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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
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Dritte A b t h e t l u n g.

Chemismu S.

§. 148. Der Chemismus äußert sich dadurch, daß wir iu vielen Fallen, durch eininniges Zusammentreten mehrerer von einander qualitativ verschieden erscheinender Substan-zen, eine oder mehrere Substanzen erhalten, woran wir ganz andere Eigenschaften wahr-nehmen, als jene waren, welche wir an den ursprünglich getrennten Substanzen bemerkenkonnten. Er äußert sich ferner auch dadurch, daß eilte Substanz unter gewissen Umstan-den in zwcy oder mehrere getrennt wird, an denen ganz andere Eigenschaften hervortreten,als jene waren, die vor der Trennung der Substanz ursprünglich zukamen. Jedoch darfin diesen beyden Fällen die Mitwirkung einer höheren Lebenskraft nicht eintreten, dasonst die hier erwähnten Umwandlungen nicht mehr als reine chemische Processe, sondernzugleich als Assimilarionöprocessc zu betrachten sind.

§. 149. Es ist eine schwierige, vielleicht unauflösliche Aufgabe, die Erscheinungendes Chemismus, so wie sie uns in dem gegenwärtigen Augenblicke bekannt sind, einem Sy-steme von Gesehen zu unterwerfen, und sie auf eine philosophische Weise zu erklären. DieChemie hatte zu Lavoisiers Zeiten eben jenen Grad erreicht, daß man glauben durfte, denSchlüssel zu einer philosophischen Ergründung derselben zu besitzen. Es schien wirklich, alsmöchten sich die unzähligen, über die Verbindung und Trennung der Stoffe gemachten Er-fahrungen, welche lange Zeit hindurch als ein unzusammenhängendeö Chaos, durch den albern-sten Aberglauben entstellt, sich dargestellt hatten, auf einige wenige Grundprincipien zu-rückführen lassen. Man hatte sich beynahe geneigt gefühlt, die Chemie, der Evidenz undBündigkeit ihres Systems willen, am nächsten der mathematischen Physik anzureihen.Allein seit wenig Jahren, binnen welchen die Chemie mit einem unglaublichen Eifer getrie-ben wurde, und wo man sich bey den chemischen Processen der so kraftigen voltaischenSäule zu bedienen begann, wurden Entdeckungen gemacht, welche Lavoisiers Systemewidersprachen. Man verfolgte diese Entdeckungen mit raschen Schritten, gelangte von den-selben auf andere, und abermals enthüllten sich die Schwächen der Lavoisier'schen The-orie, welche wir nicht dem großen Entdecker derselben, fondern dem wissenschaftlichen Zu-stande seiner Zeit zuschreiben wollen. So trat denn allmahlig das so schön aufgestellte Systemder Chemie in den Schatten zurück; wir eilten voran in den Entdeckungen; unser Rcich-

Ich sage höhere Lebenskraft, um diese von der Lebenskraft überhaupt zu unterscheide», welche letz-tere keinem Körper abgesprochen werden kann: denn, wer vcrmasszn entscheiden, ob nicht auch densogenannten anorganischen Körpern ein niederer Grad des Leben» zukomme; daher wir statt Anor-ganisch lieber Suborganisch oder Pseudoorganisch sagen möchten.

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