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Venen und den Bmradern des Körpers sich in dein gemeinschaftlichen Stamme der Höht-ader sainmelnde Blut, geht bcym FoetuS einen weit einfachem Weg, als bey dem ausge-bildeten Thierc; es gibt in der frühem LebcnSperiode desselben, nur eine Vorkammer desHerzens, die alles Blut aus der Hohlvene empfangt, und nur einen Ventrikel, welcherdieses bloß durch die Aorta wieder aussendet. Zusammengesetzter wird das Herz allmähligin den spatern Bildungsperioden, und hiedurch auch die Bewegung des Blutes verwickelter.Diese Niedern Bildungsstufen des Gefäßsystems der Embryonen bey Säugthiercn und Vö-geln, und die diesen Gefaßsystemen entsprechenden Arten der Blutcirculation finden sich inden völlig ausgebildeten Organismen der niedrigeren Thierklassen wiederholt. Jedoch findenbey diesen überdicß noch ganz eigene Modalitäten statt ").
Daß der Blutumlauf mit den Functionen des Herzens und der Lunge, im Zusam-menhange steht, läßt sich nicht bezweifeln; daß er aber bloß nach hydraulischen Gesetzen,durch die Bewegungen dieser zwey wichtigen Organe vor sich geht, wobey etwa die Arterienund Venen, bloß als leitende Gefäße, als bloße Communicationskanäle zu betrachten wären,laßt fich keineswegs behaupten. Es scheint vielmehr, als besitze das Blut ein eignes Leben,oder als werde das Blut durch eine eigene LcbenSaction nach jenen uns unerklärbaren Ge-setzen fortgerricben, wogegen alle unsere Gesetze der Mechanik zu Schanden werden. Manhat versucht, an lebenden Individuen das Herz auszuschneiden, und sah den Blutumlauffich oft noch eine Stunde lang fortsetzen. Auch hat man bey mißgestalteten Herzen undArterien, in vielen Fällen einen regelmäßigen Blutumlauf angetroffen.
Die Circulation des Blutes scheint vorzüglich von der Action des Gehirns, fernerövon der Action des Rückenmarks und der daraus entspringenden Nervenstämme abzuhängen.
Das Gehirn äußert sich auf die nicht bloß mechanische, sondern zugleich vitale Be-wegung der Lungen, auf die Function des AthmenS vorzüglich rhätig, und hiedurch erstauf den allgemeinen Blutumlauf.
Das Rückenmark insiuenzirt den Blutumlauf mehr in seinen einzelnen Theilen, indemhier jeder aus dem Nückenmarke entspringende Nervenstamm, als ein belebendes Agens injenem Organe hervortritt, das er mit Nervenzweigen versorgt.
Wird das Gehirn vom Nückenmarke getrennt, so geräth der allgemeine Kreislauf insStocken, indem das Athmcn aufhört. Bewirkt man, durch Einblasen in die Lungen, einkünstliches Athmen, so wird durch diese bloß mechanische Bewegung der Lungen der Blut-umlauf zwar einige Zeit hindurch erhalten; allein, der Leichnam und das Blut werden hie-
*) Em Weiteres hierüber in folgenden Schriften: Treviranus Biologie. Sönimerings Gefäßlehre,(lnviec !^c?on» cl'Anot. comp. Blumcnbachs vergleichende Anatomie, kl. A. WrisdoiZ odiivvv.siiat. Uc corclo tcotncl. insilnao. Annale» cln Mus. cl'Iliiit. nat. lVIalpigln.