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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
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VI. Versuch.

Ich «ahm eine messingene Kugel, etwa einen Zoll im Durchmesser, welche hohlwar, und sich in zwey Hälften zerlegen ließ; überdieß war diese Kugel an ihrer Oberfla-che mit nahe an einander stehenden kleinen Löchern versehen. Diese hohle Kugel wardmit Gartenerde gefüllt, und in dein Mittelpunkte der Kugel, (nämlich in die Mitte desin der Kugel eingeschlossenen Erdkügelchcns) wurden einige Körner von Gartenkresse ge-säet. Die Kugel ward an dem Zeiger einer Wanduhr dergestalt befestigt, daß sie be-ständig in Umdrehungsbewegung erhalten wurde, so daß es für die Pflanze weder einOben noch Unten gab. Die ganze Vorrichtung befand sich in einer mäßig geheitztenScube, und die Kugel wurde täglich mit Master benetzt, so daß die eingeschlossene Erdefortwährend feucht erhalten wurde.

Hier mußte nun entweder das Wachsen gar nicht erfolgen, oder es mußte nach meh-reren entgegengesetzten Seiten zu gleicher Zeit vor sich gehen. Letzteres geschah; denn nachungefähr ro Tagen sah ich durch die Löcher der messingenen Kugel nach mehrern Seitenhin kleine grüne Keime hervorstechen; es bestand gleichsam ein Keimen, wie ein centralesAusstrahlen aus dem Mittelpunkte der Kugel. Auch war unmöglich, beym Oeffnender Kugel die Keime lind Wurzeln von einander zu sondern; alles war unter einanderverfilzt, sowohl die Wurzeln als Keime strebten vom Eentro aus nach der Peripherie derKugel hin.

Als ich den Versuch zum zweytcnmale machte, zog ich die Uhr nicht auf, wodurchdie Kugel unabänderlich in einer lind derselben Lage blieb. In diesem Falle geschah dasWachsen der Wurzeln herab, und das Wachsin der Keime hinaus; auch war es beymOeffnen der Kugel leicht, die Pflanzen von einander zu sondern, da sie neben einanderliegende Streifen bildeten.

§. Zoo. Das Wachsen des organischen Körpers sowohl im Ganzen als in einzel-nen Theilen hat seine bestimmten Gränzen. Gewisse Theile des Körpers, z. B. Nägel,Klauen, Schaaken, Haare, Blätter....... wachsin das ganze Leben hindurch, andere nur

bis zu einem gewissen Alter. Merkwürdig sind hier die Erscheinungen der Sympathie unddes Antagonismus unter den verschiedenerlei) Theilen an einem und demselben organi-schen Körper; 'so erscheinen z. B. bei) eintretender Mannbarkeit, Bart, Haare an denSchaamtheilen und Haare unter den Achseln zu gleicher Zeit; hingegen sterben die Vlü-thentheile allmählig ab, wie der Saamen sich entwickelt; eben so verwelkt das Blatt wäh-rend der wettern Entwicklung jener Gemme, welcher es im ersten Entstehen dieser letzternzum Schutze diente u. s. w. Das Phänomen des Wachsens ist mit jenem der Repro-duetion verwandt; hier gilt die Regel, daß die Reproduction eines TheilcS allemal aufUnkosten eines andern geschehe. Das Reproductionövermögxn ist im Allgemeinen bey