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thum an positiven Erfahrungen nahm mit unglaublicher Schnelligkeit zu; allein in ebendein Verhältnisse verschwand unsere philosophische Ansicht der Chemie; und wir sind bcy-nahe schon dahin gekommen, die Chemie als eine bloße Sammlung von Erfahrungen be-trachten zu müssen.
Liegt dieses nun wirklich in der Natur der seit Lavvisier gemachten Entdeckungen?oder liegt es vielleicht in der Art, wie man diese Entdeckungen betrachtete? liegt es viel-leicht darin, daß man sich nicht genugsam bemühte, diese neuen Erfahrungen durch einetiefere Ergründung den Lav visier'sehen Ansichten anzuschmiegen? oder mochte wohl garhiebey der unserm Jahrhunderte so characterisiisch angehörende Sinn für Neuerung undUmstürzen alles einmal angenommenen eingetreten seyn? und wollte man vielleicht geflissent-lich Ausnahmen von der Regel da finden, wenn man bei) einer gründlichern Erörterung viel-leicht die schönste Ucbereinstimmung mit den festgesetzten Regeln gesunden hätte? Diesegroßen wichtigen Fragen für die Philosophie der Chemie sind vielleicht zu wenig beachtetworden, und es ist vielleicht nicht genug beherzigt worden', was Berzeli us, dieser eifrigeVertheidiger der Lavoisier'schcn Lehre, mit so vielem Scharssinne zu Gunsten seinerMeinung ausgesprochen hat. Nun wieder zu unserem Gegenstande selbst.
a. Chemismus überhaupt.
§. 150. Die Substanzen a und d erscheinen uns, von einander getrennt, als vonverschiedener Art. Wir bringen sie in wechselseitige innige Berührung, d. h. in solcheBerührung, daß nicht bloß die Theile ihrer Oberflächen einander sehr nahe kommen, son-dern daß ein Körper den andern bis in die innersten Theile durchdringt. Hier kann esnun geschehen, daß n und d so innig unter einander verbunden erscheinen, daß wir in derdaraus combinirten Substanz O, die Substanz a von jener b nicht mehr zu unterscheidenvermögen. Ja, was noch weit merkwürdiger ist, es kann die Substanz O Eigenschaftendarbieten, welche von jenen die vorhin an n und b> bemerkt wurden, so verschieden sind,daß wir nie vermuthen konnten, als sey L durch Combination von a und b entstanden. Um-gekehrt kann unter günstigen Umstanden die Substanz in zwcy Substanzen a u.b sich theilen,wobei) n u. b als qualitativ verschieden unter sich, und verschieden gegen 6 betrachtet, erscheinen.
Dieses Phänomen, welches durch seine Alltäglichkeit wie so manches Wunder der Natur,oft mit Gleichgültigkeit betrachtet wird, liefert nichts desto weniger den Stoff zu der tief-sten und unbegranztesten Meditation über die Natur.
Sind die Substanzen a und b von einander und von jener O wesentlich unterschieden,oder sind nicht vielmehr alle Substanzen, die man sich nur immer denken mag, eine unddieselbe, ein und dasselbe Wesen, das sich durch Raumerfüllung und Gravitation allgemein