Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

i84

zwcy heterogenen Körpern keineswegs, weder in gleichem Volum, noch in gleichen Ge-wichten gleich; sondern hangt von der Affinität derselben zum Wärmestoffe ab.

Der specisische Wärmestoff bleibt sich bey den verschiedenen Temperaturen nicht g' ich,weil die Ausdehnung verschiedener Körper durch gleiche Wärmeincremcnte nicht dieselbeist, und die Verwandschaft oder Capacicär der Körper zum Wärmrstcff mit der Abnahmeihrer Dichtigkeit zunimmt, (bcym Wasser würde es sich auch zeigen, wenn man dasselbeverdichten konnte). Bey Bestimmung der specisischen Wärme, würde man daher besserthun, gleiche Volumina statt gleicher Gewichte vorauszusehen, weil sich bey jenen mit Ver-änderung der Temperatur nur die Dichtigkeit, bey diesen aber auch noch daö Volumenändert.

Bey Gasartcn können wir die Ausdehnung verhindern, bey tropfbarstüfsigen Körpernnicht; bey dieser werden daher gleiche Wärmcmomente eine verzögerte TcmpcratU'zunähmebewirken. Wegen der Verdichtung ist auch die Temperatur einer Mischung von gleichenGewichten Wasser von 22 und 212°, die von Os Imo unter dem arithmethischen Mittel»22 nämlich zu iiy, und bey gleichem Volum zu 115 gefunden wurde, noch zu groß.Man muß daher den bis jetzt aufgestellten Satz: daß die Mischung immer die wahrenMittlern Temperaturen habe, und daß die bis jetzt gebrauchten Quecksilber-Thermometerweil sie dieselben richtig anzeigen, ein genaues Maaß der Temperatur seyen, in Zweifelziehen, und vielmehr hieraus und der durch die neuesten Versuche erwiesenen ungleichför-migen, und zwar den Quadraten der Temperatur proportionalen Ausdehnung des Quecksil-bers, vom Orte der größten Dichte an, auf die Unrichtigkeit der bis jetzt üblichen Queck-silber-Thermometer schließen. Als indirekte Beweise des hier ausgedrückten Gesetzes sindfolgende Erfahrungen anzusehen: die Zunahme der Spannung des Wafferdampfes, welchermit Wasser in Berührung steht, und überhaupt des Dampfes jeder homogenen Flüssigkeit,z. B. des Aethers (nicht aber des Weingeistes der aus Wasser und Alkohol besteht) be-obachtet genau eine geometrische Progression, wenn gleiche Jncremente der Temperatur nacheiner Scale, die dem erwähnten Gesetze zu Folge eingetheilt worden ist, statt finden; fer-ner dehnt sich Luft und Dampf nach der neuen Scale für gleiche Jncremente der Tem-peratur nach einer geometrischen Progression aus; und endlich nimmt die Temperatur ineinem abkühlenden Medium in gleichen Zeitmomcnten genau in geometrischer Progres-sion ab, wenn die Temperatur nach der neuen Scale genommen wird, oder die Wärme,welche ein Körper beym Abkühlen verliert, steht im Verhältnis seines Ueberschußcs vonTemperatur über die des abkühlenden Mediums.

Dalton'S neue Scale zählt zwischen dem Frost-und Siedepunkte des Wassers wiedie Fahrenheit'sche, igo^Grad; diese sind aber so getheilt, daß ihre Größe den Quadratender Temperatur vom Gefrierpunkt des Quecksilbers an gerechnet, proportional ist. Unter