendenz. Im Uebrigen hatte ich das Resultat von 1879nicht zu ergänzen. Der ausgestorbene Goethe-Stamm in der Form einer Insel gibt uns ein Bild,wie bald auch der Stammbaum des livländischen Zweiges der 'Familie Lenz abschliessend zuzeichnen, sein wird.
Die Genealogie der Familie Goethe legte nach mir Dr. L. Holthof 1885 in einem Vor-trag dem Freien Deutschen Hochstift mit einer genealogischen Tafel nach seiner Zusammenstellungvor, die er, in der von ihm herausgegebenen „Kleinen Chronik“ 1885 Nr. 42 veröffentlichte. (Nachden „Berichten des Freien Deutschen Hochstiftes“ 1885 S. 63.) Diese Arbeit ist mir unbekanntgeblieben. Dagegen habe ich das H. Düntzersche Werk: „Goethes Stammbaum. Eine genealo-gische Darstellung“ (Gotha, 1894) kennen gelernt. Nach ihm hiess der Vater des nach Frank-furt a/M. ausgewanderten Grossvaters des Dichters, Hans Christian Goethe (1638 -j- 1694). Der-selbe war zu Artern an der Unstrut Hufschmied und zwei Mal verheiratet: 1) mit einer Sibilla
Werner und 2) mit einer Witwe Martha Wittenberg. Aus diesen Ehen entsprossen ihm 7 Kinder,
die uns bis auf den Frankfurter Friedrich Georg Goethe (1658 -J- 1730), der den Gasthof „Zum
Weidenhof, Zeil Nr. 68“ übernahm und eigentlich Schneider war, hier nicht weiter angehen, aberdoch der Vollständigkeit kurz anführen wollen:
1. Gen. Desc. Goethe-Werner-Wittenberg
1) Friedrich Georg G. (1657? -J* 1730), (vgl. den Stammbaum).
2) Joh. Philipp G. (1659? -j- 1748) heir. Marie Elisab. Thalemann (2 ^ Söhne,vgl. Nr. 8 und 9).
3) Joh. Georg G. heir. 1698 Katharina Sixen (1 Sohn, vgl. Nr. 10).
4) Joh. Christian G. heir. 1690 Witwe Katharina Schönhorst •{• 1695.
5) Maria Christina G. heir. 1696 Mathias Döring.
6) Sophie Christine G. (1690 1696).
7) Hans Adam G.
2. Gen. Desc. Goetze-Thalemann (vgl. Nr. 2).
8) Joh. Samuel G.
9) Joh. Christian G. (1697 -f- 1768) heir. 1) Anna Christine Wiederhold (3 Töchter,1 Sohn, vgl. Nr. 11 —14), und 2) Susanna Harras (1 Tochter, vgl. Nr. 15).