Merkur.
worden ist, die Trenuung der Kohlensäure hindern muß, und daßdaher hei dem Zurückbleiben derselben die Flüssigkeit des Kalk-steines gar wohl möglich seyn kann. Und schon die nächste Ge-neration sah die Bestätigung dieser eben so glücklichen, als kühne»Voraussage. Was Hatto» bloß als Meinung, aber als eine aufVerstand und Erfahrung gegründete Meinung, vorgetragen hatte,wurde bald darauf eine Thatsache, die jeder sehen, die Niemandmehr bezweifeln kann. James Hall schmilzt jetzt den Marmor,wte wir Wachs, wie wir alle Metalle schmelzen, und zwar bloßdurch Zurückhaltung der Kohlensäure unter einem heftigen Drucke.
§. 4L. (Atmosphäre Merkurs.) Um wieder zu den PhasenMerkurS zurückzukehren, so muß noch bemerkt werden, daß mansie zwar in nnsern besten Fernrohren sehr deutlich und nnbezweifeltals solche erkennt, daß aber doch die Grenzen derselben, dort wosie die dunkle Seite des Planeten berühren, immer unbestimmtund gleichsam verwaschen sind. Man bat die Ursache davon zuerstdarin gesucht, daß Merkur immer dein Lichte der Sonne zu naheund von uns nur in kleinen Hohen über dem Horizonte gesehenwird, wo unsere Luft noch zu dicht und mit fremdartigen Dünstengenmcht ist. Allein Schröter erkannte bald, daß der wahre Grunddieser Erscheinung nicht in unserer, sondern vielinebr in der At-mosphäre Merkurs zu suchen ist. Er hatte nämlich öfter einzelneGegenden der Oberfläche dieses Planeten sich plötzlich aufhellenund nach einiger Zeit wieder verdunkeln sehen, und er schloßdaraus, daß dieß Wolken sind, die über diesen Planeten hin undwieder ziehen. Da sich nun Wolken ohne ihren Träger, dieAtmosphäre, nicht denken lassen, so war dadurch auch die Existenzder Atmosphäre MerkurS nachgewiesen. Da aber eine solche,ihrer Natur nach, iu den untern, dem Planeten nähern Schichten,immer dichter seyn muß, und da die Lichtgrenze jener Phasendiejenigen Gegenden des Planeten bezeichnet, für welche die Sonneeben auf- oder untergeht, so war daraus jene Unbestimmtheitder Lichtgrenze auf eine eben so leichte als genügende Weise zuerklären.
§ 47. (Rotation Merkurs.) Eigentliche Flecken, wie bei derSonne, konnte Schröter auf der Oberfläche Merkurs nicht finden,