l?2
ändert auf dem Mittel stehen; ihre Zu- und Abnahme befolgt einen sehr regelmäßigenGang, auf welchen die schnellern Veränderungen in der Atmosphäre wenig oder nicht ein-wirken.
Wahlcnberg von dem dieser Aussah über die Temperatur des Bodens ist, sagt,daß alle Quellen am kältesten sind, am Ende des Frühjahrs, am wärmsten hingegen imHerbst; doch so, daß die unbeständigen Quellen zuerst, ihren höchsten Punkt errei-chen am Ende des August, und wenige Zeit nachdem die Lufttemperatur die höchste Stufeerreicht hat, die beständigen aber im September. Daraus ergibt sich, daß das Verhaltender Quellen bloß aus einigen wenigen Beobachtungen in diesen Jahrözeiten erkannt wer-den kann.
Das Resultat einer Untersuchungsreise des Herrn Wahlenbcrg durch Schweden istFolgendes: die Erdtemperatur steht in Norden überall höher als die mittlere Temperaturder Luft, und wie es scheint, sind die Differenzen beydcr um so größer, je höher manin Norden herauskömmt, oder je mehr die Winter an Kälte zunehmen. Die Ab-nahme der Erdtemperatur nach den Breitengraden zeigt folgende Tafel: Berlin, 52, 5°Breite, Erdtemperatur — 9', 6; Upsala Breite 60°; Erdt. 6, 5°; Licksale Breite64°, 5; Erdtemperatur — 2°.
§. 184. Bey allen chemischen Veränderungen findet eine Aenderung der Temperaturstatt; und in den meisten Fällen, wenn gasförmige Körper in tropfbarflüssige, oder trops-barflüssige in feste verwandelt werden, findet eine Zunahme der Temperatur statt, undumgekehrt.
Hierauf gründet sich das in der Physik angenommene Gesetz der vermehrten und ver-minderten Warmecapacität bey Verdünnung und Verdichtung der Körper. Hier aber, wowir möglichst alle hypothetischen Ausdrücke weglassen, in denen stillschweigend eine nichtgenugsam gerechtfertigte Annahme liegt (wie jene des Wärmestoffs) drücken wir dicß Ge-setz folgendermaßen aus: Wenn in einem Körper der Typus zur Contraction eine Rich-tung nach der negativen Seite hin erhält, d. h. sich mehr nach dem Typus zur Expan-sion hinwendet, so geschieht dieser Uebergang durch eine Ausübung der Contraction, undumgekehrt; so wie ein Körper, der in seiner Bewegung nach der positiven Seite hin, ge-hindert wird, und hiedurch sich mehr nach der negativen Seite hin wendet, bey der Um-stimmung seines Typus, eine Acrion nach der positiven Seite hin, an dem ihn aufhalten-den Körper ausübt.
§. 185. Viele Körper übergehen durch steigende Erwärmung aus dem festen in den
Gilb. Ztnnalcn iZiz.