Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

54

§. 48. Am Stamme befindet sich unmittelbar unter der Oberhaut das Zellgewebe;dann folgen die Fasern und großen Gefäße. Die Bildung des Zellgewebes nähert sichdesto mehr ihrer ursprünglichen blaftnförmigen, je naher es der Oberhaut ist. Die großenGefäße find von Fasern und von cylmdrischcm, in vcrtlealen Reihen geordneten Zellgewebe,umgeben; so entstehen jene Bündel die im Stamme, in der Wurzel und den Arsten derLänge nach sich fortziehen. Wen» sich gleich der Saft bloß durch die Zellen auch bewegentan», so geschieht dieß doch weit langsamer, als durch die Gesäße. Es scheinen daherdie Gesäße wesentlich zur Beschleunigung der Sastoewegung zu dienen; auch haben Mooseund völlig untergetauchte Pflanzen, wo der Saft keine weiten Wege zu machen hat, bloßeZellen ohne Gefäße ").

§. 49. Der Ast bricht mit der Spitze in einem zusammengezogenen Zustande hervor.Er heißt dann Gemme, Auge. Gewöhnlich befinden sich schon unentwickelte Blatteroder blattförmige Theile, auch wohl Blüthen darin, und wenn das Auge in dem Jahrevor der Entwicklung erscheint, ferner die Blatter und andere Theile darin genau zusam-mengeschlagen liegen, so nenur man es Knospe.

§. 50. Die Spiralgefäße legen den Grund zu neuen Trieben der Pflanze, indemsie sich an bestimmten Stellen zu Bündeln sammeln, und von ihrer Richtung längs desStammes abweiche». Pflanzen ohne Spiralgefäße haben überhaupt nur eine sehr be-schränkte und unregelmäßige Verästelung.

H. 51. Die Wurzeln enthalten im Allgemeinen kein Mark, es scheint aber Hierin-falls doch manche Ausnahme statt zu finden» Zwischen den Wurzeln und den Pstanzen-theilen über der Erde befindet sich der Wurzclstock. Betrachten wir daher die Actione»des Wurzclns und des vegetativen Entfaltcns außerhalb der Erde, als polarische Aeu-ßerungen der Vegetation, so bezieht sich der Wurzclstock aus die Indifferenz dieser polemi-schen Actione»; bcvde erscheinen im Wurzelstocke als zu Null combinirt, wie Acidität undAlkaljtät im Neutralsalze; wie -st e und s in o e, u. s. w.

Die Querschnitte des Stamms, der Aeste und Wurzeln bilden Holzringe, aber wiees scheint nur bcy den Dycotylehoncn.

Am Holze soll nach Numsorts Versuchen und den von ihm hieraus gezogenen Schlüsi'endie Kohle das Skelett bilden, u. z. so, daß dieß Kohlenskelett schon ganz gebildet imHolze vorhanden ist: dieß Skelett soll ferners mit Pstanzenfieisch umhüllt seyn; nur letz-

Link Anatomie und Physiologie der Pflanzen.

") Im Artikel Organismus werde ick über diesen Gegenstand interessante Gesetze vortragen, die sichmir aus »euer« Versuchen ergaben.