Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
312
Einzelbild herunterladen
 

ZI?

Die Saamenkörner und Eyer entstehen in den weiblichen ZeugungStßeilen; die Knos-pen u.iv Sprossen aber in keinen besontnrn Theilen des Organismus. Ersters enthaircndie materiellen Bedingungen der Entwicklung in sich, äußern ihr Leben von der Muttergetrennt. Anders ist dieß bey letztern. Die Saamenkörner werden im Eyecstocke erzeugtund gereist, aber die Eycr reifen außerhalb des EnerstockeS. Bey Thier«, unttrschridensich die Eyerlegcndcn von den Lebendiggebährend«» dadurch, daß bey crstern die Eyer au-ßer dem Mutterlcibe bey letzcern im Mutterleibe selbst ausgebrütet werden; d rt wird derFoetuS bloß vom Eye genährt, hingegen hier wird er zugleich auch mittelst des Nabel-strenges und Mutterkuchens von der Mutter erhalten. Bey den Pflanzen unterscheidetman Zwiebel und Knollen (hievon ein MehrereS an einem andern Orte.)

Das ZeugungSgcschäft geschieht vorzüglich ans folgende Art: i) Bey einigen leben-den Korpern muß der weibliche Saamen durch den männlichen Zeugungsstoss entwickeltwerden. Hieher gehören dje Säugethiere, Vögel, Amphibien und Fische, mehrere Mo-lusken, Erustazeen und Insekten; einige dieser Thicre sind Hermaphroditen, wie die Schne-cke»; bey einigen geschieht die Befeuchtung außerhalb der Mutter, wie bey den Fröschen,bey den meisten Fischen, bey Sepien (der Wassersalamandcr spritzt seinen Saamen insWasser). Je weiter wir im Thierreiche vom Menschen herabsteigen, desto größer wirddie Menge der durch eine einzige Befruchtung erzeugten Keime. Bey mehreren Thieren,z. B. bey Blattläusen, reicht eine einzige Begattung hin, um mehrere Generationen nacheinander zu befruchten. 2) Bey andern lebenden Körpern wird der weibliche Saamendurch das Einwirken der leblosen Natur entwickelt. Hieher gehören mehrere Pflanzen,Zoophyten, Ppytozoen, mehrere Würmer, wobey die Kügelchen, Fasern aus der Mut-ter wachsen, und steh dann lostrennen; oder wobey die Mnrcer in mehrere Theile zerfälltund jeder Theil für sich lebt (z. B. bcym Bandwurme). 3) Bey andern lebenden Kör-peru wird der weibliche Saamen thcils durch den männlichen Zeugungsstoss, theils durchdas Einwirken der leblosen Natur entwickelt. Mehrere Wüemergatttingen vermehren sichdurch Eyer, durch lebendige Junge, und zugleich durch Sprossen. Die Kräuter, Gräserund mehrere andere Pflanzen vermehren sich zugleich durch Saamen und Knospen.

Das Organische zeigt in seinem ersten Beginnen und in seinem Verschwinden einAggregat unzusammenhängend«- Bläschen, da hingegen das Anorganische in seinem erstenBilden allemal gradlinigtc Blattchen darstellt.

Das junge Thier bringt alle Theile schon gebildet mit, wie es sich von dem Eyetrennt, (es mag diese Trennung innerhalb oder außerhalb des Mutterleibes geschehen); derPflanze hingegen mangeln im Augenblicke ihres AuStretenS aus dem Saamen, und selbstnoch dann, wenn der Saamen gänzlich verschwunden ist, viele Theile die sie erst imweirern Verlaufe des Lebens erhält. Ueberhaupt deutet das öftere Wechseln wesentli-