hindurch auf einen Grad von Schwäche, von Zufälligkeit verfallen mußte', wo mach jedekleine Veranlassung hinreichen mochte, das Reich feinem Untergänge naher zu führen.Nicht diese oder jene Veranlassung zerstörte das römische Reich, »ein! aus der fehlerhaftenOrganisation Roms traten alle jene Veranlassungen nothwendig hervor. Rom ging zuGrunde, eben so sehr durch innere Angriffe auf sich selbst, als durch äußere Angriffe, gegenwelche es nur ohnmächtigen Widerstand leisten konnte, da es ja mit sich selbst nicht mehreinig war.
Analogie. So ist überhaupt der Verfall und der endliche Untergang jedes orga-nisirtcn Wesens, sowohl eines lebenden Individuums als einer bürgerlichen Organisationim Allgemeinen das Resultat einer schon bestehenden PrädiSposttion zum Verfalle und zu-gleich von außen her schädlich einwirkenden Umstände. Ist aber einmal jene Prädisposi-tion vorhanden, hat das organische Wesen einmal den Keim der Verwesung in sich auf-genommen, so wird beynah« jeder äußere Einfluß eine Veranlassung zu dessen Untergänge;und jenes entlauft seinem Schicksale nicht mehr, mag auch hie und da, durch Zufall oderkluge Maaßregeln, die eine oder die andere Veranlassung beseitigt werden; denn hiedurchwird das Untergehen, die Zerstörung, das Aufheben der Wechselwirkung unter den Be-standtheilen eines organisirten Systems zwar aufgeschoben, aber nicht ausgehoben. Aufdiesen letzten Gesichtspunkt bezogen, gibt es in der That die ganze Natur hindurch einunausweichliches Verhängnis; das Fatum ist nicht bloß eine Fietion, sondern es laßt sich fac-tisch allenthalben auffinden. Wir verstehen nämlich unter dem Fatum irgend eines Wesensjene demselben innenwohnende Prädisposition, wornach jede äußere Einwirkung sehr leichtzur Veranlassung wird, jenen Typus an dem Wesen zu wecken, welcher sich auf den Ueber-tritt in jenen Zustand bezieht, welcher Zustand dem Wesen als prädcstinirt erscheint, d.h.in welchen das Wesen zu verfallen nicht ausweichen kann, es mag übrigens von Zufallund Spontaneität geleitet, in diese oder jene Lage kommen. So entgeht eine von der repu-blikanischen Tugend gewichene, durch Egoismus, niedrige Leidenschaften und Selavcnsmnbeherrschte Nation, der wirklichen Sclaverey nicht, sie mag diese oder jene Constitutionwählen und einführen. Unter jeder Constitution kann Sclaverey, unter jeder kann bürger-liche Frcyheit bestehen, das eine und das andere geht nicht von der Constitution aus, son-dern vom Geiste und der Gesinnung der Nation selbst. Daher wird aus einem Sclaven-volke auch nie ein freycs Volk entstehen, eben so wenig, als aus cmer verwelkten Blumeeine aufkeimende KnoLpe.
H. Z7Z. Da die Volker Hordenweise planlos unter einander verbunden in das Reich eindran-gen, so kreuzte sich ihr Interesse wechselseitig; und die ganze Politik bestand damals darin, Zwist und