stellt, theilt der beständig in dieß System von Außen eindringenden formlosen Lebensma-terie, den diesem Systeme einsprechenden Typus zur Lebensaction unaufhörlich nit, undtritt albnahlig, durch diese Mittheilung selbst erschöpft, wieder aus dem Systeme. Somögen wir uns die unaufhörliche Assimilation und Ausscheidung erklären. Allen diesenfortwährenden Ilmstimmungen der Typen, und den hiedurch veranlassten beständig n Ver-änderungen in einerlei) Individuo, sowohl in Bezug auf äußeres Ansehen, als auf Quan-tität, Qualitätund Identität der Materie, liegr allemal ein bestimmter Typus zum Ent-würfe suecesfiver Lebensbilder, nach einem bestimmten Gesetze der Contiuuitär zum Grunde,der Typus zu einer festgesetzten Reihe von Lebensactionen. Diese suecesstven LebenSactionen weichen von ihrem ursprünglich bestimmten Gesetze um so weniger ab, auf einer jehöhern Stufe des Lebens das Individuum steht; und diese Stufe des Lebens kann nachder Mannigfaltigkeit und Menge der steh auf einerley Individuum beziehenden Theilebestimmt werden. Daher ist die Ausartung der Zoophycen und Phytozoen die bedeutendste,und jene des Menschen, die geringste.
§. -92. Da stch über die allmählige Entwicklung des Organischen an unserm Pla-neten nur höchst schwankende Hypothesen ausstellen lassen, so will ich über diesen Gegen-stand, der mehr in einen Roman der Natur, als in eine Naturphilosophie paßt, nur einPaar Hauptideen hinwerfen.
Versteinerungen und Abdrücke lebender Wesen werden in Urgcbirgen gar nicht angetrof-fen, in Uebergangsgebirgen und altern Flötzgebirgen werden größtenrheils nur Phytozoen undZoophyten gefunden; in neuern Flötzformacionen endlich sind häufig Pstanzenabdrücke undKnochen vierfüßiger Thiers vorhanden. Hieraus laßt sich schließen: Die lebende Naturhabe fich allmählig vom Unvollkommensten bis zum Vollkommensten hin entwickelt. DieLebenskraft zeigt in allen ihren Aeußerungen individuelle selbstbedingte Thätigkeit, einen un-aufnörlichen Streit gegen die Kräfte der leblosen Nacur; diesem Zwecke gemäß verwendetsie die leblose Materie als materielle Bestandstücke in den organische» Wesen, oder wenig-stens bestredt sie sich die Materie dergestalt zu combiniren, daß der aus dem Mechanis-mus und Chemismus entstehende Widerstand gegen die Aeußerungen der Lebenskraft all-mählig abnehme.
In der chaotischen Urzeit der Schöpfung hatte die Lebenskrast gegen die Gesammt-wirkung der freyen ungebundenen Gravitation und Affinität zu kämpfen. Ihr, als derHöher» unter den Kräften, ihr, als dem Ursprünge alles Schaffens, ihr endlich, als demGrundprincipc eines ins Unendliche fortschreitenden BildenS, lag es ob, die rohern Kräfte,
5) Materie von anderer Qualität heißt nach meinen Ansichten: Materie von anders gestimmtem Ty-pus der Erscheinung.