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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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und andere Städte seiner Beethoven-Forschungen wegen, schliesslich wiederum Paris, wo er fünfMonate verblieb und mit Chopin versuchte, Beethovens Musik zu studieren Lenz fand jedoch,dass Chopin seinem ganzen Wesen nach nicht dazu angetan war, Beethovensche Werke congenialwiederzugeben.*Chopin sagt Lenz a. a. O. S. 47 «war ein Pastellmaler auf dem Klavier,aber ein unvergleichlicher. Liszt gegenüber konnte er mit Ehren für dessen ebenbürtigeFrau gelten. Die grosse B-Dur-Symphonie von Beethoven (op. 106) und Chopin schliessen sichaus Dennoch nahm Lenz, der seiner Natur nach, auch einen mehr sich anschmiegenden, weib-lichen, als einen festen, männlichen Charakter hatte, sehr viel von Chopin an und sind z. B.seineDrei Mazurkas, die in St. Petersburg bei Bernard erschienen, ganz in Chopinschen Stylgehalten.

Nach St. Petersburg zurückgekehrt, arbeitete Lenz von jetzt ab scharf an seinem grossenBeethoven-Werke, welches immer grössere Dimensionen annahm, und ihn unter der Last des an-gehäuften Materials zu erdrücken drohte. Es ist wahr, Lenz kannte seinen Beethoven, wie viel-leicht vor und nach ihm kein zweiter, Beethoven gekannt hat! Er war ein sog.Beethovenfester,d. h. ein Mann, der sämtliche musikalische Werke seines genialen Meisters Takt für Takt aus-wendig kannte, wie es sonst nur sog.Bibelfeste gibt, welche die ganze heilige Schrift auswendigkennen.Seine ausserordentliche, ja geradezu stupende Beethovenkenntnis berichtet Paulv. Kügelgen 1. c., der ihn persönlich kannte, «ging bis ins kleinste Detail, denn er konntenach einem Akkord und einer Pause (mündliche Referenten geben an, aus zwei Takten) einer be-liebigen Stelle aus Beethoven-Werken dieselbe genau bestimmen und hat damit manche Wette ge-wonnen. Dieses würde unglaublich erscheinen, wenn wir nicht von verschiedenenSchach-genies wüssten, dass sie über eine ähnliche beängstigende Gedächtnisstärke verfugten, die unsgewöhnlichen Menschen geradezu unverständlich erscheint. Den NamenBeethoven-Lenz trug erdaher mit Recht, nicht nur zur Unterscheidung von seinem Grossonkel, demShakespeare-Lenz,von dem er in dem erwähnten Briefe an Bettina v. Arnim rühmend bemerkt:Ich bin der Gross-neffe des Dichters Lenz, des Freundes von Goethe, der in Moskau starb, sondern er wurde vor-zugsweise deswegenBeethoven-Lenz genannt, um ihn, wie Liszt meint:durch Beethoven zuehren, der schwerlich seine eigenen Werke, so genau auswendig kannte, wie Lenz, dieses merk-würdige Gedächtnis-Genie.

Im Sommer 1845 begab sich Lenz zum dritten Male nach Paris, wo er im Umgänge mitllector Berlioz vier Monate verbrachte und in ihm ein so reiches Verständnis für Beethoven fand,wie bei Liszt. Zu seiner Erholung begab er sich von dort über die Pyrenäen ins LanddesRitters von der traurigen Gestalt, welches Land ermit einer beneidenswerten Treue im zwei-ten Teile seines erwähntenTagebuches schilderte. Aber nicht nur Land und Leute, sondernauch die Kunstwerke, namentlich die Madrids wurden von ihm einer eingehenden Besprechungunterworfen.

Die Kunsthistoriker finden daselbst erklärt sein Biograph E. v. Bröcker 1. c. «tref-fende Bemerkungen über Velasquez de Silva, den Raphael Spaniens u. a. Künstler, wie ich(Bröcker) sie nirgendswo gefunden habe. Sie sind so wertvoll wie die geschichtlichen Mit-teilungen über die Gemälde-Gallerie in Madrid, die Lenz dem Herzoge Rianzares, Gemahl derKönigin Christine, verdankte, der ihm Einblicke in das geheime königl. Archiv erlaubte.

Von Madrid nach dem Süden Spaniens reisend, kehrte Lenz von Gibraltar über Rom nachSt. Petersburg zurück und machte sich geistig erfrischt und körperlich gekräftigt wieder an seinBeethoven-Werk, welches dann endlich, der Haute volee zu Liebe, in französischer Sprache er-schien und den Titel fuhrt:Beethoven et ses trois styles. Analyse des sonates de pianosuivi de lessai dun catalogue critique, chronologique et ancedotique de loeuvre de Beethoven.

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