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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
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Einwirkung eines andern denkenden Subjcctö (durch Ueberrcdung, durch Aufstellung vonVernuustgründen) in dem zuerstcrwähnten Subjecre, die Ansicht über einen Gegenstandgeändert, so ist in jenem der Typus zur reinen Anschauung umstimmt worden. Allein,diese Umsiimmung ergab sich nicht ohne einer Art von innerer Gährung, von innerer Un-ruhe, von Mißbehagen beym ersten Anblicke des Schwankenden in den ursprünglichen An-sichten, und bald darauf des wonncvollen Genusses, eine höhere Klarheit und Ueberzcugungals zuvor errungen zu haben. Und was war diese geistige Ebbe und Fluth wohl anderes,als die Aeußerung jenes Streites, von welchem die Umstimmung des Typuö zur reinenAnschauung begleitet seyn mußte, wenn jene wirklich vor sich gehen sollte. Wahrhaftig wäre schwer, die hier zusammengestellten Erscheinungen unter einerlei) homogenen Ge-sichtspunkt zu bringen, wenn wir das Crystallisiren und Capillarisiren auö bloßen Attrac-tionen von Atomen erklart hätten, welche lehtere bloß nach Verschiedenheit ihrer Urformen,und der hiernach modisicirten Attractionen jene wundervollen Erscheinungen hervorbringensollen. Ich zweistc zwar nicht, daß sich Erklärungen aller auch der höchsten Aeuße-rungen unseres Geistes aus gewissen Gruppirungen der Hirntheile oder deren Atome erzwin-gen ließen. Wäre es aber wohl auch der Mühe Werth, dergleichen hölzerne Ansichten zuwiderlegen, seit dein die Philosophie der französischen Encyclopädisten in Deutschland, woman idealerer Ansichten sahig ist, gewürdigt worden?

§. 3;. Zwar entfernen wir hie und da durch unsere Art, die Natur zu betrachten, denKalkül auö der philosophischen Ansicht derselben. Allein ich frage: ist besser ein Sand-korn im hellsten Lichte zu sehen, dafür aber die ganze übrige Schöpfung in der undurch-dringlichsten Finsterniß versenkt zu erblicken; oder sollen wir nicht vorziehen, die ganzeNatur in ihrem mystischen Gewände der Dämmerung zu erblicken, wodurch wir Nichtsim hellen Lichte wahrnehmen, aber unaufhörlich zum Forschen angereizt werden, ohne je-mals die Grenzen desselben zu erreichen? Liegt denn nicht gerade darin der höchste Reizfür das Forschen in der Natur? Allein, weit entfernt die Mathematik aus der Natur-philosophie zu verbannen, fodere ich vielmehr zu deren Anwendung auf, und stelle, soviel ich es vermag, jene Resultate dar, welche durch Anwendung der Mathematikerrungen werden können, welche mit der bewundernswürdigsten Genauigkeit mit der Er-fahrung übereinstimmen, und durch deren Aufsindung der Mensch die unläugbarsten Be-weise seines höhern Ursprunges abgelegt hat. Dieß soll uns aber nur nicht veranlassen:entweder Alles den atomistisch-mathematischen Ansichten unterwerfen zu wollen, und soauf die uuharmonisch'ste Weise die heterogensten Dinge über einerlcy Leisten zu spannen,oder bloS jenen Theil der Natur, der nur deren Schaale und Gerippe ausmacht, zu betrachten, und alles Uebrige, das doch eigentlich das Höchste in sich faßt, und eben darumvon uns nicht begriffen, sondern bloS bewundert werden kann, keiner Aufmerksamkeit zu