Eben so am Geiste. Mit schwächern unvollkommnern Gelstesfähigkeiten begabt, ver-mag e-n W eu j 6) bloß aus em dumpfes Gewahnverden der Außeutdinge zu erstrecken,uud alle Bilder eines solchei, Griftes sind bloß vom einzelnen abhängig, ohne sich an einGanzes ur p.üngliches anzuknüpfen. Der höhere Geist hingegen steht in dem Einzelnenblast oie Anwmd.mg des Allgemeinen, weiß alle einzelnen Wahrnehmungen auf eine Ur-quell? zurückjuf hren; die Bilder, die dein Geiste hier vorschweben, sind nicht einzelnelosgerissene Bruchstücke, sie sind vielmehr eine harmonische Combinatl'on, worin das Ein-zelne nach einem Gesetze der Continuicäc an einander gcreihct, und folglich als dem Gan-zen untergeordnet erscheint. Die unterste Stufe im geistigen leben äußert eine Action nachdein Einzelnen, und jene ist wie dieses höchst abhängig und unstät; die höhere Stufe imgeistigen Leben äußert eine Action nach dem Allgemeinen, und jene ist wie dieses höchstfrei) und unveränd rl.ch. Die unterste Stufe im vegetativen Leben äußert (rücksichclich ihrerplastische.») ein Sterben nach Entfernung von ihrem unmittelbaren Standpunkte, und jenesStreben ist wie diestr Standpunkt, höchst zufällig und veränderlich. Die höhere Stufeim vegetativen Leben äußert (rückstchtlich ihrer plastischen Action) ein Streben nach Entfer-nung vom Mittelpunkte der Erde, sey auch ihr unmittelbarer Standpunkt wie immer be-schaffen; und jenes Streben ist im Allgemeinen frey und unveränderlich.
Daß im vierten Versuche jene Blatter der Pflanze, welche nicht bestimmt sind,Blüthe zu tragen, kein Streben nach aufwärts zeugten, sondern vielmehr in ihrer Ent-wicklung (mehr von oben herab wachs-! d) ein Stieben nach Entfernung von ihrem un-uncteloaren Scandpu.ckte äußerten, sich folglich wie cryptogamische Gewächse verhielten;dieß oeweist uns, daß auch an den vollkommnern Pflanzen nicht alle Theile eines gleichenAoels theckp tftlg sind, und daß wir, als die Vorzüglichsten, als jene in denen sich dasvegetative Leocn, als zu einer hohem Potenz gesteigert, manifestirt, wesentlich diejenigenannehmen muffn, welche das Saamemragen zum Zweck haben. In der That ist dieFnnccion der Saamenproduction der höchste Act des vegetativen Lebens; und so wie derAcc Oer Zeugung am höher organisirten Thiere vom höchsten Grade der Lust begleitet ist,eben so ist der Act der Zeugung an der Pflanze, welche als niederes organisirtes Wesenkeiner Bilder nach innen, sondern bloß nach Außen fähig ist, eben so ist jene höchsteFunction des vegetativen Lebens mit der Entwicklung des Schönsten, der höchsten Zierdeder Pflanze, nämlich mit der Entfaltung der Blüthe verbunden. Denn wir wissen, d ßzwischen der Entwicklung der Blüchc, und jener der Sepualtheile eine Sympathie biszum Augenblicke der Befruchtung besteht, daß aber dann zwischen Blüthe und Saain nein Antagonismus eintritt.
§. 299. Um dem Gegenstand über das vegetative Streben noch weiter zu verfolgen,stellte ich im December 18^6. folgenden Versuch an.
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