rZ6
man immer schweflichte Saure, z. B. wenn malt Schwefel in Saucestoffgas verbrennt.Ausgetrocknetes schwefelsaures Eisenoxyd oder ausgetrockneter Alaun geben durch Hitzeschweflichte Saure und SaucrstoffgaS. Eben so erhält man eine salpetrige Säure undSauerstoffgas, wenn man reine Salpetersäure erzeugen will; Gegenwart von Wasser be-wirkt aber die Verbindung jener Stoffe zu Salpetersäure.
In jedem Cryftalle, sagt Berzelius, kann Waffer auf zweyerley Art, vorhanden seyn:2) entweder chemisch gebunden, als ein integrirender Bestandtheil, oder 2) in den Zwi-schenräumen einer großen zusammenhängenden Masse nur mechanisch eingeschlossen. Ge-wöhnlich haben die Chemiker das mechanisch eingeschlossene Wasser für Crystallwasser ge-halten; daher waren ihre Angaben desselben so verschieden, je nachdem sie große oderkleine Cryftalle anwandten. Die verknisternden Salze enthalten nicht nothwendig Cry-stallwasser, obgleich das Verknistern einen Gehalt an Crystallwasser keineswegs aus-sehließt; weil es Cryftalle geben kann, die das Crystallwasser nur bey einer sehr hohenTemperatur fahren lassen.
So weit aber, als unsere jetzige Erfahrung reicht, kommen alle Verbindungen mitWasser, welche das Wasser sehr stark zurückhalten, bey einer nicht sehr erhöhten Tempe-ratur in Fluß, und d»rs mechanisch in den Crystallen eingeschlossene Wasser geht durchsKochen fort.
Nach BerzeliuS können wir die Pflanzenfauren (Weinstein-, Citronen-, Sauerklee-Säure) nicht ohne einem Gehalt von Wasser erhalten, und sie sind vcrmuthlich für sichnicht darstellbar. Diese Säuren enthalten eine Portion Wasser, welche ausgetrieben wer-den kann, und sich wie Crystallwasser verhält, während die Säure mit einer andern Por-tion Wasser verbunden bleibt, die ganz die Rolle einer Basis spielt, und sich nur durcheine stärkere Basis von ihr trennen läßt. Wir können diese Verbindungen mit Wasserfüglich als Salze ansehen, in welchen das Wasser die Basis ist. Wenn wir dieß inder crystailisirten Sauerkleefäure durch Verwitterung verflüchtigte Wasser für Crystallwas-ser ansehen, so enthält dieses zweymal so viel Sauerstoff, wie der als Basis anzusehendeAnthcil des Wassers. Ferner schließt das in der crystaliisirten Sauerkleefäure enthalteneWasser genau so viel Sauerstoff als die Saure selbst in sich.
Die Alkalien, Kalk und Magnesia binden so viel Wasser, sagt BerzeliuS, daß derSauerstoff des Wassers dem der Erde gleich kömmt; zugleich nehmen sie aber auch, wiebekannt ist, neue Portionen Wasser auf, die dem Crystallwasser entsprechen; sie müssendaher das Wasser in zwey verschiedene» Zuständen enthalten, ganz so, wie bey den vege-tabilischen Säuren. Die eine Portion Wasser entspricht dem positiven Körper oder derSaure, und laßt sich aus ihrer Verbindung mit den sircn Alkalien, dem Baryt undStrontian nicht durchs Glühen austreiben, sondern nur durch Hinzukommen eines andern