Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

Z2?

Es ist nicht entschieden, ob die Pflanzen eigentliche Luftgefäße besitzen, oder ob sieganz von Luft durchdrungen werden. Den größten Antheil von Luft findet man an derRinde, den kleinsten am Marke.

§. 309. Die Spiralgkfaßc !cgen den Grund zu neuen Trieben der Pflanze, indemsie sich an bestimmten Stellen zu Bündeln sammeln. Pflanzen, denen die Spiralgefaßemangeln, haben nur sehr beschränkte und unregelmäßige Verästelungen.

§. ZIO. Die ezüäsi'mis der Pflanzen besteht aus den obern Wänden der Zellen,nach Hedwig, Sprengel, Humbold. Die Spaltöffnungen sind kleine längliche Oeffnungender Oberhaut, die sich nach Umständen vergrößern oder verkleinern. Sie mögen als Ein-saugungsorgane für Wafferdämpfe aus der Atmosphäre, vielleicht auch als ExcrctionSor-gane dienen. Die Wasserpflanzen besitzen keine Spaltöffnungen an den untergetauchtenTheilcn; sie fehlen durchaus den Wurzeln, werden aber am häusigsten an der untern Seiteder Blätter gesunden; überhaupt besitzen die der Lust ausgesetzten grünen, nicht zu dichtenTheile die meisten Spaltöffnungen. Die Papillen werden durch jene Zellen der Oberflächegebildet, welche von häufigem Safte strotzend, sich über die Oberfläche erheben; ihre Func-tion ist Einsaugung des Saftes; sie werden am häufigsten am Stigma und an den Spi-tzen der Wurzeln gefunden. Die Haare der Pflanzen mögen E.rcrctionsorgane scyn, undals Schutz des Saamens, dienen.

H. zu. Es scheint, daß man folgendes Gesetz aufstellen dürfe: Beym Durchgangeder Säfte durch die Zellen und während deren Ausbewahrung in denselben besteht entwedereine Desoxydation, oder eine Oxydation, je nachdem das vegetative Leben im Zunehmenund potenzirt, oder im Abnehmen und abgespannt ist; z. B. bcy Licht oder Finsterniß,ferner beym Heranwachsen bis zu Befruchtung, oder beym Welken und Reifen.

§. z i 2. Das Sonnenlicht wirkt während der Vegetation vorzüglich auf die Entwi-ckeiung des brennbaren Stoffs (Kohlenstoff, Wasserstoff). Im Dunkel gewachsene Pflan-zen sind wässerig, zuckerartig, im Lichte gewachsene Pflanzen mehr öhlig und harzig; beyerstem pradominirt der Sauerstoff, bcy letztem der brennbare Stoff; erstere sind von blasserFarbe (keine Absorbtion des Lichte-); letztere hingegen von dunkler Farbe (Absorbtion desLichts); wie wir dieß schon weitläufiger im Artikel Impondcrabiliömus vorgetragenhaben.

Die Wärme wirkt vorzüglich auf den Verlängerungstrieb der Pflanze, ohne den tcmuszu vermehren. In heißen Gewächshäusern schießen die Pflanzen lange Schossen, aber diesesind schwach, ohne Farbe und Geruch, so lange ihnen das Licht mangelt. Die Kalte scha-det der Pflanze nicht so sehr darum, weil ihre Flüssikeiten frieren, als vielmehr weil sieans die Lebensthätigkcit wirkt; viele Pflanzen erfrieren, wenn das Thermometer noch einige