hier entscheidet? Sind es nicht beynahe bloß die intellektuellen Verzüge, Kühnheit, Un-ternehmungsgeist, Lisi, die Neigung für alle Mittel, die zum Zwecke führen, endlichGlück und ein allgemeines Beliebtfeyn, das wahrlich oft nicht auf Verdiensten beruht, sindes nicht alle diese Eigenschaften zusammengenommen, die hier wesentlich entscheiden, unddie sehr wohl vereint, auch an dem schlechtesten gesunden werden können? Sind nicht diejenigen, welche, selbst in den besten Absichten den Bürgerkrieg leiten helfe!?, gezwungen,sich der wilden Ausbrüche einer zügellosen Volksmasse zu bedienen, und so, von den?einen Schritte zu den: folgenden aufgefordert, Greuel auf Greuel zu Hansen? muß nichthicdurch eine Unempsindlichkeit gegen das Gute, das Ersticken alles Zartgefühles entstehen?und ist es nicht natürlich, daß endlich auch der Bessere mit dem Schlechten schlecht werde?Die geschichtliche Größe der Nation und mehrerer ihrer Bürger; das Zerstören eines schäd-lichen Gleichgewichtes, das endlich Zur Apathie und zu dem Vergessen der eignen Kraftund Würde führt, die Ausführung großer genialer Plane, die vorzüglich aus die intcl-lectuelle Ausbildung des Menschengeschlechts von entschiedener Wirksamkeit sind; allediese Vortheile sind mehr als einmal durch Bürgerkriege herbeygesührt worden; allein, nochbleibt die Frage unbeantwortet, ob jene großen Wirkungen, welche einzelnen Nationen,und öfters dem ganzen Menschcngeschlechte eine Höhe des Standpunktes ertheilen, vonwo aus sie stolz aus die abgelaufenen Jahrhunderte herabblicken, ob diese Vortheile nichtsehr hausig auf Unkosten jenes glücklichen Zustandes erkaust werden, welcher aus Tugend,Moralität und den friedlichen Gesinnungen des Bürgers entspringt; und ob bei) diesemweniger schimmernden Zustande der Dinge, nicht mehr wahre Größe entdeckt werdenkönne, als da, wo die Größe sich bloS auf Troß und Gewalt bezieht?
H. z<-z. Endlich ward die Republik unterjocht; und diese Begebenheit dürfe» wir nicht der Herrsch.'begicrde einiger ihrer Bürger zuschreiben. Nein! wir müssen hier den Menschen überhaupt anklagen,ihn, dessen Verlangen nach Macht in dem Verhältnisse wächst, als er daran thcilhaftiger ist, ihn,der dann Alles zu haben wünscht, wenn er schon viel besitzt. Hatten auch Cäsar und Pompcjns wieCato gedacht, so hätten andere so gedacht wie Cäsar und PompejuS handelten; und die Republik,schon zu ihrem Untergänge reif, wäre nur durch eine andere Hand in den Abgrund gestürzt worden(S. ?8-).
Auch die Geschichte der Wissenschaften liefert Bcyspiele, daß der allgemeine Zustandder Dinge, der Grad der Geisteseultur in der gebildeten Menschheit Entdeckungen herbey-führcn, die wir oft aus eine kurzsichtige Weise den Entdeckern allein zuschreiben. Höchstmerkwürdig ist es z. V. daß Newton und Leibuiß ohngefähr zu derselben Zeit die erstenGrundzüge zu dem Jnfiuitesimalcalcul entworfen; eine Entdeckung, welcher wir die stgu-uenöwcrthen Fortschritte zu danken haben, womit seitdem der mathematische Thcil der Na-turphilosophie bereichert worden. Eine genaue Ergründung der Geschichre der Mathematikzeigt aber, daß die Periode, in welcher Newton und Leibniß lebten, zu jener großen E»t-
Aaa 2