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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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Momsen und Zimmermann unseren Künstler als denbesten Schüler der Schrödersehen Schuleerklärten, denn man vergass faktisch, wenn er auftrat,sich vor der Bühne zu befinden.Ein besseres Urteil im Schröderschen Sinne ist nicht denkbar, denn mancher Schauspieler gibtauchmit Feinheit und Adel seine Rolle wieder, abercharakterwahr bis zum Vergessen: dassman vor der Bühne sitzt, unterscheidet eben das Spiel derNatur-Genies unter den Schau-spielern von den alltäglichenKunst-Talenten, die uns meist allein bekannt sind.

Bereits 1815 hatte Schröder den Hamburgern zu seinem Nachfolger, seinen RegisseurKühne empfohlen, allein unser Künstler war aus praktischen Gründen dagegen und so ging dieDirektion auf seinen Freund und Kollegen Friedr. Lud. Schmidt über, dem er versprach treu alsRegisseur zur Seite zu stehen. Aber nicht nur unter der Direktion von Schmidt (181520), son-dern auch unter Schmidt-Herzfeld (bis 1826), dann unter Schmidt-Lebrun (bis 1837) und unterMühling bis 1844 bliebLenz-Kühne auf seinem verantwortlichen Posten derkünstlerischen Lei-tung; er blieb dergefeiertste Liebling des Hamburger Theaters bis zu seinem Abgang durchPensionierung, als ein unheilbares Augenübel ihn Abschied zu nehmen zwang.

Während dieser langen Zeit, wo im Verlaufe der Jahre sich Inneres und Aeusseres ver-ändert, verstand esLenz-Kühne, zur richtigen Zeit aus einem Rollenfache in das andere über-zugehen. So spielteLenz-Kühne im blühenden Alter (180116) jugendliche Helden und Lieb-haber, z. B. Karl Moor (in SchillersDie Räuber), Marquis Posa (in SchillersDon Carlos),Egmont, Hamlet, Wilhelm Teil etc.; in reiferen Jahren (bis 1827) mannhafte Helden, wie Wallen-stein, Otto v. Wittelsbach, Götz v. Berlichingen, den König Philipp (imDon Carlos) etc.; nochspäter (bis 1844) Väter und Charakterrollen, wie Franz Moor, Ahlden (in IfBandsVerbrechenaus Ehrfurcht), Kaiser Heinrich IV., Kurfürst Friedrich (in KleistsPrinz Friedrich von Hom-burg), Michel Angelo (in OehlenschlägersCorreggio) etc.

Der beste Beweis seiner Vielseitigkeit aber war bemerkt H. Meyer, einer seinerBiographendass er in komischen Rollen ebenso vortrefflich und vielleicht noch vollendeterdastand als in den oben genannten. Wer erinnert sich nicht mit Vergnügen seines Falstaff, seinesReichsfreiherrn v. Pelz, seines Capitän Copp in denJugendstreichen Heinrich V. und vor Allemseines unnachahmlichen Rummelpuff imfalschen Catalani?

Während dieser Zeit legte er auch den Grund, gleich Schröder und Iffland, nicht nur alsSchauspieler, sondern auch als dramatischer Dichter sich bekannter zu machen. So erschien 1825in dem TaschenbuchCaritas seines Schwagers, Oberpastors Dr. Karl Ludwig Grave in Riga,sein Lustspiel in einem Aufzuge:Vier Treppen hoch. Dann 1835 bei F. Kupferberg inMainz seine gesammeltenLustspiele in zwei Bänden. Nämlich: 1) Die Nacht der Irrungen(Lustspiel in 5 Aufzügen nach Samuel Tuke). 2) Katharina II. und ihr Hof (Lustpiel in 3 Akten).3) Die vornehme Welt in der Bedientenstube (Lustspiel in 2 Aufzügen). 4) Carl der Zweiteoder der lustige Monarch (Lustspiel in 2 Aufzügen). 5) Margarethe von Valois und die Miss-vergnügten im Jahre 1579 (Drama in 5 Aufzügen nach dem Französischen) und 6) Hochmuthkommt vor dem Fall (Lustspiel in 5 Aufzügen). Zehn Jahre vordem waren schon seine Schau-spiele:Die Flucht nach Kenilworth (Tragödie in 5 Akten nach Walther Scotts RomanKenilworth) undDas Gericht der Templer (Romantisches Schauspiel in 3 Aufzügen nachW. Scotts RomanSvanhoe) in Mainz bei Kupferberg 1825 erschienen.

Diese 9 gedruckten Dramen wie seine Novelle:Das Haus am Seestrande (Ham-burg 1834 bei Herold, zuvor in G. Lotzens TaschenbuchWintergrün abgedruckt) undSchil-lers Leben, der deutschen Jugend nacherzählt (Berlin 1859 bei Mohn & Co., 2. Aufl.) bildenseinen schriftstellerischen Ruhm.