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Das Gesetz der Gravitation lautet folgendermaßen:
Die Gravitation besteht unter allen Theilen der Materie, und erstreckt sich bis aufdie unermeßlichsten Entfernungen hinaus. Die Anziehung, welche hiernach ein Antheilvon Materie ausübt, ist unabhängig von der Geschwindigkeit, womit die angezogeneMasse der anziehenden sich nähert (hierin liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen derGravitation und irgend einer Kraft von beschränktem Drucke und beschränkter Geschwin-digkeit, wie z. B. die Kraft, welche ein Zugthicr auf einen Angriffspunkt ausübt). DieAnziehung, welche eine gegebene Masse, im Ganzen auf eine andere Masse ausübt, ist,unter übrigens gleichen Umstanden, der Quantität der Masse am angezogenen Körper pro-portional; ist nämlich der anziehende Körper eine gegebene Größe, so ist unter übrigensgleichen Umständen, die beschleunigende Kraft, die er gegen den angezogenen Körper aus-übt, unabhängig von der Masse des angezogenen Körpers; hingegen ist die bewegendeKraft, welche hier der angezogene Körper erleidet, der Masse desselben proportional(abermals ein wesentlicher Unterschied zwischen der Gravitation und irgend einer Kraftvom beschränktem Drucke und beschränkter Geschwindigkeit, als bey welcher die bewegendeKraft als gegeben erscheint, hingegen die beschleunigende Kraft jener Masse verkehrt pro-portional ist, auf welche die Kraft sich äussert).
Die Anziehung, welche ein gegebener Körper durch einen veränderlichen Körper er-leidet, ist unter übrigens gleichen Umstanden, der Masse des anziehenden Körpers propor-tional. Endlich ist unter übrigens gleichen Umständen, die Anziehung, welche ein Körperdurch einen andern erleidet, dem Quadrate jener Entfernung verkehrt proportional, aufwelche diese Körper von einander abstehen.
H. ii 6. Unter andern wichtigen Gesetzen folgerte Newton aus seiner Theorie derallgemeinen Gravitation dieses: die Centralkräfte, folglich die Massen der Himmelskörper,verhalten sich wie die Kubi der mittlem Abstände, und verkehrt wie die Quadrate derperiodijchen Umlaufszeiten, wenn man Alles auf jene Körper bezieht, welche um jene Cen-rralmaffen sich bewegen. Hiernach lassen sich die Verhaltnisse der Massen jener Himmels-körper bestimmen, um welche einer oder mehrere andere Himmelskörper sich bewegen.
Newton beweist ferner, daß die oben erwähnten Kepler'schen Gesetze (welche Keplerbloö aus Beobachtungen a posteriori bestimmte), strenge genommen nicht wahr seyen;daß sie aber darum der Wahrheit sehr nahe kamen, weil, wegen des großen Verhältnis-fes der Sonnenmaffe gegen die Planctenmassen, der Schwerpunkt, welcher gemeinschaftlichder Sonne und irgend einem Planeten zukömmt, sehr nahe an den Schwerpunkt derSonne, zu liegen kommt. Strenge genommen aber, bewegt sich nicht der Planet um diesiüle stehende Sonne, sondern es bewegen sich beyde Himmelskörper um ihren gemein-schaftlichen Schwerpunkt, und dieß zwar nach folgenden schönen Gesetzen: Die Bahn,