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2 (1835) Beschreibende Astronomie oder Topographie des Himmels : mit der Darstellung von Sternbildern auf drei Stahlstichen, einer Sternkarte, einer Mondkarte und 23 astronomischen Figuren auf 3 Tafeln
Entstehung
Seite
352
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Doppelsterne.

Himmel schwimmt in ihrem Purpurlichte. In wenig Stundenschon folgt ihr eine andere, eine blaue, eine grüne Sonne, undplötzlich ändert sich der Anblick der ganzen Natur. Neue Weltenscheinen mit diesen neuen Sonnen vor uns aufzugehen; Erde undHimmel sind in stetem Wechsel begriffen und in Mitten allerdieser Verwandlungen wurden wir die Welt, würden wir unsselbst nicht mehr erkennen. So lange die rothe Sonne scheint,wird unsere ganze Erde mit ihrem Rosenlichte Übergossen seyn;wenn sie untergegangen ist, und die blaue oder grüne Sonne sicherhebt, wird wieder alles, selbst die Wüste und das Meer miteinem azurnen oder smaragdenen Teppiche überzogen, und wennendlich beide Sonnen zugleich über dein Horizonte stehen, und dieganze Naiur von zwei complementären Farben beleuchtet wird, sowerden alle Gegenstände ihr früheres, buntes Kleid ablegen undin einer einförmigen, aschgrauen Farbe zu trauern scheinen. Nichtmehr würden wir, wie bisher, die Dinge um uns an ihren Farbenerkennen, da jeder Gegenstand abwechselnd in allen Farben er-scheinen muß, je nachdem er von dieser oder von jener Sonne,oder von beiden zugleich beleuchtet wird. Der Himmel würdenicht inehr blau, die Wiese nicht mehr grün, der Schnee nichtmehr weiß seyn, sondern alles würde, je nach der Tageszeit, inallen Farben spielen. Wie ganz anders inag die Optik dieserguten Leute, und die Farbengebung ihrer Maler beschaffen seyn!Ja selbst die Zeitrechnung derselben wird von der unseren oerschiedenseyn müssen, da sie nicht mehr nach Tagen und Jahren zählenkönnen. Vielleicht rechnen sie nur nach rothen und grünen Zeiten,oder nach gelben und blauen Tagen; vielleicht doch es ist besser,der Imagination meiner Leser nicht weiter vorzugreifen und ihnendie Vollendung dieses Gemäldes selbst zu überlassen, was ihnenkeine Mühe machen kann, da sie ihrer Einbildungskraft keineZügel anzulegen brauchen und da sie zu ihrem Bilde die Farbenkaum zu lebhaft nehmen können.

§. 224. (Geschichte der Entdeckung der Doppclstcrne.) Wenndas, was wir bisher über diese sonderbaren Gestirne mitgetheilthaben, in Beziehung auf den Reichthum, der in diesen Minenwahrscheinlich noch verborgen liegt, nur gering erscheint, so mag