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Bericht über die Verwaltung der Stadt Berlin in den Jahren 1829 bis incl. 1840
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U. a.

Kabinets - Schreiben

Ihrer Majestät der Kaiserin von Rußland wegen Begründung derFrie-drich-Wilhelms-Anstalt für Arbeitsame", mit angehängtem Sta-tut für diese Stiftung.

>e Liebe Meines theurcn, in Gott ruhenden Vaters hat Mich mit einem Geld-Vermächtnisse, als äußeres Andenken, bedacht; für Mein Herz bedarf es aber keinesäußerlichen Andenkens, um darin bis ans Ende meiner Tage die lebhafteste, kindlichdankbarste Erinnerung an die Liebe und die hohen Tugenden eines solchen Vaters zuerhalten. Ich glaube daher ganz im Sinne des theuren Verklärten zu handeln, indemIch, mit Genehmigung Meines vielgeliebten Herrn Gemahls, des Kaisers Majestät,und mit Zustimmung Meines geliebten Herrn Bruders, des Königs Majestät, diesesVcrmächtniß zu Wohlthätigkeitszwecken verwende.

Daß Ich dabei zunächst der guten Stadt Berlin eingedenk bin, hat seinen Grundin den Erinnerungen an die glückliche Zeit der Kinder- und Jugendjahre, an die stetenBeweise der treuen und innigen Anhänglichkeit der biedern Bewohner für ihr Herr-scherhauö, wie an die Liebe und Sorgfalt, mit welchen der achtbare Vorstand der Stadtes sich angelegen sein läßt, sein Armenwesen zu ordnen, zu führen und dem Bedürfnisseimmer entsprechender zu machen. Unter der Benennung:Fricdrich-Wilhelms-Anstalt für Arbeitsame", wünsche Ich mit einem Kapital-Fond von 40,000 Rthlrn.Preußisch, für die Stadt Berlin den Grund zu einer Stiftung zu legen, wie sie Mirdort noch nicht vorhanden zu sein scheint. Sie soll den Zweck haben, solchen Leuten,die durch Unglücksfälle, Krankheit, auch wohl gebüßte Vergehen arbeitslos geworden,nach Maaßgabe ihrer Kräfte, Fähigkeiten und ihrer Arbeitswilligkeit, Beschäftigung zugeben, damit sie nicht gezwungen, der allgemeinen Fürsorge zur Last, oder in ihrerBrodlosigkcit bösen Eingebungen anhcim fallen dürfen.

Dem achtbaren Magistrat der Stadt Berlin mache Ich diesen Antrag in derHoffnung, daß er ihn annehmbar finden werde und mit dem Wunsche, daß er MeinenEntwurf mit dem liebevollen Eifer und der bewährten Einsicht in das dortige Armen«Vcrhältuiß zur Ausführung bringen möge, die derselbe stets bei ähnlichen Veranlassungenan den Tag gelegt hat. Sobald mir der Beschluß des achtbaren Magistrats bekannt ist,will Ich demselben das Stiftungs-Kapital von 40,000 Rthlrn. zur Verfügung stellen.

DeS Königs Majestät, Mein vielgeliebter Herr Bruder, hat bereits die Gütegehabt, dieser beabsichtigten Stiftung seinen besonderen Schutz zuzusagen, und so hoffeIch, daß bei mehrseitiger Mitwirkung und unter des Himmels Segen noch eine nütz«liche Anstalt ins Leben treten soll, in der sich das Andenken an einen liebevollen Vaterund väterlichen Herrscher in herzlicher Erkenntlichkeit lange erhalten wird.

Im Voraus danke Ich dem achtbaren Magistrate für jede Bemühung, der sichderselbe in dieser Angelegenheit unterziehen will, und erneuere ihm bei dieser Veran-lassung die Versicherung Meiner vorzüglichen Werthschätzung und Meiner besonderenWohlgeucigthcit.

TfarSkoje Selo, den Octobcr 1840. (gez.) Alexandra.

An den achtbaren Magistrat der Haupt- undResidenz-Stadt Berlin.