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Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
Entstehung
Seite
308
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Lehmann, für 10 Nthlr. pro IZ Ruthe, also für 1,346 Nthlr-

von der Commune gekauft. Die Kosten des Baues in den Jahren 1835

und 1836 betrugen . 11,656

Summa 12,666 Rthlr.

Um von der Dresdner Straße her einen Zugang zur Schule zu gewinnen, wurdezugleich das vormals Krüger'sche Erbengrundstück, Drcsdnerftraße Nr. 67., von derCommune angekauft, jedoch nicht der Schule als Eigenthum überwiesen, sondern der-selben nur ein Durchgangsrecht durch dasselbe vorläufig bewilligt.

Das Schulhaus erhielt dieselbe bauliche Einrichtung, wie das Königsstädtische Stadt-schulhaus, und die Schule selbst den Charakter, Einrichtungs- und Lehrplaneiner höheren Bürgerschule, welche in 6 Klassen 3 Bildungsstufen umfassen sollte.Die Leitung der Schule wurde dem Dirigenten Grohnert übertragen und diese selbstam 16. Oktober 1836 mit 3 Klassen und 63 Schülern eröffnet. Das Schulgeld wurdeauf l Nthlr. monatlich in den beiden unteren, 1j Nthlr. in den mittleren und 5 Nthlr.vierteljährlich in den oberen Klassen, und außerdem 15 Sgr. vierteljährlich Nebenabgabenfür Klassenbedürfnisse festgesetzt. Ungeachtet die Lage der Schule in einer entlegenerenGegend jenes Stadttheilö die Frequenz der Anstalt nicht begünstigte, so war doch be-reits zu Ostern 1837 in der oberen der drei vorhandenen Klassen eine genügende An-zahl von Schülern, welche für eine höhere Klasse reif waren, vorhanden, so daß eineneue höhere Klasse, die dritte, eingerichtet werden konnte. So schien die innere, durchtüchtige Lehrkräfte herbeigeführte Entwicklung der Schule den ungünstigen äußerenVerhältnissen obsiegen zu wollen, als das Wiedcrerschcinen der Cholera in der hiesigenResidenz im August 1837, wodurch die sofortige Einrichtung einer Cholera-Heilanstaltin der Gegend der Luiscnstadt erforderlich wurde, die Communal-Behörden in dieNotwendigkeit versetzte, in Ermangelung eines anderen, sofort disponiblen, angemesse-nen Lokals für eine solche Heilanstalt, das Schulhaus der Luisenstädtischcn Stadtschuleder Sanitäts-Behörde zu diesem Zwecke zu Gebote zu stellen. Es wurde zwar durchdie bereitwillige Mitwirkung des Hauseigentümers Krüger, in dessen Hause,Alte Jakobsstraße Nr. 56., ein interimistisches Lokal für die Schule beschafft, in wel-chem stch dieselbe noch jetzt befindet. Indessen konnte weder die Translokation derSchule unter den gedachten Umständen, noch das neue Lokal, das, obgleich möglichstdem Zwecke entsprechend eingerichtet, doch nicht das eigene Schulhaus ersetzen konnte,günstig auf die Entwicklung der Schule einwirken. Sie gewann aber dessenungeachteteinen Fortgang, wie er unter den obwaltenden Umständen nur immer erwartet werdenkonnte. Mit dem 1. Oktober 1838 wurde die zweite und am 1. April 18-16 die ersteKlasse eingerichtet, und es steht mit Grund zu hoffen, daß in kurzer Zeit auch dieseSchule sich das Recht, Entlassungs-Prüfungen im Sinne der Instruction vom 8. März1832 zu veranstalten, erwerben, und Schüler mit dem Zeugnisse der Reife entlassenwerde. Die Schule zählt jetzt 214 Schüler in 6 Klassen, und es unterrichten in der-selben 5 ordentliche und 8 Hülfslehrer.

e. Die städtische höhere Töchterschule. Von dem Wunsche geleitet, denwissenschaftlichen Bildungs-Anstalten für die hiesige weibliche Jugend der gebilde-ten Stände auch ihrerseits eine nähere Fürsorge zu widmen, und in der Erwä-gung, daß in Berlin nur zwei höhere Töchterschulen, die Königliche Elisabcth-schule und die Friedrichsstädtische höhere Töchterschule, unter der Verwaltung eineröffentlichen Behörde beständen, und es daher wohl ein Bedürfniß sei, auch in an-deren Stadttheilen öffentliche Schulen dieser Art hinzustellen, um in denselben denVorsteherinnen von Privat-Töchterschulen ein Vorbild und einen Anhalt für die Ein-