ZIV
Am untern Theil der Röhre, nämlich am Boden des hölzernen Cylinders war ein Sieb
von oben erwähnter Art angcnagclc. Das Ganze stand so, daß das Sieb unten, der of-fene Theil der Zylinder oben, folglich die gemeinschaftliche Axe der beydcn Cylindcr senk-recht auf den Horizont zu stehen kamen. Auf das Sieb wurde z Linien hoch Erde aus-geschüttet, dann wurde Gerste gesaet wie vorher, und dann wurde das Ganze mit 8 ZollErde b.deckt. Taglich wurde schwach begossen, und außer den Augenblicken des Begie-ßons war der obere Theil der Eylinder so genau verschlossen, daß in der Blechröhre dievollkommenste Finsternis; bestehen mußte. Nach z Wochen zeigte sich noch keine Spur vonVegetation. Ich nahm daher die ganze Erde wieder heraus, und fand, daß die Kornernoch gar nicht gereimt hatten, sondern erstickt waren, obgleich Luft und Licht von untendiirch das Sieb eben so eindringen konnten, als dieß auf dem Felde von oben hinein ge-schieht.
III. Versuch. Juny July r 8 i 6.
Ich wiederholte den II. Versuch, mit dem einzigen Unterschiede, daß die Gerste,statt mit 8 Zoll, nur mit z Zoll Erde bedeckt wurde. Nach einigen Wochen zeigten sichweiße Wurzeln, welche das Sieb vertikal hinab durchdrangen, und sich zum Theil mitdemselben verflochten. Auch zeigte sich bald hierauf die aus der Erde von unten hinaufhervorkeimende Gerste, welche ganz die Gestalt der gewöhnlichen jungen Gerstenpfianzehatte, mit dem einzigen Unterschiede, daß sie blaß strohgelb, beynahe weiß war; welcheswieder bloß dein Abgange von Licht zuzuschreiben war.
Ich ließ die Gerste einige Zeit so fortwachsen, und nachdem sie eine Höhe von etwa5 Zoll erreicht hatte, fing sie an abzudorren und einzugehen.
IV. Versuch im July i 8 i 6.
Ich nahm eine oi-c-bris rubra ans einem Gartentopfe, bcy welcher so eben die erstenjungen Blätter aus dein Wurzelstocke getrieben hatten. Ich hob diese junge Pflanze der-gestalt aus der Erde, daß an den Wurzeln nichts verletzt werden konnte. Ferners stellteich einen leeren Gartentopf vor mir hin, jedoch verkehrt, d. h. so, daß der Boden desGartentopfs zu oberst zu stehcu kam. Nuu setzte ich die ausgehobenc junge Pflanze mitihrer Wurzel senkrecht in in die mittlere kleine Oeffnung des Gartentopss; hielt sie behut-sam iu ihrer Lage gegen den Topf, wandte denselben um, wodurch er in seine natürlicheLage kam, und füllte ihn sorgfältig mit guter Gartenerde, wodurch die Wurzel der Pflanzegänzlich iu die Eroe versenkt ward, so daß man von der Pflanze nur die aus dem Wur-clflockc aufgeschossenen Blatter unter dem Boden des Gesäßes wahrnehmen konnte. Ich