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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
Entstehung
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Freundes Goethe, der als Verlobter seine Braut einfach sitzen Hess. Sie hoffte durch Lenz ihrentreulosen Geliebten Goethe wieder zu gewinnen, was jedoch misslang. Aus diesem FehlversucheFriederikens entwickelte sich unglücklicherweise Lenzens Liebe zu derselben, die erwiedert, abervon der Mutter nicht gebilligt wurde, weil sie an einer Dichterschwärmerei genug hatte. Dochstammen aus dieser Zeit viele Liebesgedichte Lenzens, wie z. B. das Lied:Wo bist du jetzt,mein unvergesslich Mädchen, welches mit manchem andern irrtümlich Goethe zugeschriebenwurde, und vor allem die ergreifand schöne Legende:Die Liebe auf dem Lande. (Vgl. überdiese Periode P. Falcks BiographieFriederike Brion, Berlin 1884 S. 4370.)

Von Fort-Louis begab sich Lenz mit Kleist jun. im September 1772 nach Landau, wo erseine Bearbeitung derLustspiele des Plautus und sein TrauerspielZum Weinen (bis auf einFragment verloren) vollendete. Im Dezember 1772 von dem älteren Kleist nach Strassburg ver-langt, wurde Lenz 1773 und 1774 in die Liebesangelegenheit dieses und des aus Frankfurt a/O.herübergezogenen jüngsten Bruders Christoph v. Kleist arg verwickelt. In seinemTagebuch anGoethe hat Lenz dieses hirnverbrannte Liebesverhältnis der beiden Brüder und sein Verhältniszu Arminta (d. h. Cleophe Fibich) in erschreckend wahren Farben gezeichnet, welches Liebes-drama mit einem Mordversuch auf Lenz, ausgeführt von Christoph v. Kleist im September 1774,abschloss. (Vgl. über diesen Lebensabschnitt J. FroitzheimsLenz, Goethe und Cleophe Fibich.Strassburg 1888. Mit dem Bilde der Cleophe Fibich.)

Nach dem Bruche mit Kleist war Lenz auf sich selbst angewiesen und Hess sich pro formain Strassburg als Student immatrikulieren, musste aber sein Dasein durch Stundengeben kümmerlicherhalten. Als Sprachlehrer lernte er Frl. Luise König (Tochter eines Strassburger Konsulenten)kennen, bei der er als Aftermieter eine zeitlang wohnte. Dieselbe machte ihn mit Herders Frau,ihrer Freundin, und Herder in Bückeburg wie mit Mad. v. Hess geb. Flachsland in Darmstadtauf brieflichem Wege bekannt. War Lenz während der Jahre 177374, wo seine Freundschaftzu den Gebrüdern Kleist und Goethe ihren Höhepunkt erreichte, ziemlich auf Abwege geraten, sofand er sich jetzt, wo er durch Joh. Gottfr. Röderer die Bekanntschaft mit Lavater, Pfenniger,Passavant, Kayser und Schlosser auf brieflichem Wege machte, wieder. Diese gotuierten, wieHerder, seine theologisch freisinnigenMeynungen eines Layen, den Geistlichen zugeeignet nebstdenStimmen des Layen auf dem letzten theologischen Reichstage im Jahre 1771 (Leipzig,1775), wie Röderer seinePhilosophischen Vorlesungen für empfindsame Seelen, welche derselbespäter (Frankfurt a/M. 1780) herausgeb. (Ein Teil des Manuskriptes hat sich erhalten und befindetsich in der k. öffentlichen Bibliothek in Berlin.) Dagegen gefielen Goethe wieder LenzensBriefeüber die Moralität des jungen Werthers (die verloren sind) und den Gebrüdern Jakobi und HeinseLenzens Uebersetzung von OssiansFingal (abgedruckt in derIris 1775) besser. Im Jahre1774 aber war es, wo Lenz den Stürmern Fr. Max. Klinger, Leopold Wagner und Joh. HeinrichMerck näher trat, die ihn reizten, durch die Kritiken, welche über sein DramaDer neue Menoza(Leipzig 1774) erschienen waren, den Titanenkampf gegen dieallmächtigen Kritiker Fr. Nicolaiund Wieland aufzunehmen. Zunächst Hess Lenz auf eigene Kosten in Kehl mit Goethes Zustim-mung dessenGötter, Helden und Wieland (1774) drucken, sodann Hess er seine Satire:Menalkund Mopsus (d. h. Kamm und Wieland) in Frankfurt a/M. 1775 und die Spottverse in seinemEloge de feu Monsieur (Wiela)nd (Hanau 1775) erscheinen. Damit nicht genug führte er dasgefährlichste Geschütz gegen Nicolai und Wieland nebst Anhang in seinemPandaemonium ger-manicum (Nürnberg 1819 in der 2. Bearbeitung von Dr. Fr. Dumpf und 1896 von Erich Schmidterst in Berlin in der 1. und 2. Bearbeitung veröffentlicht) unddie Wolken (Lemgo 1776, dochvernichtet bis auf wenige Fragmente) gegen sie zu Felde. Indessen warnten Lavater, Herderu. s. w. Lenz in dieses gefährliche Wespennest zu greifen und so blieben diese Geist sprühenden