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Die Sonne.
gend würde nur mehr unseren Zeichnungen mit Tusche, unserengrciuen Kupferstichen gleichen. Der Regenbogen mit seinem schö-nen Farbenspiele würde in eine schmale Linie weißgrauen Lichtesübergehen; die Sterne würden matt an einem aschfarbnen Him-mel scheinen, und der Vorbote des Morgens, so wie der Be-schließer unserer Tage würde nicht mehr seinen Rosenmantel, son-dern nur eine einfarbige graue Decke über den Himmel breiten,und selbst der schönste Mittag würde uns nur wie jetzt ein trü-ber Wintertag erscheinen. Aber die Natur, die schon in die For-men der Körper, die sie gebildet hat, eine so ausgezeichnete Schön-heit zu legen wußte, hat ihnen zugleich jene ätherische Anmnthhinzugefügt, die sie ans den Farben der Sonnenstrahlen schöpfte.Ohne dieses Geschenk könnte wohl das Laub der Pflanzenwelt denKnospen Nahrung, und der von ihnen bedeckten Frucht nochSchutz gewähren, aber das jugendliche Grün der Blätter, undder frische Schmelz unserer Wiesen im Frühling würde mit demwelken Gelb des Herbstes überzogen seyu. Ohne dieses Geschenkkönnte der Diamant wohl noch seinen Glanz und seine Härte ha-ben, aber er würde, seines lebhaften Farbenspieles beraubt, auf-hören, in dem Kranze der Schönheit und in dem Diademe derFürsten zu prangen. Ohne dieses köstliche Geschenk endlich könntewohl das menschliche Airgesicht noch immer dasselbe feine Gewebe,noch immer derselbe Verräther unserer verborgensten Gefühle sehn,aber das Rosenlicht der Liebe und die Purpurfarbe der Schaam-röthe würde nicht mehr auf der jugendlichen Wange blühen, undselbst jene krankhaft fliegende Röthe des welkenden Gesichtes würdenicht mebr die herannahende, oft willkommene Befreiung von deinLager der Schmerzen verkündigen.
§. 8. (Eigenschaften des Sonnenspertrums,) Der in seineFarben zerlegte Sonnenstrahl erscheint, wenn er von einer weißenTafel aufgefangen wird, auf derselben unter der Gestalt eines anseinen beiden kürzeren Seiten abgerundeten Necktecks, welchesman das Farbenspectrum zu nennen pflegt. Nimmt man dieLänge dieses Spectrums als Einheit an, so beträgt davon dasrolhe Licht 0,^, das orangefarbne 0,07, das gelbe 0,,,, grüne O,,?,blaue 0„7, das indigofarvne 0,,,, und endlich das violette v,?zTheile, so baß also das violette den größten und das orange-