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Die Sonne.
schlecht begränzten Farbenstreifen selbst als die eigentlichen Beob-achtnngspnnkte nehmen mnßte.
§. 9. (Verschiedene Intensität des Spectrnms.) Die Intensi-tät oder die Stärke der Beleuchtung ist nicht in allen Theilen desSonnenspectrums gleich groß. Fraunhofer fand durch sehr genaueBeobachtungen mit einem Photonieter, daß die stärkste Beleuch-tung sehr nahe bei der Gränze zwischen orange und gelb liegt. —Man hat früher geglaubt, baß die helleren Stelle» des Spec-trums auch zugleich die heißesten sepeu, d.h. daß die größte In-tensität des Lichts mit jener der Temperatur zusammenfalle, daherLandriani, Sennebier u.a. die gelben Strahle» für die heißestenhielten. Allein der ältere Hörschel hat durch unmittelbare Ther-mometer-Beobachtungen gezeigt, daß erstens die Temperatur indem Maaße zunehme, wie man von den violetten zu den rothenStrahlen fortgeht, und daß zweitens die höchste Temperatur nochetwas jenseits der rothen Farbe, also außerhalb des Spectrnmsliege. DarauS folgt, daß die Sonne nicht bloß sichtbare, Licht-sirahlen, sondern daß sie auch unsichtbare, Wärmestrahlen habe,und daß die Brechbarkeit der letzten kleiner sey, als die der er-sten, weil, wie schon erwähnt, unter den sichtbaren Strahlen dierothen die kleinste, und die violetten die größte Brechung haben.Selbst in der Entfernung von zwei Zollen von den äußersten ro-then Strahlen ist die Temperatur der Wärmestrahleu noch be-trächtlich. Euglefield fand die Temperatur der blauenStrahlen 15° Reaumur, der grünen 1si°, der gelben 17°, der ro-then 22°, und die höchste Temperatur jenseits der rothen Strah-len 26°. Seebuch, der diese Beobachtungen mit besonderemFleiße wiederholte, fand den Ort der höchsten Temperatur ver-schieden je nach der Materie, aus welcher das Prisma gemacktwurde. Für das Glas gaben die rothen Strahlen die größteWärme, für Ammoniacsalz und Schwefelsäure die orangefarbnen,für Wasser, Alcohol und mehrere Oehle die gelben u. s. w.
§. 19. (Chemische Wirkungen des Spectrums.) Die verschie-denen Stellen des Sonnenspectrums unterscheide» sich auch nochdurch ihre chemischen Wirkungen. Schon Scheele hatte bemerkt,daß salzsaures Silber in der blauen Farbe des Spectrnms vieleher und viel stärker schwarz werde, als in der rothen, und der