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Beilage. Vgl. Nr. 46 im Stammbaum.
Heinrich Friedrich Hmil Lenz,
der Entdecker des „Gesetzes der Induktion“ und Weltumsegler.
Als der erste Sohn aus der Ehe des Obersekretärs des Rats der Stadt Dorpat, ChristianHeinrich Friedrich Lenz mit Luise Elisabeth, geb. Wolff wurde am 12. (24.) Februar 1804 inDorpat Heinrich Friedrich Emil geboren. Nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt besuchthatte, bezog er die Universität daselbst, um anfangs Theologie, dann Naturwissenschaft, besondersPhysik zu studieren. Nach absolviertem Studium, noch nicht 20 Jahre alt, hatte er das Glück,1823 als Physiker Otto v. Kotzebue auf seiner zweiten Reise um die Welt (1823—26) begleitenzu können, an welcher sich auch Adelbert von Chamisso als Botaniker beteiligte. Seine, dieseReise betreffenden Arbeiten vereinigte er nach Jahren zu grösseren Werken: „Physikalische Beob-achtung, angestellt auf einer Reise um die Welt.“ (Memoires scientifique St. P. 1831. I. Sect. VI.)und „Ueber das Wasser des Weltmeeres in verschiedenen Tiefen in Rücksicht auf die Temperaturund den Salzgehalt.“ (Bulletin scientifique St. P. 1847. V.) Mit der Begeisterung eines Jünglingsdachte er noch als Greis an diesen „Erdenhorizont“ zurück, wo ihm der „Kirchturmhorizont“ vie-ler seiner Landsleute unverständlich wurde. „Arbeite international für das Wohl der ganzenMenschheit, so arbeitest Du national am besten im Sinne der Wissenschaft“, schrieb er einst seinemSohne, dem bedeutenden Physiker und Akademiker, Professor, Doktor und Magister Robertv. Lenz (•{• 1903).
Nach seiner Reise setzte Emil Lenz seine Studien in Deutschland fort und promovierte1827 in Heidelberg zum Dr. der Physik. Darauf wirkte er eine zeitlang als Lehrer der Mathe-matik an der Kirchenschule zu St. Petri in Petersburg und wurde auf Empfehlungen der berühm-ten Weltumsegler Adam v. Krusenstem und Otto v. Kotzebue zum Adjunkt der Akademie derWissenschaften daselbst ernannt. Als solcher wurde er mit Menetrier, A. Th. v. Kupffer, Meyerund Bernadotti 1829 von der Akademie der Wissenschaften zur wissenschaftlichen Durchforschungdes Kaukasus abdeligiert. Als Physiker hatte Lenz zunächst die merkwürdige Erscheinung desKaspischen Meeres zu studieren, welches Meer mit zufliessenden Wassermassen ohne sichtbarenAbfluss jährlich abnimmt. Das Rätsel besteht darin, dass der grösste Strom Europas, die Wolga,dem kaspischen Meer jährlich gewaltige Wassermassen zufuhrt und dennoch kein Abfluss zu ent-decken ist. Vgl. darüber seine Arbeit: „Ueber die Veränderung der Höhe, welche die Ober-fläche des kaspischen Meeres bis zum April 1830 erlitten hat.“ (St. P. Memoires 1838 Bd. II.)Ausserdem war er noch beauftragt, die Naphtaquellen (das sog. ewige, heilige Feuer) in Baku zuuntersuchen, wo erst nach ihm die grossartige Petroleum-Industrie daselbst sich entfalten konnte.Vgl. darüber seine Arbeit: „Ueber das optische Verhalten des weissen Naphtha von Baku.“ (St.P. Memoires 1838 Bd. III.) Schliesslich musste er sich noch an der Höhenmessung des Kaukasusbeteiligen, erstieg am 10. Juli 1829 den Elberus und andere Riesenberge, worüber das Nä-here in den „Barometrischen Höhenmessungen im Kaukasus“ (St. P. Bulletin 1836 I.) nachzu-lesen ist.
Nach seiner Rückkehr 1830 wurde Lenz infolge dieser aussergewöhnlichen Leistungenin St. Petersburg zum ausserordentlichen Akademiker und 1831 zum Professor der Physikan der Michael-Artillerieschule, wie am Marine-Kadettenkorps und pädagogischen Hauptinstitut er-