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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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Beilage. Vgl. Stammbaum Nr. 1.

Christian David Den z,

General-Superintendent von Livland und Stammvater des baltischen Zweiges der Familie Lenz.

Am 15. (24.) Dezember 1720 wurde dem ehrsamen Kupferschmied Joh. Jakob Lenz zuCöslin in Pommern und seiner Ehegattin, einer geb. Kükel, ein Sohn geboren, der die NamenChristian David erhielt. Obgleich sie in armen Verhältnissen lebten, gaben sie doch dem auf-geweckten aber schwächlichen Knaben eine sorgfältige Erziehung, so dass er mit 15 Jahren schondie Universität Halle beziehen konnte, um Theologie zu studieren. Um das aber zu können,musste er sich glücklich schätzen, dass er als Hülfslehrer bei der bekannten nachmaligen Franke-schen Waisenanstalt ankam. Nachdem er sich auf diese Weise fünf Jahre abgequält hatte, erreichteer sein Ziel als Kandidat der Theologie und kam als Hauslehrer nach Livland zu der Familiev. Liphardt (nicht Oettingen) nach Nötkenshof im Serbenschen Kirchspiele. Da sich Lenz alsLehrer durchaus tüchtig und gewissenhaft erwies und durch die amtlichen und anderen Schreibe-reien für Liphart Gelegenheit fand, lettisch zu lernen, so verhalf ihm auch Liphart zu der zufälligvakant gewordenen Pfarre zu Serben 1742. Damit trat Lenz aus dem deutschen Untertanen-Ver-bände aus, legte sein Examen im livländischen General-Konsistorium ab, wurde als Pastor ordi-niert und trat 1742 sein Amt in der kleinen Kirche in Serben an. Er erwies sich als guterRedner und war als Pfarrer genötigt, sich um eine Ehefrau umzusehen, die er in der fast gleich-alterigen Dorothea Neoknapp (geb. 1721 *J* 1778), Tochter des Pfarrers zu Neuhausen (Livland)fand, mit der er sich daselbst am 14. Oktober 1744 vermählte. Durch sie, die geborene Livlän-derin, wurde er nicht nurder Vater desShakespeare-Lenz und bekanntenJugendfreundesGoethes Jacob Michael Reinhold, sondern auch Grossvater, Urgrossvater, Ururgrossvater allerder Lenz-Söhne, welche den NamenLenz weit über die Grenzen der Heimat als einen hoch-geachteten, in weiten Kreisen bekannten machten. Das ist denn auch die Ursache, dass wirseiner hier gedenken, denn er gehört mit seinen Werken mehr der Provinzial- als allgemein wis-senswerten Geschichte der Menschheit an.

Sieben Jahre blieb David Lenz in Serben, worauf er diese Stelle mit der eines Pfarrerszu Sesswegen im Wendenschen Kreise Livlands 1749 vertauschte. Im Jahre vorher hatte er seineSchrift:Eine Abbildung eines wahren Christen nach dem Muster des alten Simeons (Königsberg1748) drucken lassen. Sie war seiner Gemeinde in Serben gewidmet. Gegen die Herrenhuterwar dagegen sein umfangreiches Werk:Gedanken über die Worte Pauli 1 Kor. 1, 18 von derungleichen Aufnahme des Wortes vom Kreuz (Königsberg 1750) gerichtet. Einer seiner KritikerD. Kraft in denActis Historico-Ecclesiatis (Bd. XX p. 700) meinte:Lenz verbreitet durchdiese seine Schrift dem sonst umnebelten Livland ein neues Licht seines Ruhmes. DieseKritik gefiel unserem David Lenz, denn er glaubte an diese stark umnebelte Ansicht und liessim Jahre der Geburt seines berühmten Sohnes Jakob eine Gastpredigt:Das schreckliche GerichtGottes über das unglückliche Wenden an dem Bilde des ehemals zerstörten Jerusalems (Riga1751) drucken. Sie war den Bewohnern Wendens gewidmet, welche sich dieseUmnebelungnicht gefallen Hessen und dem Verfasser einen verdriesslichen Prozess zuzogen, den er verlor.

Indessen das hielt den Pfarrer in Sesswegen nicht ab, neben Amt und Erziehung seinerKinder weiter zu Schriftstellern, da er fest davon überzeugt war, dass auchdas Wort Gottes in