Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

1 IZ

schon gebildet sind. Das Sieden hingegen soll ein Verflüchtigen nicht bloß an der Ober-fläche, sondern in allen Theilen der Flüssigkeit zugleich seyn, und soll nur bey jener Tem-peratur statt finden, bey welcher die Dämpfe eine Erpanflvkeaft erreichen, welche jeneübertrifft, die der Luft sanrmt den darin gebildeten Dämpfen entspricht (dieß bezieht sichauf Daltons Ansichten über das individuelle Verhalten der Gase und Dämpfe in Gemi-schen derselben unter einander, welches in der vierten Abtheilung EombiuationiSmusweitläufiger dargestellt wird).

e. Mechanismus an der Pflanze, ohne Beziehung auf unfern Planeten.

§. iz6. Die auffallendste und allgemeinste Erscheinung des Mechanismus an derPflanze ist das Wachsen derselbe!,. Bcy näherer Betrachtung dieses wundervollen Pro-testes aber, zeigt sich bald, daß der Mechanismus hier eine nur sehr secuudare Rollespiele, und daß die Idee vom Wachsen sehr hölzern, dieser hohen Function sehr unpas-send ausfallen müßte, wenn mau im Wachsen der Pflanzen den Mechanismus vorzüglichauffassen wollte. Die sich hieher beziehenden Betrachtungen gehören weit zweckmässiger inhen Artikel, Organismus.

§. IZ7. Merkwürdig ist die an vielen Pflanzen vorkommende Bewegung der Vlü-then und Blatter, welche mir dem Laufe der Sonne in engster Verbindung steht. Ebenso interessant ist das Oeffnen und Schließen der Blüthen zu gewissen Stunden desTages.

Wir bemerken an vielen Pflanzen eine Art von krampfhafter Zusammenziehung,wenn wir sie an gewissen Theilen berühren. Diese Zusammenziehung ist jedoch allemalnur lokal, verbreitet sich nicht über die ganze Pflanze wie beym Thicre, das an irgendeinem Thcile des Körpers schmerzlich affizirt wird.

Beym Verletzen einer mit gefärbtem Safte gefüllten Aushöhlung, erfolgt, mittelsteiner mit Receptivitat verbundenen Contraction, das Entweichen eines Theils dieses Saf-tes, nie aber jenes Phänomen, das mit der Verblutung beym Thiere sich vergleichenließe. Hier zeigt sich, wie vorhin sin geringerer Zusammenhang, eine schwächere Wech-selwirkung unter den Theilen mit dem Ganzen, als dieß bey de» Thieren der Fall ist.Dieß deucet auf eine niedrigere Stufe des Lebens hin, au der Pflanze als am Thicre.Am Crystalle, wo das Leben in seiner niedrigsten Stufe erscheint, vielleicht in seinem abso-luten Zcro angenommen werden darf, besteht unter den Theilen gar keine dynamischeWechselwirkung; höchstens findet sich ein Zusammenhang in Form und Lagerung derTheile, nämlich am AnatomismuS und PlastieiSmus.

§. iz8. Der Saft in den Pflanzen, welcher durch die Wurzelfastm aus dem Bo-

R