Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

sinnlich erkennbaren Trennung der Kräfte gekommen ist. Dieser Zustand ist nun der, wel-chen wir Wärme nennen, ...... )-

§. 196. H. Davy erkläre die Wärmcerscheinung folgendermaßen: Da man esdahin bringen kann, daß alle Körper bey dem Erkalten einen kleinern Raum einnehmen,so ist offenbar, daß die Theilchen der Materie durch Zwischenräume getrennt seyn müssen,und da jeder Körper das Vermögen sich auszudehnen, einem Körper von niedrigerer Tem-peratur mittheilen kann, d. h. vermögend ist, die Theilchen desselben in eine expansive Be-wegung zu sehen, so ist es ein höchstwahrscheinlicher Schluß, daß seine eigenen Theilchensich in Bewegung befinden. Da jedoch keine Veränderung in der läge der Theilcheneines Körpers so lange statt findet, als die Temperatur gleichförmig ist, so muß dieBewegung wofern sie vorhanden ist, schwingend oder wellenförmig seyn, oder eine Bewegungder Theilchen rund um ihre Axe oder eine Bewegung der Theilchen rund um einander.

Es scheint, daß man alle Phänomene der Wärme erklären könne, wenn man annimmt,daß in den festen Körpern die Theilchen sich in einem bestandigen Zustande einer schwin-genden Bewegung befinden; daß die Theilchen der heißesten Körper sich mit der größtenSchnelligkeit und durch de« größten Raum bewegen; daß in den tropfbarstüssigen undund elastisch flüssigen Körpern, außer der schwingenden Bewegung, welche in dem letztenam größer» gedacht werden muß, die Theilchen eine Bewegung rund um ihre eigene Axe mitverschiedenen Graden der Geschwindigkeit haben, doch so, daß die Theilchen der elastischenFlüssigkeiten sich mit der größten Schnelligkeit bewegen; und daß bey den ätherischen Sub-stanzen die Theilchen sich rund um ihre eigenen Axen, und getrennt von einander bewegen,und in geraden Linien den Raum durchdringen.

§> 197. Ich beschließe das hier über Wärmeerscheinungen Gesagte, mit der folgen-den Wärmetheorie nach meinen Ansichten, die von den gewöhnlichen sehr abweichen.

Versuch einer mathematischen Entwicklung der Fundamentalgesche derWärmeerscheinungen, wobey diese bloß als Resultate gewisserActio nen betrachtet werden, und kein Wärmestoffvorausgeseht wird.

§. 198. Das mehr oder weniger Warmseyn eines Körpers ist eben so ein bloßerZustand desselben, wie die Bewegung ein bloßer Zustand eines Körpers ist. Im ersten

Seestedts chemische Naturzesehe.