Druckschrift 
2 (1835) Beschreibende Astronomie oder Topographie des Himmels : mit der Darstellung von Sternbildern auf drei Stahlstichen, einer Sternkarte, einer Mondkarte und 23 astronomischen Figuren auf 3 Tafeln
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

113

Die vier neuen Planeten.

schon die Bahnen, in welchen sich diese vier Planeten bewegen,nahe von derselben Große sind, so sind sie doch so gegen einandergeneigt, daß ein Begegnen dieser Planeten leicht vermieden wer-den kann, indem einige Bahnen ihre Knoten eben dort haben,wo andere in ihrer größten nördlichen oder südlichen Breitesind. Diese Bahnen zeichnen sich noch durch ihre sehr großeExcentricität aus, wodurch sie den langgestreckten elliptischen Bah-nen der Kometen ähnlich werden. Bei der Inno und Pallas be-trägt diese Excentricität schon den vierten Tbeil, und bei derVesta nahe den fünften Theil der Mittlern Entfernung von derSonne. Eben so ungewöhnlich sind die Neigungen dieser Bahnengegen die Ecliptik. Bei den älteren Planeten gehen diese Neignn-gnngen nur bis 7 Grade, während Juno 13 und Pallas sogar'/? Grade sich von der Ecliptik entfernt. Dadurch hat der altePhierkreis (Zodiacus) seine Bedeutung verloren. Die Altendachten sich nämlich eine der Ecliptik parallele, zu beiden Seitenderselben zehn Grade breite Zone, in welcher sie die oben (I.S. 129) erwähnten zwölf Sternbilder annahmen und in welchersich nebst der Sonne, deren Balm genau in der Mitte des Tbier-kreises liegt, auch der Mond und alle übrigen, den Alten bekann-ten Planeten bewegten. Allein die vier neuen Planeten gehen,von der Erde gesehen, zuweilen so weit von der Ecliptik weg,daß der neue Tbierkreis, der sie alle einschließt, eine Breite vonmebr als hundert Graden haben müßte.

§. 83. (Große Störungen, welche diese Planeten erleiden.)Durch ihre großen Zxcentricitäten und Neigungen sind diese Pla-neten den Astronomen noch in einer anderen, sehr wichtigen Be-ziehung interessant geworden. Wir werden späterhin sehen, daßdie Wirkungen, welche die Planeten auf einander äußern undwodurch sie die sogenannten Störungen ihres Ganges hervor-bringen, sehr schwer, ja eigentlich ganz unmöglich genau zu be-rechnen sind, und daß man sich also, des vollkommenen Zustandesunserer mathematischen Analyse ungeachtet, mit einer bloßen ap-proximirten Rechnung begnügen mußte, die glücklicher Weise hin-reichte, die Beobachtungen der alten Planeten, deren Störungendurchaus nur gering sind, genügend darzustellen. Allein die