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Die Sonne,
§. 19. (Erklärung der Interferenz des Lichts im Vibrations-svstemc.) Es würde uns viel zu weil führen, wenn wir alle dieErscheinungen jener gefärbten Ringe, die den Schatten umgeben,oder die Farbenspiele der dünnen Platten, selbst die der Seifen-blasen, hier naher angeben wollten, die sich durch diese Interferenzdes Lichtes ans das schönste und überzeugendste geben lassen. Wirbemerken nur noch, daß sich die ganze Theorie der Interferenzviel besser und genügender durch die oben erwähnte Uudulatious-lehre, als durch das Emanationssystem erklären läßt. Durch dieBewegung der Lichtelemente wird jenes äußerst feine, durchsichtigeund elastische Medium, welches wir der Kürze wegen den Aethernennen wollen, in eine wellenartige Bewegung gesetzt. Wenndiese Wellen bis zu unserm Sehorgan vordringen, so wird dasselbedadurch auf eine ähnliche Weise afficirt, wie unser Ohr durch dieWellen der Luft. Und wie die Differenz der Töne in der größerenoder kleineren Anzahl der Luftfchwingungen während einer Se-cunde besteht, eben so besteht auch die Differenz der Farben inden verschiedenen Geschwindigkeiten, mit welchen die Wellen desAethers fortgepflanzt werden. Und wie endlich die kreisförmigenWellen, die sich bei zwei in ein ruhiges Wasser geworfenen Stei-nen um jeden derselben bilden, wenn sie sich auf der Oberflächedes Wassers begegnen, einander öfter aufheben, und die Ebene desWasserspiegels nicht stören, und oft wieder, wenn sie sich in corre-spondireuden Richtungen treffen, sich gegenseitig zu einer doppel-ten Höhe erheben, so werden auch die Aetberwelleu sich bald ge-genseitig unterstützen, und das Licht ihrer Durchschuittspunkte er-höhen, bald wieder einander aufheben und alles Licht zerstören,d.h. sich interferireu.
Setzen wir nur noch hinzu, daß diese ganze Theorie der In-terferenz nicht bloß ein Aggregat von vagen Hypothesen, sonderndaß sie ein Resultat der strengsten Analyse ist, und daher jeneshohen Grades der Wahrheit sich erfreut, die jeder Theorie nurdann zu Theil wird, wenn sie, wie die Astronomie, eine reinmathematische Basis hat, und daß endlich die Resultate die-ser Berechnungen bereits durch zahllose Beobachtungen auf dasvollkommenste bestätiget worden sind. Obschon es unmöglich ist,pon solchen Berechnungen in einem Werke dieser Art eine nähere