Gay-Luffac stellt daö Gesetz auf, daß iu allen Fallen, in welchen sich GaSartcn ver-einigen, dieses stets in einfachen Verhältnissen des Volumens, i zu i, oder i zu 2, oder1 zu z geschehe, und daß die Verdichtung, wofern eine statt findet, in einem einfachenVerhältnisse stehe. Er behauptet fernerS (jedoch noch nicht mit voller Uebcrzeugung)die acidifiante Eigenschaft des Sauerstoffs wird ncutralisirt durch ein doppeltes Volumdes alcalifiantcn Körpers; fernere sind Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, gleich stark al-califiant; fernerS die Verbindungen von gleichen Volumen Sauerstoff und alcalifiantcnKörpern, gibt allemal eine Saure, wenn die Condensation der Elemente, die Hälfte ih-res ganzen Raumes beträgt. Zwcy Volumina Ammo.iiakgaö fordern zur Sättigung durchmehrere bekannte Säuren gerade so viel, daß daö Volum des Radicals — 1 ist; esscheint demnach, daß die SämgungScapacität einer Säure vorzüglich von ihrem Radicalabhängt. Gay-suffac behauptet fernerS: So oft eine neutrale Verbindung (z. B. ausvier Bestandtheilcn) in zwey Verbindungen sich trennt, deren eine neutral ist, so ist auchdie andere neutral. Eine Verbindung, aus neutraler Verbindung mit sauerprädominiren-dcr oder alkalischprädominircndcr oder neutraler Verbindung, wird selbst sauerprädominirendoder alkalischprädominircnd oder neutral seyn (daher ist Wasser ein solches Auflösungömittel,das die charakteristischen Eigenschaften des Aufgelösten nicht ändert).
Eine Verbindung aus alealifianter und acidifianter Substanz strebt um so wenigernach Verbindung mit einer Säure, je mehr (durch erhöhtes Verhältnis^ der acidifiantenzur alcalifiantcn Substanz) die Alkalität der Neutralität und diese der Acidität sich nä-hert (daher nimmt die Affinität eines Oxydes zu einer Säure ab, wie der Oxydations-grad wächst). Dasselbe gilt von der Affinität gegen Alkalien bey abnehmender Acidität.
§. 16g. In den Nachträgen zu dieser Schrift sollen die im vorhergehenden ange-führten aus Versuchen bekannten stochiometrischen Gesetze, aus meinen weiter oben ange-setzten Gleichungen entwickelt werden, welche auf den Ansichten der chemischen Harmonieberuhen. Ich begnüge mich hier bloS ein Beyspiel einer solchen Entwicklung anzuführen;und wähle hiezu das Gesetz zwischen Oxygen und oxydirbaren Basen, welches BerzeliuSaus einer großen Menge von chemischen Analysen aufgestellt hat.
Setzen wir, es bestehe bey der chemischen Wechselwirkung zwischen Oxygen und Ba-sis, ein Gesetz für die Umsiimmung der Typen zur chemischen Aetion, welches von derArt ist, daß die Gleichungen II. IV. folgendermaßen lauten:
/ JI'V -s- inV VW ch in'v'
V ill.) . ^ ^ ^ 2
so erhalr man für die Gleichung VII. folgende:
*) Gilb. Annal. und Cch'.vciZjZerö Journal 181;.