Ti.' Lonne.
Strahlen aber gibt es eine bestimmte Lage deS Spiegels, wo erdas meiste, und eine andere Lage, wo er ganz und gar kein Lichtzurückwirst. Dieß gab uns daher ein leichtes Mittel, daS pola-risirte Licht von den, natürlichen zu unterscheiden; aber erz en-gen konnte man das letzte doch nur durch die oben erwähntenVersuche mit dem isländischen Krystall.
Allein dabei blieb es nicht lange, und Malus, der die Ent-deckung, daß polarisirtes Licht nicht in allen Lagen des Spiegelsrefleelirt wird, gemacht hatte, machte bald darauf noch eine zweite,und in ihren Folgen viel wichtigere. Er fand nämlich, daß mandurch bloße Reflexion der Strahlen von durchsichtigen Spiegelnjeder Art auf eine sehr einfache Weise polarisirtes Licht erzeugenkau». Wenn die Lichtstrahlen von einem gewöhnlichen Glasspie-gel unter einem Winkel von ZS°,i oder von der Oberfläche desWasserS unter einem Winkel von 27°,, zurückgeworfen werden, soist dasselbe ganz eben so rollkommen polarisirt, als das durch denisländischen Krystall gehende Licht nur immer seyn kann. — Seilder Zeit der Griechen, seit mehr als 2000 Jahren kennt man dieReflexion des Lichts durch die Spiegel, aber nie ist es weder ei-nem Künstler, noch einem Theoretiker der alten und neuen Zeiteneingefallen, i» dieser Reflexion etwas anderes, als ein Büttel zusuchen, die Strahlen der Sonne entweder zu vereinigen oder zuzerftreuen, also überhaupt mir ihre gegenseitige Lage zu ändern,und Niemand hat es auch nur von ferne geahnet, daß mau da-durch zugleich eine völlige Aenderung der Natur des Lichtes selbsthervorbringen könne.
Seitdem hat Arago noch eine andere Art, polarisirtes Lichtzu erhalten, entdeckt. Die auf diese Art polarisirten Strahlen ge-ben, wenn sie durch einen isländischen Krystall gehen, zwei ver-schiedene Bilder, deren jedes in einer bestimmten, sehr lebhaftenFarbe erscheint. Wenn auch z. B. der einfaltende Strahl ganzweiß ist, so ist doch der gewöhnliche Strahl vollkommen roth,oder gelb, oder grün u. f., je nach der Seite, welche dieser Strahldem Krystalle bei seinem Eintritt in dasselbe zuwendet. Der au-ßerordentliche Strahl aber ist nicht nur immer von einer ganzandern Farbe, als der gewöhnliche, sondern die Farben der bei-den Strahlen sind zugleich die verschiedensten, die man finden