Druckschrift 
Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

vom 2V. es. IN. eine zweimalige Collckte gestattet, und sollte nach dem Cireular-Schreibcn der Armen - Direetion vom 8. März 1831 die Collckte am 2tcn Ostcr-Feicrtagc für das Armcnwesen im Allgemeinen und die am Tage der Gedächtnisfeierder Verstorbenen für das Armenschulwcsen stattfinden. An Kirchen-Collekten-Einnahmeist zur Armen-Schulkasse geflossen:

Im Jahre 1830 .... «33 Nthlr. 28 Sgr. 4 Pf.

-

- 1831 . . .

. 417

- 21

- 11 -

. 1832 . . .

. 474

- 20

- 10 .

-

- 1833 . . .

. 522

2

- 7 -

incl. 20 Nthlr. Gold

1834 . . .

. 3«S

- 14

1 -

- 5 - --

- 1835 . . .

. 480

- 18

3 -

- ! - -

-

- 183« . . .

. 43«

- 7

9 -

- 3 - -

- 1837 . . .

. 4K3

1

- 6 -

- - --

-

- 1838 . . .

. 372

- 11

- / -

- 2^ -- --

- 1839 . . .

> 4«7

3

- ? -

-5 -- -

-

1840 . . .

. 534

- 5

4 -

- 29 -

V. Die

Klein -

Kinder

-Bewahr

anstalten.

Schon in früheren Zeiten bestanden in Berlin, wie noch jetzt, sogenannte Warte-schnlen, welche von Personen weiblichen Geschlechts, besonders von Wittwen der Ele-mentarschnllehrcr, mit Genehmigung der Orts-Schulbehörde gehalten wurden, umkleinere Kinder, welche noch nicht das schulfähige Alter erreicht haben, den Tag hin-durch zur Aufsicht anzunehmen. Verschieden von diesen Warteschnlcn sind sowohl ihrerBestimmung, als ihrem Umfange und ihrer Einrichtung nach, die in den letzten 1« Jah-ren durch Privat-Vereine hier ins Leben gerufenen Klein-Kinder-Bewahranstaltcn.

Wenn die Warteschnlcn mehr der Bequemlichkeit nicht unbemittelter Eltern die-nen, die ihre Kinder diesen Schulen für einige Zeit des Tages zttr Obhut übergebenund um sie allmählig zum Unterrichte vorbereiten zu lassen, so verfolgen die Klein-Kindcr - Bewahranstalten den Zweck, vorzugsweise Kinder solcher armen Eltern,welche genöthigt sind, ihren Broterwerb durch Arbeit außer dem Hause zu suchen,in dem Alter vom 2ten oder 3ten bis zum vollendeten «ten Jahre, den größe-ren Theil des Tages in gute Aufsicht zu nehmen, und dieselben an Ordnung, Rein-lichkeit, Folgsamkeit und sittliches Betragen zu gewöhnen. Die Klein-Kindcr-Be-wahranstalten wollen also bei solchen armen Kindern hinsichtlich ihrer Erziehungdie Stelle der Eltern vertreten, sie vor physischer Verwahrlosung schützen, die Keimedes Guten in die jungen Gemüther pflanzen und dadurch ans die sittliche Vered-lung der ärmeren Volksklassen einwirken. In diesen Anstalten sollen daher vorzugsweiseeinerseits die EntWickelung und Ausbildung der körperlichen Kräfte der Kinder durchhäufige Bewegung in freier Lust und gemeinschaftliche Spiele gefordert, andererseitsihre sittliche Erziehung erstrebt und ihre geistigen Kräfte geweckt werden, wobei esdann nur Nebenzweck sein kann, sie für den mit dem schulpflichtigen Alter beginnendenSchulbesuch empfänglich zu machen und vorzubereiten.

Die ersten Anstalten dieser Art scheinen in Kopenhagen, wo bereits 1798 eineKinder-Bewahranstalt bestand, errichtet worden zu sein; sie wurden demnächst beson-ders in England, wo eine durch die socialen Verhältnisse herbeigeführte sittliche undgeistige Verwahrlosung der niederen Volksklassen sie als dringendstes Bedürfniß er-scheinen ließ, gepflegt, und verbreiteten sich alsdann schnell auch in den anderen civi-

19