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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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(St. Petersburg, 1852. 2 Vol. 8°. chez Bernard). Dasselbe wurde zwei Mal nachgedruckt undzwar: 1854 inBruxelles chez Stapleaux ec. 1855 inParis chez Larinee.

Das Aufsehen, welches das in vieler Beziehung merkwürdige Werk in der französischenrussischen, italienischen wie deutschen und englischen Musikwelt erregte, war kein geringes, wiedieNachdrucke schon andeuten. Das Werk war ein Ereignis, von dem Notiz genommen wer-den musste. Selbst da blieben die Wirkungen dieses Ereignisses nicht aus, als Lenz durch seinedeutsche, in jeder Beziehung vollständig umgearbeitete und weit umfangreichere Ausgabe seinefranzösische vollständig in den Schatten stellte und diese französische Arbeit als sein wohlgemeinteserstes, aber dem grossen Geiste Beethovens nicht ganz würdiges Werk bezeichnete. Oder wie erzu den italienischen Musikern auf demBeethoven-Jubiläum in Wien 1870 sagte, als sie ihmwegen dieser französichen Ausgabe komplimentierten:dass er dieses Buch ganz und gar ver-werfen müsse (io lo repudio), weil ihm damals der dritte Styl in Beethoven unverständlich ge-blieben sei. Nicht so sein deutsches Werk:Beethoven. Eine Kunststudie (6 Bände. 1. Ausg.Kassel 185355, 2. Ausg. Hamburg 1860). In diesem gelang ihm besonders in dem einzig da-stehendenkritischen Katalog sämtlicher Werke van Beethovens mit Analyse derselben einbewunderungswürdiges Meisterwerk, welches allein 4 starke Bände umfasst. Weniger gut gelangihm die umgearbeitete französich gedachte Biographie Beethovens, die indessen vier Auflagenerlebte. (1. Ausg. Kassel 1851, 2. Aufl. Hamburg 1860, 3. u. 4. Aufl. Leipzig 1870 u. 1879.)Leider ist nämlich diese Biographie im beliebten Feuilleton-Styl gehalten und bildet kein einheit-liches, geschlossenes, imposantes Ganzes, wie sein Hauptwerk, derKritische Katalog, derwiederum den Fehler hat, nur für Komponisten und Beethoven-Spezialisten geschrieben zu sein,von welchem Werke aber der französische Komponist und Kritiker Leon Kreutzer in derUnionvom 8. November 1858 erklärte:Vom Standpunkt der höheren Kritik ist das Werk des Herrnv. Lenz sehr beachtenswert, denn man kann unmöglich mit mehr Geschmack und Schwunganalysieren. Die Kataloge sind auf eine bewunderungswürdige Weise zusammengebrachtund hat Herr v. Lenz sich um die Tonkunst ausserordentlich durch dieses Beethoven-Werkverdient gemacht.

Aehnlich wie dieses Urteil fielen die Kritiken in derRevue de deux mondes, imJour-nal des debats, in derAugsburger Allgemeinen Zeitung u. s. w. aus, denn das Werk erregtein ganz Europa Aufsehen und wurde von 185254 in fast allen Journalen und Zeitungen mehroder weniger lobend kritisiert.Daher die huldvollen Gnadenschreiben, bemerkt sein BiographE. v. Bröcker 1. c.deren der Verfasser vom Könige von Preussen, der Grossherzogin vonWeimar und der Grossfürstin Olga von Russland, der verwittweten Königin von Holland und demHerzog von Koburg, wohl bekannt als Komponist, gewürdigt wurde, und wir sagen nicht zu vielin der Versicherung, dass bis hierzu (1854) kein Livländer ein Werk geschrieben hat, welches,sich einer derartigen allgemeinen, weit verbreiteten Aufnahme und vielseitigen Beachtung rühmenkonnte.

Bei Beethoven sagt Lenz «geht Alles vom ersten musikalischen Gedanken auskehrt Alles zu ihm zurück; er verlangt, dass sein Motiv triumphiert, es ist ein Tropfen, der beiihm einen Stein aushöhlt! Das sind goldene Worte. Wenn Beethoven statt in Tönen in Worteuns seine grossartig angelegten, philosophisch-epischen Tondichtungen hinterlassen hätte, sie wärennicht anders zum Vorschein gekommen als modern:Verse in Prosa! Kein endloses Reimgeklingel;keine Gedankenaufopferung der Schachtelform des Reimes zu Liebe, sondern die Ideen müssenüber die Form triumphieren! Die Formen müssen sich den Ideen anpassen, nicht die Ideen inSchachtelformen einengt werden. Die alten Formkünstler Mozart nicht ausgenommen sindSklaven, sie hinken ihren Formschnürleibem zu Liebe durch die Welt der Sphären. Ihre Dich-

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