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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
Entstehung
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Genf die Bekanntschaft Voltaires machte. Von hier gingen sie nach Sitten, wo sie in der Nähedes Simplon die Reise leider Anfang August aufgeben mussten, weil ein Fussleiden Hohenthalseine Weiterreise unmöglich machte. Sich trennend, wählte Lenz den Weg über Bern nach Zürich.Als der zartfühlende Lenz aber merkte, dass er seinem Freunde Lavater lästig werde, erfasste ihnwieder die Unruhe und er begab sich im Oktober 1777 zu seinem Freunde Salis nach Marschinund von da auf Umwegen nach Winterthur, wo er Mitte November 1777 eintraf. Hier brachtederKraftapostel Kaufmann ohne es zu wollen den armen Dichter vollends um den Ver-stand, indem er ihmHiobsposten aus Livland mitteilte, die wegen seinerWeimarer Geschichtemit ihm gar nicht zufrieden waren, obgleich auch Kaufmann wie Klinger 1776 vor Lenz ihresJugendfreundes Goethes wegen Weimar verlassen mussten. (Ueberhaupt brach Goethe mit allenseinen Jugendfreunden, Herder nicht ausgenommen, was zu denken gibt, wenn man in allenFällen Goethe als denUnschuldigen hinstellen will.)

Vollständig haltlos verliess Lenz Winterthur Mitte Dezember und kam am Weihnachts-abend 1777 auf unbekannten Wegen als Wahnsinniger in Sesenheim an. Hier musste er gebundennach Strassburg gebracht werden; indessen verstand er sich der liebevollen Pflege seines FreundesRöderer zu entwinden und entfloh dürftig gekleidet in die Vogesen. Durch Schnee und Pfützentage- und nächtelang in den Wäldern und Bergen irrend, sprach er unbekannterweise in Wald-bach Mitte Januar 1778 beim Pfarrer Fr. Oberlin vor, der den Kranken bis Anfang Februar be-

hielt, worauf er ihn über Colmar nach Strassburg schaffte, von wo ihn Röderer zu Schlosser nachEmmendingen begleitete. (Vgl. das Nähere darüber in Oberlins Bericht:Lenz im Steinthal inAug. StöbersErwina 1839 S. 6 ff. und in Aug. Stöbers Werke:Der Dichter Lenz und Frie-derike v. Sesenheim. Basel 1842 undJ. G. Röderer und seine Freunde. Colmar 1874.

2. Aufl.)

Nach vielen Rasereianfallen und Selbstmordversuchen wurde Lenz endlich im Juni 1778durch mechanische Beschäftigungen bei dem Schuhmacher Süss in Emmendingen soweit herge-stellt, dass man wieder an seine Gesundheit zu glauben anfing und zu seiner völligen Genesungihn in Wiswyl bei dem Förster Lydin unterbrachte, wo er vom August 1778, ausser einem kurzenAufenthalte im Oktober bei seinem Freunde Jakob Sarasin in Basel, bis zum Februar 1779 blieb.Während dieser Zeit hatte Schlosser viel Schreibereien und bedeutende Unkosten wegen desKranken, da der Vater Lenz in Dorpat keine ernsthaften Anstalten machte, Schlosser von dieserLast zu befreien. In Weimar endlich gelang es Herder, den Herzog Karl August zu überreden,die Kurkosten für Lenz zu übernehmen, was vom Januar 1779 ab geschah, worauf Ly din imFebruar beauftragt wurde: Lenz zur weiteren Pflege einem Chirurgen in Hertingen bei Basel zuübergeben. Von hier holte den kranken Dichter im Juli 1779 sein jüngerer Bruder Karl H. G.Lenz, welcher von 1777 an in Jena die Rechtswissenschaft studierte, ab, und zwar erhielt er vonGoethe in Weimar dazu die Instruktion und von der Herzogin Anna Amalie das nötige Geld, umden kranken Dichter zur Heimat befördern zu können. Jedenfalls griff seitdem in Goethes Herzeneine andere Stimmung über seinen gestürzten Jugendfreund Platz. (Vgl. darüber Karl H. G. LenzensBericht über diese Reise, zuerst abgedruckt von H. DietrichsZur Biographie des Dichters Lenzin derBaltischen Monatsschrift 1899.)

Von Hertingen reisten die beiden Brüder über Erfurt und Braunschweig nach Lübeck.Hier beim Anblick des Meeres in Travemünde schien der kranke Dichter sich als gesunder Menschwiedergefunden zu haben. Er legte in fröhlicher Gesellschaft auf dem SchiffeHoffnung seineReise zur Heimat zurück und langte Ende Juli 1779 in Riga an.

Leider war nicht Lenzens Dichterruhm, sondern die Nachricht von seinem Wahnsinn ihmzur Heimat vorangegangen, und so wurde er in Riga von allen Stellen, um die er sich bewarb,.