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Materie und Bewegung unterschieben möchten; würde eine solche Ansicht der Natur unsnicht fähiger machen, dieselbe nach jener Vnlseingkcit und als jenes harmonische Ganze zuumfassen, wodurch sie sich ja in ihren kleinsten Äeußemngm so deutlich ausspricht, wennwir sie nur verstehen wollen, und uns nicht schämen da zu bewundern, wo wir nichtzu fassen vermögen. Bey einer solchen Ansicht der Natur würden wir das Gesammt-bild derselben, den vollen Aceord ihrer harmonischen Aeußerungen nie aus den Augen ver-lieren. Die Naturphilosophie bekäme hiedurch mehr Einheit in der Ansicht aller ihrerTheile. Aber sreylich würden wir bey einer so vielseitigen Betrachtung des Gegen-standes von der Größe desselben gedemüthigt, in den Staub zurücktreten müssen, undnie würden wir jenes stolzen Gefühles des Atomistikers theilhaftig, welcher in der Außen-schaale das Ganze zu erblicken wähnt, und der sich anmaßt, die Betrachtungen der Naturbloß auf eine Rechnung zu redueircn. Freylich müßten wir bey einer geistigem Ansichtjener, in manchen Fällen auf den Calcul, und hiedurch auf die süße Täuschung, die Na-turgesehe den unlaugbaren Regeln der Mathematik unterworfene zu haben, Verzicht leisten.
h. zü:. Gegen keinen Staat ist die Furcht, von demselben unterjocht zu werden, gegründeter,als gegen jenen, der den Schrecknissen des Bürgerkriegs preist gegeben ist. Jedermann, der Adclichc,der Bürgerliche, der Künstler, der Landmanu ist hier zum Kampfe gerüstet; find ferners hier, durcheine» innern Frieden (oder durch äußere Bedrängnisse zur Concentration gezwungen) die Kräfte verceinigt, so hat ein solcher Staat groste Vorzüge vor andern (wohl verstanden als kriegführende Nation)die bcvnahc bloß aus Bürgern bestehen. Ueberdicst bilden sich bei? Bürgerkriegen gewöhnlich großeMänner (vielleicht besser merkwürdige Manner, deren angestaunte Thaten oft aus sehr erbarmst.'che» Quellen entspringen), indem es bei? der alkgemein herrschenden Unordnung (oder vielmehr, bei?der Möglichkeit einer frepcrn Ausübung der Kräfte für die Einzelnen) Jenen, welche Verdienste haben,(oder vielmehr, welche Kraft besitzen) möglich wird durchzudringen, wodurch denn Jeder (fagen wirlieber Mehrere) dahin gelangt, wohin er seinen Anlagen und seiner Bildung gemäß paßt, u. s, w.(S. Y7-).
Bürgerkriege sind allemal an sich ein Greuel, ein schreckliches Ereiguiß, daß oft auflange Perioden hinaus die fürchterlichsten Spuren hinterläßt, wohl aber in manchen Fällensehr wohlthärigc Folgen hat. Eben so wird durch Erdbeben und feurige Eruptionen mancheGegend in eine Wüste, manche Gegend in ein fruchtbareres Land verwandelt. Bürger-kriege sind sehr geschickt, einer Nation historische Celebrität zu verschaffen; ist aber dieseZierde auch das, woruach eine Nation mit Aufopferung so vieler anderer Vortheile strebensoll; ist es nicht vielmehr gerade hier, wo die Nation bloß zum verächtlichen Werkzeugeeines ehrgeihigen Feldherrn dient? Bürgerkriege gestatten dem von der Natur reichlicherbccheilten, dem genialem unter den Bürgern, dahin zu gelangen, die klebrigen zu beherr-schen, wodurch das civile Verhältniß einein der Natur angemessenem Verbände zu entspre-chen scheint. Allein, ist es denn auch wirklich der höhere Werth des Menschen, der