Jupiter.
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H. 95. (Streifen und Flecken auf Jupiter.) Es ist durchausnicht wahrscheinlich, daß diese Streifen und Flecken der OberflächeJupiters selbst angehören. Sie bilden sich vielmehr in derAtmosphäre dieses Planeten, weil sie in ihren Bewegungen immervon West nach Ost gehen, und weil auch die Geschwindigkeit der-selben nicht mit der Umdrehung Jupiters um seine Axe überein-stimmt. Diese letzte beträgt nicht ganz zehn unserer Stunden,während diese Flecken ihre Umlaufszeit in 7, 8 bis 10 Stundenvollenden. Nahe am Aeguator sieht man öfter solche Flecken, diein jeder Secunde 500 bis 500 Fuß zurücklegen, also die Geschwin-digkeit unserer heftigsten Stürme mehr als achtmal übertreffen.Schröter hat sogar Flecken beobachtet, die 10000 Fuß in einerSecunde zurücklegen. Wahrscheinlich werden sie über der Ober-fläche Jupiters durch starke, nach einer constanten Richtunggehende Winde, die unseren Passatwinden ähnlich sind, in Be-wegung geseht. Wenn diese Flecken der Oberfläche des Planetenselbst angehörten, so müßten diese beinahe täglich vorkommendenZerrüttungen die Oberfläche des Planeten gänzlich unbewohnbarmachen, und man müßte annehmen, daß dort große, flüssige,unserm Meere ähnliche Massen täglich aus ihren Ufern tretenund das Festland bald mit ihren Fluthen bedecken, bald wiederdasselbe trocken legen. Wenn aber auch diese Veränderungennur in der Atmosphäre Jupiters vor sich gehen, so muß dieseAtmosphäre doch von unserer irdischen sehr verschieden sehn,und eine viel größere Dichtigkeit haben. Schon Cassini beob-achtete in wenigen Stunden plötzliche Verdunklungen und Auf-heiterungen großer Strecken von 10000 und 20000 Quadratmeilender Oberfläche dieses Planeten, eine Erscheinung, die Schröterbesonders an den beiden Polen Jupiters sehr oft sich wieder-holen sah. Die Luft, welche diesen Planeten umgibt, kömmtvielleicht an Dichtigkeit schon der unseres Wassers nahe, unddie Ausdünstungen und Wolken, welche in dieser Atmosphäre vonden heftigen Stürmen bewegt werden, mögen schon unfern festenKörpern oder den Wolken von Holz auf unfern Altäre» gleichen.Gewiß ist, daß die Revolutionen, welche in jener Atmosphäre vorsich gehen, an Intensität und Ausdehnung mit unfern Orkanen