dividuellc in der plastischen Actio« (das Capillarisire») sich den: Individuellen in der plasti-schen Action (den, Crystallisiren) nähert; st stießt nothwendigerweist immer mehr und mehreine Action in die andere über, st erscheint nach und nach immer mehr und mehr dieplastische Action der Flüssigkeit als Combination aus den Heyden Actione« des Capillari-sirens lind Crystallisirens, und folglich wird jene nur als Combination erscheinende Action,allmählig unbestimmter, unregelmäßiger, wie die eine oder die andere Action gegen dieandere mehr oder weniger hervortritt.
§. 32. Auf eine ganz analoge Weise erscheint auch das Lebende in seinen Aeußerungen. Die zoophytischen und phytozoischcn Formationen sind weit unregelmäßiger, weitmehreren abnormen Darstellungen in ihren Gebilden ausgesetzt, äußern eine weit höhereAbhängigkeit von den sie umgebenden Umständen, sind daher in ihrem ganzen Verhaltenweit zufälliger, als die vollkommenen Thiere und Pflanzen. Hier erscheint die Formationals der deutliche Abdruck ans einem bestimmten Model, hingegen dort als der verworreneAbdruck aus zwey verschiedenen Modeln, die sich im Entwürfe ihrer Abdrücke um denRang streiten.
§. zz. Auch die Mechanik mag uns hier eine Analogie liefern. Wird ein mate-rieller Punkt nur von einer Kraft, die immer nach einer Richtung wirkt, getrieben, stentsteht durch Veränderung in dieser Kraft blos eine Veränderung am Räume, den derPunkt in einer bestimmten Zeit durchläuft. Wird aber der Punkc zu gleicher Zeit vonzwey Kräften getrieben, die »ach verschiedenen Richtungen wirken, so wird durch jedeVeränderung, die auch nur an einer Kraft vor sich geht, an der Bewegung des Punktes(nach der Diagonale des Parallelograms der Kräfte), zu gleicher Zeit die Größe undRichtung verändert; es wird also im letzten Falle, wo sie nicht mehr als Wirken einerKraft, sondern als combinirrcs Resultat zweyer Kräfte erscheint, die Bewegung in einermehrseitigen Rücksicht veränderlich; ja sie würde uns als weniger regelmäßig erscheinen,wären wir nicht im Stande, den Gegenstand mit mathematischer Klarheit bis auf seineersten Gründe zu erforschen.
§. 34. Es könnte gegen die hier ausgestellten Alisichten der Crystallisation und Ca-pillarisation, der Einwurf gemacht werden, daß sich ja auf die evideittestt Weist, die,in den kleinsten Abständen wirkenden Attractioncn der kleinsten Theilchen gegen einander,als der unmittelbare Grund des Crystallisirens und CapillarisäinS darstellen, indem jadiese Attracrionen unmittelbar für sich wahrgenommen, und als wirklich bestehend, erwie-sen werden können. Die Thette des CrystallS hängen mit mehr oder wemger, oft mitsehr bedeutender Kraft an einander. Wird das Haarröhrchen, in welchem das Masteraufgestiegen ist, ganz aus der übrigen Wastermaste gehoben, so bleibt die Wassersäule im