328 Doppelsterne.
Der Doppelstern ^ Prion im Hegentbeile wurde von deinälteren Herübel vor S0 Jahren als ein bestimmt einfacher Sternbemerkt, wäbreud er jetzt zu den Doppelsternen gebort, dessen Di-stanz wobl »och sebr klein ist, aber doch deutlich mit der Zeitwächst. Dasselbe ist der Fall mit ^ Hercules und ä Schwan, diefrüher ebenfalls einfach waren und jetzt doppelt gefeben werden.Auch die Bahn von 7 Jungfrau liegt sehr schief gegen uns unddie Distanz dieses Doppelsteriis wurde in de» letzten Zeiten soklein fste war i. I. 18Z0 nur mehr 1 ,5"), daß man schon einerBedeckung desselben entgegen sab, allein seitdem wächst diese Di-stanz wieder, und die Ebene der Balm gebt daher nicht genau durch un-sere Sonne, daher der Begleiter über dein Ceutralster» vorbeiging.
§. 212. (Erste Meinung von den Doppelsternen.) Als Herscheli. I. 1780 sich mit diesen Gestirnen zu beschäftigen anfing, hatteer die Ansicht, daß sie alle, oder doch meistens nur optisch doppeltwären, daß sie alko, wenn gleich vielleicht in sehr großen Entfer-nungen hinter einander, doch für uns nahe ans derselben Gestchls-linie stehen. Er sah bald, daß sie, wenn anders diese Meinunggegründet ist, ein sehr gutes Mittel zur Bestimmung der Parallaxedes näheren Sterns geben würde und dieß war auch der Zweck,welchen er durch die Beobachtung dieser Gestirne zu erreichensuchte. Wenn wir nämlich einen solchen Doppelstern von denentgegengesetzten Punkten der jährlichen Bahn der Erde um dieSonne, also zu zwei um ein halbes Jahr von einander entferntenZeiten, beobachten, so wird der nächste von beiden seinen Ort gegenden weitern unbeweglichen, zu ändern scheinen, und aus diesenAenderungen wird sich die Entfernung desselben von der Erde umso sicherer ableiten lassen, als die Vergleichung der Distanz derbeiden Sterne sich hier mit der größten Schärfe anstellen läßt.Allein, wie es öfter zu gehen pflegt, er fand nicht, was er suchte,die Parallaxe der Fixsterne, aber er fand dafür etwas anderes,was nicht minder interessant war, die Bewegung des einen der-selben um den anderen, und diese Entdeckung mit allen ihren Fol-gen mußte ihn wohl nicht weniger überraschen, als ihn die Er-füllung seines ersten Wunsches erfreut haben würde.
Den Lesern ist die Methode, die Entfernung der Gestirne aus