Gesetze der Schwere entfesselt, sich actio zu zeigen. Indem nun dieser Ancheil des Flüs-sigen am Crystallinischen auf- oder niedersteigt, handelt er ganz im Gegensätze derSchwere, aber ohne individuelle Selbstbestimmung; er wagt so zu sagen, blos den erstenSchritt aus dem Reiche der allgemeinen Unterjochung der Materie (die crystallisircndeFlüssigkeit handelt nicht bloS actio, wie die am Crystalle aus- oder niedersteigende Flüs-sigkeit, sondern zugleich auch mit eilten: hohen Grade individueller Selbstbestimmung, in-dem sie, ohne die Herrschast der Schwere zu berücksichtigen, und gerade nur ihr entgegenzu handeln, nach einem innern speziellen Grundtypus, jene räumliche Action ausübt, wel-che wir an den crystallinischen Formen wahrnehmen können. Die Flüssigkeit äussert sichhier, rücksichtlich des PlasticismuS, nicht bloS actio, sondern zugleich mit einem hohenGrade individueller Selbstbestimmung actio).
Das Steigen oder Sinken der Flüssigkeit am Crystallinischen, muß mit dem Zu-nehmen des zur activen Aeusftrung auffordernden (der Oberfläche des Crystallinischen) undmit dem Abnehmen des zur activen Aeusscrung Ausgefodcrren (der dem Crystallinischennächst liegenden Flüssigkeit) wachsen, und hieraus erklart sich die Erscheinung der Capilla-rität. In engem Haarröhrchen ist das Auffodernde im Verhältnisse des Halbmessers, dasAusgesoderte im Verhältnisse des Quadrats des Halbmessers kleiner; also besteht hier eingrößeres Verhältniß des Auffodernde,, zum Aufgefbderten; und folglich steht, unrer übri-gens gleichen Umständen die steigende Flüssigkeit im engem Haarröhrchen höher, als imweitern.
Warum unter übrigens gleichen Umstanden eine Flüssigkeit steigt (z. B. Wasser inGlasröhren) die andere sinkt (;. B. Quecksilber in Glasröhren) läßt sich nach diesen An-sichten eben so wenig beantworten, als folgende Fragen "). Warum crystallisirt diese
Q Die genügende Weise, ans welche Laplaec diese Fragen beantwortet hat, beweiset den großen Vor-zug der aromstrsick.'mathematischen Physik, vor der blos spcculativen Physik, wenn es sich blos umErklärung, und um Festsitzung von Regeln da handelt, wo von einzelnen Fällen der anorgischcnNatur die Rede sie, welche sich blos auf Bewegung zurückführen lassen. Würde aber Laplaec, derin seinen analytsichcn Combinationcn wahrhastig als ein Gott erscheint, mit diesen Ansichten, auchnur über die aiierersten Fragen der Physiologie Aufschluß geben können? Gewiß nickt! >a vielmehrmüßten bey Berücksichtigung dieses höher-, Standpunktes der Natur, jene Ansichten gänzlich ver-lassen werden, wenn man nicht auf jene hölzernen Thevriecn gelangen möchte, wornach z. B. derBlutumlauf als eine blos hydraulische Erscheinung erklärt wird. Was die Mechanik des Himmelsbis in ihre verborgensten Tiefen zu ergründen vermochte, wäre nicht einmal im Stande, die Epi-dermis des Wurms zu berühren. Die lebende Natur kann nur bewundert, angestaunt, ihr Waltenka n höchstens geahndet, aber nie begriffen werden. Zu diesem Ahnden gelange» wir aber nur da-durch, daß wir in allen Naturerscheinungen einen Grad des Lebens voraussetzen, hiernach die Cha-raktcrsirik der Erscheinungen entwerfen, und solchermaßen die Gesetze des Lebens in dessen unterstenStufe auffassen. In der suborganischcn (statt anorganischen) Natur, mögen wohl die Lebcnser-schcinnngen unter jenen getrennten Modalitäten, hervortreten, wobey es uns möglich wird, dasWalccn des Lebens klarer aufzufassen, als da, wo jene Modifikationen nur im Conflitt mit einanderaufgefaßt werden können.